Kapitän Kehl feiert Comeback und bleibt bescheiden

Hauptsache gesund

Jeder kennt sie, die Geschichten der Großeltern über die eigene Jugend, die am besten nie erzählt würden. Sebastian Kehl musste am Samstag erleben, wie eine dieser oft etwas peinlichen Erzählungen im Fernsehen gesendet wurde. Doch selbst das konnte seine Laune am Samstag nicht verderben.

SANDHAUSEN

von Von Matthias Dersch

, 01.08.2011, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kapitän Kehl feiert Comeback und bleibt bescheiden

Der Kapitän ist zurück. In Sandhausen gab Sebastian Kehl sein Comeback und nahm sofort das Hemd in die Hand.

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BVB-Einzelkritik zum DFB-Pokalspiel beim SV Sandhausen

Die BVB-Spieler in der Einzelkritik zum Spiel beim SV Sandhausen.
31.07.2011
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Roman Weidenfeller: Von Sandhausen kaum gefordert. Bei Blums Schuss aus spitzem Winkel zur Stelle (61.). > Note: 3,0© Foto: Bielefeld
Lukasz Piszczek tritt vorerst nur für die Borussia gegen den Ball. Er akzepiert die Sperre des polnischen Fußballverbandes.© Foto: DeFodi
Neven Subotic: Seine Passgenauigkeit litt unter dem tiefen Rasen. Wirkte mitunter ein wenig verschlafen. > Note: 3,5© Foto: Defodi
Mats Hummels: Hinten stabil, vorne mit feinen Pässen in der Spieleröffnung. Hat bereits die Form der Vorsaison. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Chris Löwe machte als Schmelzer-Vertreter einen guten Job.© Foto: Defodi
Ilkay Gündogan überzeugte im ersten Pflichtspiel für den BVB durch enge Ballführung und feine Pässe. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Der Kapitän ist zurück. In Sandhausen gab Sebastian Kehl sein Comeback und nahm sofort das Hemd in die Hand.© Foto: Defodi
Mario Götze hatte Probleme mit dem Rasen. Sein Können blitzte deshalb seltener auf als gewohnt. > Note: 3,0© Foto: Defodi
Shinji Kagawa kehrt erst am Freitag wieder nach Dortmund zurück.© Foto: Defodi
Kevin Großkreutz entschied das Kumpel-Duell gegen Busch zwar für sich, setzte aber keine großen Akzente. > Note: 3,5© Foto: Defodi
Robert Lewandowski: Obwohl er eine Großchance vergab (42.), zeigte er eine gute Partie. Beim ersten Tor cool, beim zweiten am richtigen Ort. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Ein/Auswechslungen: Jakub Blaszczykowski, Ivan Perisic (Foto) und Moritz Leitner wurden spät eingewechselt. > keine Note© Foto: Defodi
Schlagworte BVB

Monatelang fehlte Kehl – wie leider schon so häufig in seiner Karriere – in der Vorsaison verletzt, während „seine“ Mannschaft erst von Sieg zu Sieg und schließlich zur Meisterschaft eilte. Tatenlos musste er dabei zu sehen, wie Sven Bender und Nuri Sahin die Defensive ordneten und das Spiel der jungen Gipfelstürmer leiteten.

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BVB-Einzelkritik zum DFB-Pokalspiel beim SV Sandhausen

