„Jetzt müssen zwei Siege her!“

Lucas Barrios im Interview

In nur 67 Bundesliga-Spielen hat er 35 Treffer für den BVB erzielt – Lucas Barrios (26) ist der personifizierte Torgarant für den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Als er sich im Finale der Copa America Ende Juli im Trikot Paraguays einen Muskelbündelriss zuzog, stand der BVB unter Schock. Jetzt ist Barrios wieder da. Ein Gespräch über Geduld, Champions-League-Träume und persönliche Ziele.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 10.10.2011, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Deutsche Meistertitel war auch für Lucas Barrios ein Karriere-Highlight. Nach langer Verletzungspause ist der Argentinier nun wieder fit.

Der Deutsche Meistertitel war auch für Lucas Barrios ein Karriere-Highlight. Nach langer Verletzungspause ist der Argentinier nun wieder fit.

Mir fehlt auch noch einiges, das will ich nicht bestreiten. Wenn man so lange verletzt war, reicht Training allein nicht aus. Man braucht Praxis. Von daher bringen auch mich solche Spiele weiter.

(lacht) Das muss natürlich der Trainer entscheiden. Ich glaube, dass ich mit den Trainingseinheiten bis zum Freitag wieder bei 100 Prozent sein werde. Ich will dem Trainer zeigen, dass ich dann eine echte Alternative bin.

Erst einmal: Ich freue mich ehrlich für Robert. Er ist ja des Öfteren kritisiert worden in den vergangenen Monaten. Da werden ihm die drei Treffer gut tun. Und warum sollen nicht wir beide spielen?

Wir haben doch auch in der vergangenen Saison zusammengespielt, als Shinji Kagawa verletzt war.

Niemand sollte außer Acht lassen, dass es eine außergewöhnliche Spielzeit war, die sich nicht so einfach wiederholen lässt. Dazu kommt: Wir sind der Deutsche Meister. Den will jeder schlagen. Und jeder Gegner gibt gegen uns 150 Prozent. Auch die Dreifachbelastung macht sich in dieser Saison stärker bemerkbar. Champions League, das ist dann doch eine ganz andere Herausforderung. Gerade für uns als junge Mannschaft.

Es war unglaublich frustrierend. Ich hatte noch nie zuvor eine so langwierige Verletzung. Wir hatten ein Jahr für diesen Traum gearbeitet. Dann werde ich im Finale der Copa America nur eingewechselt und verletze mich in fünf Minuten so schwer, dass ich zwei Monate gar nichts machen konnte.

Ich musste mich zügeln. Aber mir war klar, dass ich nicht zu früh zu viel machen durfte. Ich will ja schließlich in dieser Saison noch einiges erreichen.

Andere erwischt es doch noch viel schlimmer und sie fehlen sechs Monate oder länger. Das habe ich mir auch immer gesagt.

Die beiden Spiele gegen Olympiakos Piräus sind natürlich von enormer Wichtigkeit für uns. Punkten wir da und geht die andere Partie gut für uns aus, ist noch alles drin. Klar ist aber, dass jetzt zwei Siege her müssen. Danach haben wir dann noch zwei Endspiele.

Ich habe viel hinzugelernt in dieser Beziehung und bin da in meiner Entwicklung noch nicht am Ende. Jürgen Klopp vermittelt uns täglich Neues. Natürlich mag ich mehr den Weg nach vorne, aber ich habe verinnerlicht, dass der BVB ein Team ist, wo auch die Stürmer mithelfen müssen, gegnerische Angriffe zu unterbinden.

Das sind doch Diskussionen der Medien. Ich versuche, immer ein Stück besser zu werden. Das muss sich auch nicht unbedingt in Toren zeigen.

Ich spiele schon bei einem europäischen Top-Verein und bin glücklich in Dortmund. Ich habe in den beiden Jahren, die ich hier bin, alle meine Ziele erreicht. Wir sind Meister geworden, spielen in der Champions League. Viel mehr kann man doch kaum erreichen.

Er hat immer gefragt, „Papa, wann spielst Du wieder?“, und freut sich jetzt, dass ich wieder dabei bin. Die Situation, dass er so weit weg ist, ist für mich natürlich nicht so einfach. Aber es ist schön zu sehen, mit welchem Enthusiasmus er mitfiebert und meine Spiele verfolgt.

Wenn wir konstant unsere Leistung bringen, ist noch einiges möglich. Die Liga ist sehr ausgeglichen, aber wir haben ja betont, dass wir uns wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren wollen. Und persönlich? Ich will mich nicht auf eine bestimmte Zahl an Toren festlegen, obwohl ich gesagt habe, dass ich noch mehr Treffer erzielen möchte als im vergangenen Jahr.

Wir üben im Training öfter mal, die Latte zu treffen. Vielleicht sollten wir das lassen (lacht). Im Ernst, die Hauptsache ist doch, dass ich die Chancen bekomme.  

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