Borussia Dortmund

Kampf und Klasse-Tore: Haaland, Sancho und ein ganz wichtiger BVB-Schritt

Der BVB ist zurück im Geschäft: Leidenschaftlich und spielerisch wertvoll bezwingt Dortmund im Topspiel RB Leipzig mit 3:1. Haaland und Sancho machen Schwarzgelb zum Gewinner des Spieltags.
BVB-Stürmer Erling Haaland (r.) gelang gegen Leipzig erneut ein Doppelpack. © imago images/Eibner

Dank der Ergebnisse der Konkurrenz bot sich für Borussia Dortmund die Chance, als ein Gewinner aus diesem Spieltag hervorzugehen. Die Bayern verloren 2:3 in Gladbach, während Leverkusen, Wolfsburg und Union Berlin nur Unentschieden spielten. Fehlte nur ein Dortmunder Dreier bei RB Leipzig, um als einziges Team aus den Top sechs mit einem Sieg dazustehen.

Dortmund überlässt Leipzig im ersten Durchgang den Ball

Den aktiveren Start legten allerdings die Leipziger hin. Der BVB überließ den Gastgebern den Ball (nur 34 Prozent eigener Ballbesitz in der Anfangsviertelstunde) und konzentrierte sich darauf, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen eng zu halten. Dieselbe schwarzgelbe Startelf wie gegen Wolfsburg verteidigte ab der Mittellinie engagiert die eigene Hälfte. Erste Annäherungen über die rechte Dortmunder Seite, wo Thomas Meunier (alleine gelassen) mit Angelino größere Schwierigkeiten hatte, blieben ohne Auswirkungen.

Den Leipziger Strafraum sahen die Borussen derweil nur aus der Ferne. Weil RB den BVB hoch presste und die Abwehrreihe – mit Ball zu dritt, gegen den Ball zu viert – in der Nähe der Mittellinie postierte, gab es keine ruhige Sekunde für den ballführenden Spieler und damit kaum eine Möglichkeit, mit einem tiefen Zuspiel Erling Haaland und Kollegen in die Räume hinter der Kette zu schicken. Zeit, um aufzudrehen und sich zu orientieren, gab es schlicht nicht – ein veritabler Stresstest für die Dortmunder, die sich das Leben mit einer Vielzahl von Fehlpässen (Meunier, Akanji, Guerreiro) und schnellen, unnötigen Ballverlusten (Sancho) zusätzlich erschwerten.

Witsel bleibt im Rasen hängen, Can wird beim BVB eingewechselt

Ein Sorgenfall zwischendurch: Axel Witsel blieb ohne Gegnereinwirkung mit den Stollen im Rasen hängen, knickte um und musste nach 30 Minuten ausgewechselt werden. Für ihn kam Emre Can in die Partie. Sein starker Nebenmann Thomas Delaney sah, nach einem Fehlpass Raphael Guerreiros, vom gutmütigen Schiedsrichter Daniel Siebert die Gelbe Karte nach einem Foulspiel an Emil Forsberg.

Die Partie spielte sich weiter komplett zwischen den Strafräumen ab, mit zunehmend guten Szenen des BVB, der besser die Passwege in die bespielbaren Räume fand und konsequenter sowie erfolgreicher in die Zweikämpfe ging. Wie die Borussen Intensität, Tempo und Härte annahmen, wie sie sich bei gelungenen Tacklings anfeuerten, dafür gab es Zuspruch von der Bank: „Viel besser jetzt“, rief der hoch engagierte Cheftrainer Edin Terzic.

BVB bleibt in den ersten 45 Minuten ohne Torchance

Konzentriert und engagiert, defensiv stabil, taktisch bestens präpariert, so lauteten die positiven Attribute der ersten 45 BVB-Minuten. Es gab allerdings, das dürfte einen Platz in der Statistik einnehmen, nicht einen Torschuss. In der vielversprechendsten Szene spielte Jadon Sancho Marco Reus im Strafraum an, doch den Querpass auf Erling Haaland verhinderte Leipzigs Willi Orban (43.). Weil Mats Hummels bei einem Rückpass von Yussuf Poulsen den richtigen Riecher hatte, blieb auch RB bis zum Seitenwechsel ohne nennenswerte Tormöglichkeit (45.) und trotz leichter optischer Überlegenheit bei zwei harmlosen Abschlüssen.

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Zumindest der BVB machte sich nach Wiederanpfiff prompt daran, diese unfreiwillige Null-Diät zu beenden. Konter über Hummels und Sancho, Marco Reus scheiterte aus spitzem Winkel am sicheren Leipziger Schlussmann Peter Gulasci (48.). Bei der folgenden Ecke köpfte Can auf das Tornetz (49.). Dortmund am Drücker – und dann zielstrebig: Nach einem Einwurf kombinierten Reus und Haaland über die rechte Seite, die Flanke des Norwegers landete wieder über Reus bei Jadon Sancho, der aus acht Metern flach einschob. Die Führung hatte sich der BVB zu diesem Zeitpunkt verdient und nach viel harter Arbeit fein herausgespielt (55.).

Haaland schüttelt gleich drei Gegenspieler ab – und trifft zum 2:0

Es spielte nur noch eine Mannschaft, und die trug Gelb mit Schwarz. Noch mehr Mut, mehr Zug nach vorne, der größere Wille. Sancho versuchte es bei der nächsten Option mit zu viel Kunst (58.), sein Vordermann Haaland nach seinem Zuspiel mit Gewalt: Den Kracher lenkte Gulacsi mit Geschick und Glück an den Querbalken (65.). Und Leipzig? Wechselte, stellte auf Viererkette um und sendete aus dem Nichts ein Lebenszeichen: Dani Olmo drehte sich gekonnt aus der Bedrängnis und zielte aufs hintere Toreck, Pfosten (67.). Endlich bot das nominelle Spitzenspiel neben taktischen Besonderheiten auch spektakuläre Strafraumszenen.

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Bundesliga, 15. Spieltag: RB Leipzig – BVB 1:3 (0:0)

Für den nach seiner Verwarnung und weiteren Fouls vom Platzverweis bedrohten Delaney brachte Terzic dann Dan-Axel Zagadou und ordnete eine Fünferkette an. Giovanni Reyna, bis dahin eher blass, sollte defensiver mit absichern. Erst einmal ging aber die Post nach vorne ab: Haaland schüttelte gleich drei Gegenspieler ab, und nach der schönsten Kombination des Tages über Sancho, Can und Guerreiro landete der Ball nach Sanchos Flanke wieder auf seinem Schädel – 2:0 für den BVB (71.).

Der BVB tritt endlich wieder wie der BVB auf

Dortmund führte nicht nur auf der Anzeigetafel, sondern lag nun auch bei der Körpersprache weit vorne. Leipzig drückte, ohne den BVB zu erdrücken, die Gäste konterten und machten den Deckel drauf: Kluger Laufweg des stark verbesserten Reus, Steckpass auf Haaland – 3:0 mit dem 25. Bundesliga-Tor des Norwegers im 25. Spiel. Dass auch sein Landsmann Alex Sörloth noch traf (89.), bedeutete nur Ergebniskosmetik. „Leipzig hat uns anfangs gestresst. RB ist ein hervorragender Gegner, von daher sind wir auch unglaublich stolz“, erklärte BVB-Kapitän Marco Reus nach dem Spiel bei Sky.

Schwarzgelb findet durch den Dreier in Leipzig wieder Anschluss an die Spitzengruppe und, mindestens genauso wichtig, in bemerkenswerter Weise zurück in die Erfolgsspur. Besser konnte man die ersten beiden Aufgaben in 2021 nicht lösen. „Yes“, bejubelte Mats Hummels noch in der Nachspielzeit einen gewonnenen Zweikampf. Der BVB tritt wieder wie der BVB auf.

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