Körperbetontes Training mit den Handballerinnen

BVB-Amateure

Die Amateure von Borussia Dortmund waren am Mittwochabend in der Sporthalle Wellinghofen zu Gast. Trainer David Wagner hatte seinen Jungs eine intensive Trainingseinheit bei Alice Vogler, Trainerin der Zweitliga-Handballerinnen, verordnet.

DORTMUND

von Von Tobias Nordmann

, 06.10.2011, 23:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Handball-Trainerin Alice Vogler nahm sich anderthalb Stunden Zeit für die kickenden BVB-Amateure.

BVB-Handball-Trainerin Alice Vogler nahm sich anderthalb Stunden Zeit für die kickenden BVB-Amateure.

Das Haar klatschnass. Der Schweiß rinnt über das Gesicht. Abgekämpft klatschen sich die Kicker der BVB-Reserve mit Alice Vogler ab. Für zwei Stunden übernahm die Trainerin der Handball-Damen das Kommando bei den Regionalliga-Fußballern. Zwei Stunden lang ließ sie die 13 Amateure schwitzen. Nicht auf dem Rasen, sondern auf dem ungewohnten Linoleumboden in der Sporthalle Wellinghofen. Und im Gegensatz zu den Jungs kannte Vogler keine Berührungsängste.Soltanpour bekommt Härte zu spüren Ihr erstes "Opfer": Kiyan Soltanpour. Sein Arbeitsauftrag: Anlaufen, Schritt an Gegenspielerin Vogler vorbei, Sprungwurf. Doch bis zu Anweisung drei kam der BVB-Stürmer erst gar nicht. Beherzt lief er an... und fand sich einen Sekundenbruchteil später unsanft auf dem harten Linoleumboden wieder. Ungläubig blickte der 22-Jährige auf, wartete vergeblich auf eine Entschuldigung seiner Gegenspielerin, die ihn eiskalt hatte auflaufen lassen. "Alles regulär", lächelte die Trainerin, während sie die nächsten Amateure zum Eins-gegen-eins-Duell bat. Die Idee zu dieser Übungseinheit hatte BVB 2-Trainer David Wagner. "Ich wollte den Jungs in der spielfreien Zeit eine Abwechslung im Training gönnen." Ursprünglich wollte er seine Talente zu einer körperbetonten Einheit aufs Eis schicken. Doch weil das zu umständlich war, fragte er bei den Handballerinnen nach. "Natürlich sollte der Spaß im Vordergrund stehen, aber ich wollte schon, dass die Jungs in dieser Einheit ordentlich gefordert werden", sagte Wagner mit Blick in die erschöpften Gesichter seiner Spieler. "Das ist Alice und den Spielerinnen gut gelungen."Vogler erlaubt keinen Schlendrian Anderthalb Stunden forderte Vogler von den Jungs die volle Aufmerksamkeit. Aufkeimendem Schlendrian begegnete die Trainerin mit Kritik und Ironie. "Jungs, beim Springen die Beine bis zur Brust ziehen, da ist bei euch doch genug Platz!" Der Ton in der Halle war bestimmend, aber stets freundlich. Denn der Spaß stand ja schließlich im Vordergrund. Nach Späßen war den Amateuren dann auch solange zu Mute, bis sie sich im abschließenden Spiel mit den Zweitliga-Damen messen mussten. "Ey, guckt mal, die werfen ja genau so schlecht wie wir", scherzte Onur Cenik vorher mit den Kollegen beim Aufwärmen der Damen. Er sollte - natürlich - nicht Recht behalten. Die Damen machten direkt mal klar, dass Fußball vielleicht körperbetonter ist als Basketball, doch dass sowohl im Männer- und Frauenhandball ganz andere Regeln gelten. Harte Regeln. Nicht ganz so hart fiel indes das Fazit der Trainerin zum Talent der Fußballer aus. "Die Jungs haben sich gut verkauft." Zwei Spielern attestierte sie sogar großes Talent. "Den Johannes Focher würde ich sofort für das Tor verpflichten." Und auch dem eifrigen Torschützen Kiyan Soltanpour zollte sie ein dickes Lob. Ein bisschen Balsam auf die Seele des 22-Jährigen, der zuvor von Vogler so unsanft geblockt worden war. 

Lesen Sie jetzt