Adi Hütter erlebt bei Borussia Mönchengladbach einen schwierigen Start. Gelingt ausgerechnet gegen den BVB die Wende? © dpa
Gastkolumne

Keine Rosen für Rose: Der Gladbach-Schlüssel gegen den BVB heißt Haaland

Das ohnehin schon traditionsreiche Duell zwischen Mönchengladbach und dem BVB erhält durch die Rose-Rückkehr zusätzlichen Zündstoff - und eine Chance für die Fohlen. Die Gastkolumne von Karsten Kellermann.

Zuerst war da das starke 1:1 gegen die Bayern zum Saisonauftakt, das Hoffnung machte, die Borussen könnten schnell in der Gedankenwelt des neuen Trainers Adi Hütter angekommen sein. Doch schnell kam in Gladbach die Ernüchterung. Und die jüngste Niederlage in Augsburg hat die Stimmung richtig kippen lassen. Man hatte dort eigentlich keinen Torschuss, sehr beachtlich für einen Klub, der mal als Torfabrik bekannt war. Das Spiel belegte auf schmerzhafte Art: So richtig sind die Dinge noch nicht zusammengekommen mit dem neuen Trainer Adi Hütter und den Gladbacher Borussen.

Sind es Nachwirkungen der enttäuschenden Vorsaison? War es die sehr komplizierte Vorbereitung nach der EM? Gab es zu viele Verletzte? Vielleicht spielte alles zum Teil eine Rolle, aber unabhängig davon sollte Gladbach ein Spiel gegen Augsburg gewinnen. Es gelang nicht, also erhöht sich der Druck vor dem Spiel gegen Dortmund. Aber ob die Baustellen in der Mannschaft so schnell geschlossen werden können?

2,2 Gegentore pro Spiel: Auch der BVB ist verwundbar

Das Team muss umdenken, Hütter will einen hohen Ballbesitzanteil. Aber auch konsequentes Pressing- und Umschaltspiel, dafür war das Tor gegen die Bayern das perfekte Beispiel. Doch es fehlen noch die Automatismen. Und ein richtiger Knipser im Moment, der einfach mal trifft. Dazu kommen individuelle Abwehrfehler – das ganze Gladbacher Konstrukt fügt sich noch nicht zusammen.

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Wenn man dann auf der anderen Seite beim BVB Erling Haaland sieht, in welch grandioser Form er sich befindet, dann ist es sicher ein Schlüssel, ihn aus dem Spiel zu nehmen. Das wird nur in bester Kooperation aller Mannschaftsteile gelingen. Und die gesamte Dortmunder Mannschaft muss im Duell der Borussias vom eigenen Tor ferngehalten werden. Hütters Team muss daher selbst in die Offensive gehen, denn 2,2 Gegentore pro Spiel zeigen, dass Schwarzgelb verwundbar ist. Mutig den BVB unter Druck setzen, das muss Hütters Rezept sein. Der Trainer hatte einen schwierigen Start, aber mit einem Sieg in diesem Klassiker zweier Rivalen könnte er mit seinem Team ein Zeichen setzen. Solche Siege haben die Kraft, die Stimmung zu drehen.

Keine Rosen für BVB-Rückkehrer Marco Rose

Zusätzliche Brisanz gewinnt das Spiel durch die Personalie Marco Rose. Denn in den Herzen der Gladbacher Fans brodelt es noch immer, weil er zu Dortmund gegangen ist. Sie hatten sich erhofft, dass Rose mit Gladbach eine Ära prägt. Und dann ist er ausgerechnet zum BVB gegangen. Die Fans hatten aufgrund der Geisterspiele noch nicht die Möglichkeit, sich mit dem Thema Marco Rose im Stadion überhaupt auseinanderzusetzen. Also wird das jetzt am Samstag passieren, es wird Spruchbänder geben und sicherlich eine Menge Pfiffe. Sagen wir mal so: Er wird vermutlich nicht mit Rosen empfangen.

Auch für die Gladbacher Mannschaft ist das Spiel gegen den Ex-Trainer eine Extra-Motivation. Und sie hat die Qualität, auch Borussia Dortmund zu besiegen. Das hat das Spiel gegen die Bayern zum Saisonstart gezeigt. Aber: Damit das gelingen kann, ist eine extreme Steigerung nötig im Vergleich zum Augsburg-Spiel.

Autor Karsten Kellermann schreibt seit 1999 für die Rheinische Post über Borussia Mönchengladbach.

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