Kann der Stürmer-Typ Patrik Schick dem BVB weiterhelfen?

mlzPro und Contra

Borussia Dortmund sondiert den Stürmermarkt - und der Name Patrik Schick macht die Runde. Kann dieser Typ Angreifer dem BVB weiterhelfen? Wir diskutieren in unserem Pro und Contra.

Dortmund

, 02.07.2019, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 23 Jahre alte Tscheche in Diensten der AS Rom kam in der vergangenen Saison in 32 Pflichtspielen zum Einsatz, erzielte fünf Treffer und legte drei Tore auf. Angeblich steht der 1,90 Meter große Stürmer auch in Leverkusen, Marseille, Lyon und beim FC Schalke 04 auf dem Zettel. Wir diskutieren in unserem Pro & Contra: Ist Schick der Typ Stürmer, der dem BVB weiterhelfen kann?


Ja, schicke Lösung (Von Jürgen Koers)

Es ist nicht einfach, Lucien Favre einen Stürmer zu präsentieren, der den Ansprüchen des BVB-Trainers genügt. Der Schweizer ist kein erklärter Freund eines klassischen Strafraumstürmers. Doch Patrik Schick könnte passen. Der Tscheche ist mehr als nur ein Zielspieler in der gegnerischen Box, wie es im modernen Fußball gerne heißt.

Körpergröße bringt zusätzliche Präsenz

Schick kann trotz seiner 1,90 Meter auch als hängende Spitze oder auf der Außenbahn agieren, bringt aber allein wegen seiner Körpergröße eine zusätzliche Qualität mit, die dem BVB bisher fehlt in der Abteilung Attacke. Der 23-jährige Angreifer ist einen Kopf größer als Mario Götze (1,76 Meter) und Paco Alcacer (1,75 Meter) und würde eine Option darstellen, falls der Spielverlauf es verlangt, im gegnerischen Strafraum in Sachen Lufthoheit ernst genommen zu werden. Schick kann eben auch mal kurz vor Schluss einen reinköpfen, um es platt zu formulieren.

Jetzt lesen

Bislang hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc stets betont, dass es ihm nicht wichtig sei, ob ein Stürmer bullig, zierlich, groß oder klein sei. Entscheidend sei, dass er Tore garantiere. Der Gedanke, dem BVB-Offensivspiel eine weitere Facette hinzuzufügen, mit der sich auch der Trainer anfreunden kann, dürfte Zorc trotzdem gefallen. Noch dazu, wenn das finanzielle Risiko überschaubar ist. Sofern realisierbar, ist eine Leihe Schicks das angestrebte Transfermodell - und würde für den BVB durchaus Sinn ergeben.

Umfrage

Sollte der BVB noch einen Stürmer wie Patrik Schick verpflichten?

1103 abgegebene Stimmen

Nein, das wäre ungeschickt (Von Tobias Jöhren)

81 Tore hat Borussia Dortmund in 34 Bundesliga-Spielen geschossen. Das macht im Schnitt knapp 2,4 Treffer pro Spiel. Die Neuzugänge Thorgan Hazard und Julian Brandt versprechen zusätzliche Torgefahr, Nico Schulz bringt Tempo auf der Außenbahn mit, Mats Hummels Kopfballstärke. Dem BVB fehlt es nicht an Torgefährlichkeit oder einem Knipser. Es ist doch genau andersherum: Gerade die Vielseitigkeit und Flexibilität der hochkarätig besetzten Offensivmaschinerie birgt das größte Potenzial.

Die Angriffsreihe ist kaum ausrechenbar

Wer in der Spitze spielt? Mario Götze (15 Scorperunkte / 7 Tore und 8 Vorlagen) und Paco Alcacer (19 / 18 und 1) haben sich wunderbar ergänzt, bei beiden gibt es begründete Zuversicht, dass sie eine konstantere Saison spielen können. Jadon Sancho (30, 12 und 18) und Marco Reus (29, 17 und 12) suchen als offensive Mittelfeldspieler in Sachen Zielstrebigkeit und Effizienz ihresgleichen. Zusammen mit den Zugängen bekommt Trainer Lucien Favre eine individuell wie taktisch kaum ausrechenbare Angriffsreihe zur Verfügung gestellt.

Dennoch werden in schöner Regelmäßigkeit mögliche neue Stürmer für den BVB diskutiert, von Mario Mandzukic über Timo Werner bis Patrick Schick. Wirklich nötig hat die Borussia keinen dieser Kandidaten, erst recht nicht, wenn es kostspielig werden würde. Und was nutzt ein Stürmer mit 190 Zentimetern Körperlänge, wenn nur kurze und flache Pässe gespielt werden? Nix. Eben. Nur eine wirklich geschickte Lösung käme für den BVB in Frage. Ein teurer Transfer von Patrick Schick hilft nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt