Kehl neuer Kapitän - Tinga-Schock

DONAUESCHINGEN Dienstagnachmittag auf dem piekfeinen Rasenplatz neben Borussia Dortmunds Mannschaftshotel „Öschberghof“ in Donaueschingen. Die vorletzte Einheit des BVB-Trainingslagers läuft – plötzlich passiert es: Der Brasilianer Tinga bleibt nach einem Zweikampf mit dem starken Mats Hummels im Rasen hängen und mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzt am Boden liegen. Sofort eilt Physiotherapeut Frank Zöllner herbei, kümmert sich sowohl um Tingas linkes Knie als auch um das Sprunggelenk. Weil nichts mehr geht, trägt er den Profi schließlich vom Rasen.

von Von Sascha Fligge

, 15.07.2008, 22:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Tinga-Schock: Dortmunds Brasilianer krümmt sich vor Schmerzen.

Der Tinga-Schock: Dortmunds Brasilianer krümmt sich vor Schmerzen.

Trainer Jürgen Klopp, der mit seinem Kader heute Abend (18 Uhr) in Oberkirch bei Offenburg auf den nächsten DFB-Pokalgegner Rot Weiss Essen trifft, hatte vor der Tinga-Verletzung am Dienstag eine durchweg positive Bilanz gezogen. „Wir sind auf dem Weg, ein  Team zu werden“, betonte er: „Ich habe der Mannschaft vor Augen geführt, was man mir über sie erzählt hat. Dass sie angeblich keine Einheit war und es Grüppchenbildung gegeben hat. Alles kam auf den Tisch. Mein Eindruck: Die Jungs haben aus dem vergangenen Jahr gelernt.“

Sportlich durchliefen Borussias Kicker ein facettenreiches und unterhaltsames Programm, aber auch eines mit phasenweise extrem hoher Intensität. „Sie haben gebissen“, urteilte Klopp.

Wie erwartet berief der Trainer gestern Sebastian Kehl (28) zum neuen Kapitän und Nachfolger von Christian Wörns. „Er ist eine Integrationsfigur. Der, der am meisten mit Dortmund in Verbindung gebracht wird, wenn man über die aktuelle Mannschaft nachdenkt. Ich wollte ihn erst kennen lernen, bevor ich mich entscheide, aber Kehl hat meinen Eindruck von seinen Führungsqualitäten bestätigt“, urteilte Klopp und erläuterte das Jobprofil des Nationalspielers im Wartestand (31 Partien für Deutschland): „Sebastian weiß, dass er in diesem Amt wenig Rechte hat – und viele Pflichten. Er muss vorne weg gehen, vor allem in unangenehmen Situationen. Kehl ist mein verlängerter Arm. Wenn’s nötig werden sollte, muss er die Kollegen in die richtigen Bahnen lenken.“ Gestern Abend zitterte Kehl zunächst einmal gemeinsam mit den Kollegen. Um Tinga.

 

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