Die BVB-Spieler in der Einzelkritik zum Spiel beim SV Sandhausen.
31.07.2011
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Roman Weidenfeller: Von Sandhausen kaum gefordert. Bei Blums Schuss aus spitzem Winkel zur Stelle (61.). > Note: 3,0© Foto: Bielefeld
Lukasz Piszczek tritt vorerst nur für die Borussia gegen den Ball. Er akzepiert die Sperre des polnischen Fußballverbandes.© Foto: DeFodi
Neven Subotic: Seine Passgenauigkeit litt unter dem tiefen Rasen. Wirkte mitunter ein wenig verschlafen. > Note: 3,5© Foto: Defodi
Mats Hummels: Hinten stabil, vorne mit feinen Pässen in der Spieleröffnung. Hat bereits die Form der Vorsaison. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Chris Löwe machte als Schmelzer-Vertreter einen guten Job.© Foto: Defodi
Ilkay Gündogan überzeugte im ersten Pflichtspiel für den BVB durch enge Ballführung und feine Pässe. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Der Kapitän ist zurück. In Sandhausen gab Sebastian Kehl sein Comeback und nahm sofort das Hemd in die Hand.© Foto: Defodi
Mario Götze hatte Probleme mit dem Rasen. Sein Können blitzte deshalb seltener auf als gewohnt. > Note: 3,0© Foto: Defodi
Shinji Kagawa kehrt erst am Freitag wieder nach Dortmund zurück.© Foto: Defodi
Kevin Großkreutz entschied das Kumpel-Duell gegen Busch zwar für sich, setzte aber keine großen Akzente. > Note: 3,5© Foto: Defodi
Robert Lewandowski: Obwohl er eine Großchance vergab (42.), zeigte er eine gute Partie. Beim ersten Tor cool, beim zweiten am richtigen Ort. > Note: 2,5© Foto: Defodi
Ein/Auswechslungen: Jakub Blaszczykowski, Ivan Perisic (Foto) und Moritz Leitner wurden spät eingewechselt. > keine Note© Foto: Defodi
Schlagworte BVB

Und wer den Ehrgeiz des Sechsers kennt, weiß, wie sehr es ihn schmerzte, nicht selbst die Fäden in der Hand zu halten und es seinen Kritikern, die ihn schon häufiger abgeschrieben hatten, zu zeigen. Doch die Zeit der Leiden soll nun endlich vorbei sein.

„Es war eine lange, harte Zeit. Aber ich bin gut durch die Vorbereitung gekommen“, meinte Kehl – und wurde dafür von Jürgen Klopp belohnt. Gegen Sandhausen ließ er ihn gemeinsam mit Neuzugang Ilkay Gündogan auf der Doppel-Sechs spielen.Es war Belohnung und Signal zugleich. Es sollte sagen: Der BVB braucht Kehl – trotz des reichhaltigen Angebots an hochtalentierten Mittelfeldspielern. „Es macht mich stolz, in dieser tollen Mannschaft zu spielen“, sagte Kehl am Samstagabend im Sportstudio des ZDF.

Es klang ein bisschen wehmütig. Der seit diesem Jahr dienstälteste Borusse ist momentan froh über jede Minute, die er beschwerdefrei auf dem Fußballplatz stehen darf. „Ich genieße es, dabei zu sein, und bleibe bescheiden. Ich möchte erst einmal einfach nur gesund bleiben.“

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DFB-Pokal: SV Sandhausen - BVB

Der BVB legte in Sandhausen einen souveränen Auftritt hin und erreichte durch ein 3:0 die zweite Runde des DFB-Pokals.
30.07.2011
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Sebastian Kehl (l.) gewinnt dieses Luftduell.© Foto: DeFodi
Unauffällige Partie: Kevin Großkreutz (r.).© Foto: DeFodi
Starker Auftritt: Ilkay Gündogan (r.).© Foto: DeFodi
Robert Lewandowski (r.) traf in Sandhausen doppelt.© Foto: DeFodi
Artistisch: Shinji Kagawa (r.).© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz (l.) setzt sich durch.© Foto: dpa
Neven Subotic (r.) verlebte einen ruhigen Abend in Sandhausen.© Foto: dpa
Chris Löwe (l.) ersetzte den verletzten Marcel Schmelzer.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (r.) trifft zum 1:0.© Foto: dpa
Schwarzgelber Jubel nach dem frühen Führungstreffer.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (r.) jubelt mit Mario Götze über die Dortmunder Führung© Foto: dpa
Traf zum 2:0: Shinji Kagawa.© Foto: dpa
Chris Löew (l.) in Aktion.© Foto: dpa
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Doch über kurz oder lang wird sich Kehl damit nicht begnügen. Wie er in Sandhausen das Kommando an sich riss, den jungen Chris Löwe anleitete und das Spiel ordnete – das erinnerte frappierend an den „alten“ Kehl, der immer der unbestrittene Anführer war, sobald er den BVB aufs Feld führte.

Mit dem eigentlich unantastbaren Jung-Nationalspieler Sven Bender wird er sich hart um den Platz in der BVB-Zentrale balgen. Kehl dürfte diesen Zweikampf genießen, bedeutet er für den Mann mit der vielleicht längsten Krankenakte der Bundesliga doch vor allem eins: Gesundheit.

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