Kölns Spiel ist stark auf Modeste zugeschnitten

BVB-Gegner in der Taktikanalyse

In Köln trifft Borussia Dortmund heute (15.30 Uhr) auf seinen Tabellennachbarn. Viel verändert sich nicht in Köln, seit der 1. FC wieder in der Bundesliga ist. Trainer Peter Stöger serviert stets eine defensivstarke, kompakte Mannschaft, die im 4-4-2-System verschiebt und kontert. Der BVB-Gegner in der Taktikanalyse.

DORTMUND

von Martin Rafelt (spielverlagerung.de)

, 10.12.2016, 11:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kölner Lebensversicherung: Anthony Modeste (l.) traf in dieser Saison bereits zwölf Mal, sein Einsatz aber ist fraglich.

Kölner Lebensversicherung: Anthony Modeste (l.) traf in dieser Saison bereits zwölf Mal, sein Einsatz aber ist fraglich.

1.) Wie agiert Köln bei Ballbesitz?

Das Spiel ist enorm auf Torjäger Anthony Modeste zugeschnitten - seine Torausbeute also kein Zufall. Der französische Stürmer ist überragend darin, sich in der letzten Linie von den Verteidigern abzusetzen und sich mit gutem Timing hinter der Abwehr anspielbar zu machen. So kann der Gegner immer wieder überrascht werden, auch wenn das Kölner Aufbauspiel relativ vorhersehbar ist.

Der Ball wird druckvoll über die Innenverteidiger oder Sechser auf die Flügel verteilt. Meist ist es Osako, der als hängende Spitze zwischen den Seiten pendelt und die Außenstürmer dort unterstützt. Den größten Überraschungseffekt erreicht Stögers Elf immer noch durch Balleroberungen.

 

2. Wie agiert Köln gegen den Ball?

Die wichtigste Kölner Strategie ist weiterhin das Mittelfeld- und Abwehrpressing im 4-4-2 oder 4-4-1-1. Die Stürmer - besonders Osako - fokussieren sich darauf, Pässe auf die Sechser zu verhindern und das Spiel zum Flügel zu leiten. Strategisch ist das nichts Besonderes, wird aber von den Kölnern äußerst sauber, diszipliniert und mit hoher Intensität umgesetzt.

Schnelle Ablagen

In der Balleroberung fokussieren sich die Kölner sehr auf Zweikämpfe. Wenn Pässe in den Kölner Block kommen, rückt daher meist der nächste Spieler heraus und sucht das direkte Duell - die umgebenden Spieler reagieren aber relativ langsam. Das kann problematisch werden, wenn der Gegner sich im Eins-gegen-Eins geschickt verhält oder mit schnellen Ablagen angreift. Gerade mit letzterem Mittel wurde das Kölner Bollwerk zuletzt von Hoffenheim ausgehebelt.  

Als Alternativen hat Stöger zum einen das 3-5-2-System im Gepäck. Das wird hauptsächlich genutzt, wenn der Gegner ebenfalls mit einer Dreierkette agiert. Zum anderen gibt es auch immer wieder Phasen, wo die Kölner in ein sehr aggressives Angriffspressing wechseln. Hierbei rücken sie aber teilweise ein wenig zu aggressiv auf, sodass nach langen Bällen und Befreiungsschlägen des Gegners zu viel Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld besteht.

 

3. Welche Chancen bieten sich dem BVB?

Gerade wenn die Kölner dieses frühe Zustellen praktizieren, sind sie für Konter und Einzelaktionen anfällig. Falls Weidenfeller die langen Bälle in die richtigen Zonen bringen kann, könnte das ein gefundenes Fressen für Aubameyang und Co. werden - zumal die Kölner Abwehrspieler nicht die schnellsten sind.

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Es wäre daher eine Partie, in der dem BVB die alten Tugenden vom aggressiven Gegenpressing gut zu Gesicht stünden. Das Umschalten nach Ballverlust war vor allem in Madrid zuletzt äußerst schwach. In dieser Form ist Tuchels Elf darauf angewiesen, sich die Stabilität wie gegen Gladbach über lange Ballbesitzphasen zu holen.

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