BVB-U23-Coach Enrico Maaßen. © Bielefeld
Borussia Dortmund II

„Kein Beinbruch“ für die BVB-U23 – doch die Zukunft ist ungewiss

Borussia Dortmunds U23 spielt 0:0 in Homberg - und bleibt aus verschiedenen Gründen unter ihren Möglichkeiten. Jetzt ergeben sich zwei große Fragen.

Späte Früchte, so heißt es ja, schmecken besonders süß. Und Borussia Dortmunds U23-Personal gierte danach, orientierte sich in den letzten zwanzig Minuten fast mit dem gesamten Gefüge in Richtung des Strafraums, den der VfB Homberg wie einen Hochsicherheitstrakt absicherte. Dass diesen Bemühungen zum Trotz nur ein 0:0 heraussprang, sorgte für betoniertes Mienenspiel. Der Erfolgshunger des BVB wurde nicht gestillt.

Das hatte vielerlei Gründe: Die Borussia zeigte sich zu ineffizient, erhielt hochgerechnet „fünf, sechs dicke Dinger“, wie es Trainer Enrico Maaßen formulierte, „davon muss ein Ball reingehen“. Darüber hinaus tat sich die Dortmunder Belegschaft schwer, auf dem tiefen, geschundenen Rasen gegen eine diszipliniert verteidigende Homberger Mannschaft ihr für gewöhnlich extrem wuchtiges Angriffsspiel zu entfalten und noch mehr Großchancen zu erspielen.

BVB-U23 fehlt in Homberg die nötige Wucht

Mal verfing sie sich im Klein-Klein, probierte ganz hübsch anzusehende, aber wenig erfolgreiche Hackentricks (insbesondere Tobias Raschl); sie brauchte häufig zu viel Zeit, um sich für das korrekte Anspiel zu entscheiden, hielt den Ball dann zwei, drei Kontakte zu lange am Fuß; die Flugbälle in die Tiefe, konnte der Gastgeber allzu häufig entschärfen, selbiges galt für das Angriffsspiel über den Flügel, sowohl über rechts als auch links.

„Homberg stand sehr, sehr organisiert und diszipliniert“, meinte Mittelfeldspieler Franz Pfanne, „wir hatten wenig Platz zwischen den Ketten – und die Bälle hinter die Kette konnte Homberg super verteidigen. Wenn die nicht klappen, müssen wir vielleicht mal ein Duell auf den Außen für uns entscheiden. Und bei Standards war deutlich mehr Potenzial vorhanden.“ Ruhende Bälle, wie es im Fußball-Sprech heißt, erhielt der BVB zur Genüge – wirklich gefährlich wurden sie selten.

BVB-Talent Ansgar Knauff zeigte eine durchwachsene Vorstellung

Pfanne selbst hätte in der 71. Minute nach einer Freistoßflanke beinahe per Kopf zum 1:0 getroffen, doch Hombergs Torwart Philipp Gutkowski parierte genauso wie gegen Alaa Bakir (82.). In der ersten Hälfte vergaben zudem Steffen Tigges (11.) sowie Ansgar Knauff, der dem strammen Direktschuss ein Dribbling vorzog (5.) – und deutlich unter seinen Möglichkeiten blieb, offensiv wie defensiv. Wobei ihm anzurechnen ist, dass er einen Konter per flottem Sprint verhinderte (90.).

Wäre diese Attacke der auf Gegenangriffe lauernden Homberger erfolgreich gewesen, hätte sich wohl deutlich mehr Unmut breitgemacht beim BVB, so sprach Pfanne später davon, dass dieses dritte Remis „sehr ärgerlich“, doch „kein Beinbruch“ sei. In der Tat: Dieser kleine Aussetzer fügt dem bisher angefertigten Saisonbild nur einen kleinen Kratzer bei – nach wie vor erstrahlt es prächtig. Zwölf Siege, drei Remis, eine Niederlage – es ist eine herausragende Zwischenbilanz.

BVB-U23 könnte ausgebremst werden

Klar ist allerdings: Weil RWE äußerst konstant punktet, ist die Borussia dazu ebenfalls angehalten, will sie den Zweikampf aufrechterhalten. Ob das gelingt, gilt als erste große Frage – die zweite betrifft den Spielbetrieb der Regionalliga West. Die Teams werden regelmäßig getestet, seien darum besser präpariert „als bei jedem anderen Arbeitgeber“, meinte Vizepräsident Amateurfußball Manfred Schnieders kürzlich. Ob die Punktehatz dennoch zum Erliegen kommt, wird sich zeigen. Chefcoach Maaßen sagte nur: „Warten wir mal ab.“

Über den Autor
Volontär
Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
Zur Autorenseite
Leon Elspaß

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt