Julian Weigl – Gute Position im Rennen um einen Platz im Mittelfeld des BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Julian Weigl. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Warum Weigl vor einer besseren Saison steht.

Dortmund

, 08.08.2019, 19:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.



Was zeichnet Julian Weigl aus?

An guten Tagen zieht Julian Weigl den Ball magnetisch an und verteilt ihn auf dem Platz wie an der Schnur gezogen zu seinen Mitspielern. Der 23 Jahre alte Bad Aiblinger hält noch immer den Rekord für die meisten Ballkontakte in einem Bundesliga-Spiel. Im Mai 2016 war das, der BVB-Trainer hieß Thomas Tuchel. 214 Ballaktionen zählten die Statistiker damals für Weigl. Doch seitdem ist viel passiert.

Julian Weigl – Gute Position im Rennen um einen Platz im Mittelfeld des BVB

Weigl hatte mit Verletzungen zu kämpfen, hatte unter Peter Bosz auch mit der Rolle zu kämpfen, die er auf dem Feld ausfüllen sollte. Unter Peter Stöger wurde es nur bedingt besser – und spätestens unter Lucien Favre hatte er vor allem auch mit der großen Konkurrenz im Dortmunder Mittelfeld zu kämpfen. Thomas Delaney wurde im vergangenen Sommer als Abräumer verpflichtet, und Axel Witsel, das war das größere Problem für Weigl, wurde als neuer Chefstratege in der BVB-Zentrale vorgestellt. Weigl war plötzlich raus.

In der Hinrunde spielte er so gut wie keine Rolle, im Winter wollte er weg, doch aufgrund großer Verletzungssorgen in der BVB-Defensive war er auf einmal als Aushilfs-Innenverteidiger gefragt – und überzeugte. Mit Herz, mit Einsatz, mit guter Spieleröffnung. Die Rückrunde lief für Weigl deutlich besser als für Borussia Dortmund.

Gegen einen Wechsel in diesem Sommer hätte Weigl trotzdem nichts einzuwenden gehabt, auch der BVB wäre um einiges gesprächsbereiter gewesen als im vergangenen Winter. Weigl, der in Dortmund einen Vertrag bis 2021 besitzt und jüngst seinen Berater gewechselt hat, konnte bis jetzt allerdings keinen Klub präsentieren, der eine Ablösesumme bietet, bei der Borussia Dortmund ins Grübeln kommt. Deshalb sieht es mittlerweile stark danach aus, als stehe Weigl vor einer weiteren Saison in Schwarz und Gelb. Der Konkurrenzkampf - auch auf seiner Lieblingsposition - ist freilich nicht kleiner geworden.



Wie lief die Saisonvorbereitung?

Weigl hat in der Vorbereitung da angeknüpft, wo er in der Rückrunde aufgehört hat. Er hat Pluspunkte gesammelt. Er wirkt griffiger und dynamischer als vor einem Jahr, vor allem aber selbstsicherer und überzeugter in seinem Spiel. Dabei profitiert er besonders davon, dass er bislang verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen ist. Die Leistungen in den Testspielen, die Weigl allesamt auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld bestritten hat, waren gut.

Julian Weigl – Gute Position im Rennen um einen Platz im Mittelfeld des BVB

„Julian hat im Supercup ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. © imago

Er scheint seinen Rhythmus, seine Ball- und Passsicherheit wiedergefunden zu haben – und am vergangenen Samstag im Supercup gegen Bayern München (2:0) ist er von Favre dafür belohnt worden. Er durfte als Sechser neben Axel Witsel auflaufen, für Thomas Delaney blieb nur der Platz auf der Ersatzbank. Das Lob für seine Leistung ließ nicht lange auf sich warten. „Julian hat im Supercup ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Chance genutzt.

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Wie ist die sportliche Perspektive in der neuen Saison?

Weigl hat sich in den zurückliegenden Wochen in Position gebracht. Seine Aussichten auf Spielzeit - möglicherweise sogar in der Startelf - sind deutlich besser als noch vor einem Jahr. Bislang hat Favre taktisch überwiegend auf das 4-2-3-1-System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern vor der Abwehr vertraut, auf das er schon in der Vorsaison zumeist zurückgriff. Auch das spricht für Weigl. Axel Witsel ist vor der Abwehr gesetzt, aber im Kampf mit Delaney und auch Mahmoud Dahoud um den zweiten Platz auf der Sechs hat Weigl gute Karten.

Im eigenen Ballbesitz ist er passsicherer als Delaney, defensiv ist er disziplinierter als Dahoud. Trotzdem ist das Rennen sehr eng, auch Delaney hat zumindest keine schlechte Vorbereitung gespielt. Doch im Moment, so hat es den Eindruck, hat Weigl die Nase vorne – und wer weiß, wo er im Laufe der Saison noch überall gebraucht wird. Zur Not, das weiß Favre seit der Rückrunde, kann Weigl auch in der Innenverteidigung eine wichtige Hilfe sein. Eine weitere Hinrunde auf der Ersatzbank jedenfalls scheint Weigl derzeit nicht befürchten zu müssen.

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