Kehl stärkt Schmelzer: BVB-Routinier muss sich erneut heranarbeiten

mlzBorussia Dortmund

Marcel Schmelzer durfte sich zuletzt über regelmäßige Kurzeinsätze beim BVB freuen. Jetzt fällt er lange aus und muss sich erneut heranarbeiten. Sebastian Kehl findet aufmunternde Worte.

Dortmund

, 19.07.2020, 22:48 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vielleicht soll es einfach nicht sein. Borussia Dortmund und Marcel Schmelzer, das geht schließlich schon lange 15 Jahre so. Im heutigen Fußball ist es eine Ewigkeit, und wahrscheinlich geht es nun auch noch ein bisschen so weiter. Der BVB ohne Schmelle? Mittlerweile schwer vorstellbar - und zumindest in der nächsten Saison wohl noch nicht Realität.

Marcel Schmelzers Vertrag beim BVB läuft bis 2021

Denn irgendwas ist scheinbar immer. Im vergangenen Jahr wollte Schmelzer erstmals weg von dem Verein, für den er seit 2005 spielt und mit dem er so viel erlebt und gewonnen hat, doch der Klub ließ ihn nicht gehen. Diesen Sommer nun hätte Schmelzer gehen können, der BVB hätte seinem ehemaligen Kapitän ein Jahr vor Vertragsende nach Informationen der Ruhr Nachrichten keine Steine mehr in den Weg gelegt, aber das Knie des 32-Jährigen lässt ihn nun vermutlich nicht gehen.

Denn Schmelzer fällt lange aus. Im Abschlusstraining vor dem BVB-Auswärtsspiel am 33. Spieltag in Leipzig verletzte er sich am Knie, musste operiert werden. Eine genaue Diagnose gab der Klub auf Wunsch des Spielers nicht bekannt, aber einige Monate Pause werden es aller Voraussicht nach schon werden. Borussia Dortmund rechne „mit einem Wiedereinsatz von Marcel Schmelzer noch in diesem Jahr“, hieß es in der kurzen Pressemitteilung am vergangenen Mittwoch nur. Das kann alles und nichts heißen, wahrscheinlich heißt es aber in erster Linie nichts Gutes.

Kehl über Schmelzer: „Er wird sich wieder herankämpfen“

„Die Verletzung von Marcel ist wirklich sehr bitter, er war gerade wieder in guter Form und hatte zudem ja auch ein paar Spielminuten zuletzt“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Wir unterstützen ihn jetzt, wo wir nur können - und wer Marcel kennt, der weiß, dass er sich wieder herankämpfen wird.“

Kehl stärkt Schmelzer: BVB-Routinier muss sich erneut heranarbeiten

© Deltatre

Und so wird Schmelzer also vermutlich auch noch in sein 16. Jahr beim BVB gehen und seinen Vertrag, der bis zum 30. Juni 2021 läuft, erfüllen. Darauf hatte im vergangenen Winter, vor Corona, so gut wie nichts hingedeutet. Schmelzer hatte im Interview mit dem „Kicker“ erklärt: „Wenn sich bis zum Sommer an meiner Situation in Dortmund nichts geändert haben sollte, würde ich gerne ins Ausland wechseln, noch mal etwas Exotisches machen.“ Einfach nur seinen bis 2021 datierten Vertrag abzusitzen, das entspreche nicht seinem Verständnis von Fußball.

Zorc lobt Schmelzer: „Schmelle ist einfach ein guter Junge“

Tatsächlich hat sich seitdem sportlich ein bisschen was verändert. Zwar kam Schmelzer in der vergangenen Saison insgesamt nur auf 59 Pflichtspiel-Minuten im BVB-Trikot, aber zumindest nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga ab Mitte Mai konnte er regelmäßig Kurzeinsätze verbuchen. Das lag zum einen sicherlich daran, dass BVB-Trainer Lucien Favre fünf- statt dreimal wechseln durfte, zum anderen aber auch daran, dass Schmelzer endlich mal mehrere Monate am Stück verletzungsfrei hatte trainieren können und zumindest Nico Schulz als erste Alternative für Raphael Guerreiro auf der linken Dortmunder Seite verdrängt hatte. Ein kleines Highlight war Schmelzers Kurzeinsatz beim 6:1-Sieg in Paderborn, als er innerhalb von zehn Minuten ein Tor auflegte und einen Treffer selbst erzielte.

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BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte danach im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten: „Marcel ist zuletzt ja häufig eingewechselt worden. Warum? Weil er im Training immer Vollgas gibt. Ich bin sehr froh, dass er jetzt für seinen Einsatz mit einem Tor und einer Vorlage belohnt worden ist. Er hat gezeigt, dass er immer noch da ist. Schmelle ist einfach ein guter Junge, der eine ganz große Identifikation mit unserem Klub aufweist - und ich habe ihn sehr gerne bei uns.“

Schmelzer wird wohl erst 2021 wieder einsatzfähig sein

Ein weiteres Jahr darf sich Zorc offenbar tatsächlich an Marcel Schmelzer als Teil des Dortmunder Kaders erfreuen, auch wenn die Umstände fast schon tragisch sind. Schmelzer wird sich auch in seinem letzten Vertragsjahr bei Borussia Dortmund erst wieder heranarbeiten und Rückstand aufholen müssen. Auch in der vergangenen Saison war das so. Muskuläre Probleme warfen ihn während der Hinrunde gleich zweimal zurück. Nun ist es das Knie - und Schmelzer wird wohl frühestens 2021 wieder eine wirkliche Alternative für Favre darstellen.

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