Länderspiel-Abstellungen: Borussia Dortmund prüft die Lage

mlzCorona-Pandemie

Werder Bremen und Arminia Bielefeld verzichten auf die Freigabe einiger Nationalspieler für ihre Verbände. Borussia Dortmund prüft die Lage. Es ist kompliziert.

Dortmund

, 05.11.2020, 19:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der BVB prüft derzeit, wie er mit den Länderspielabstellungen seiner Nationalspieler ab der kommenden Woche umgehen wird. „Wir sind in der Abklärungsphase mit den lokalen Behörden und haben noch keine finale Entscheidung getroffen“, sagte Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc den Ruhr Nachrichten am Donnerstag. Es soll zeitnah Klarheit herrschen. Viel Zeit bleibt nicht, die Abstellungspflicht beginnt ab Sonntag.


Bremer Gesundheitsamt würde Quarantäne anordnen

Werder Bremen hatte am Donnerstag als erster Klub erklärt, dass der Verein keinen seiner Nationalspieler zu einem Länderspiel in einem ausländischen Risikogebiet abstellen werde, weil das Bremer Gesundheitsamt eine anschließende Quarantäne für die Länderspiel-Reisenden angeordnet habe. Einzige Ausnahme: Torhüter Jiri Pavlenka darf am kommenden Mittwoch in Leipzig für Tschechien gegen Deutschland spielen. Auch Arminia Bielefeld will in Zeiten der Corona-Pandemie vier Profis nicht für anstehende Länderspiele freigeben. Weitere Klubs könnten diesem Weg folgen.

Der Hintergrund: Die Bundesligisten sehen die Länderspiel-Abstellungen angesichts stark steigender Covid-19-Infektionszahlen mit Sorge. Besonders problematisch gestalten sich die Quarantäne-Regelungen für die Profis bei ihrer Rückkehr nach Deutschland. „Wenn die Spieler danach fünf bis 14 Tage in Quarantäne müssen und für unser nächstes Punktspiel gesperrt sind, geht das natürlich nicht“, sagte beispielsweise Pellegrino Matarazzo, der Trainer des VfB Stuttgart.

Bundesliga: Situation ist von Standort zu Standort unterschiedlich

Die Situation ist von Bundesliga-Standort zu Bundesliga-Standort unterschiedlich. Zwar hat der Bund eine Musterverordnung zur Quarantäne-Regelung aufgestellt, die Umsetzung ist aber Ländersache. Laut FIFA-Statuten besteht nur im Falle einer anschließenden Quarantäne keine Abstellungspflicht für die Klubs.

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Die Lage ist trotzdem unübersichtlich. Beim 1. FC Köln geht Manager Horst Heldt zum Beispiel anders als sein Kollege Frank Baumann in Bremen davon aus, dass der FC seine Nationalspieler ziehen lassen muss. Bisher gebe es noch Ausnahmeregelungen für Reisen einiger Berufsgruppen in Corona-Risikoländer, zu denen auch Fußball-Profis zählten. „Diese beinhaltet, dass wir die Spieler abstellen müssen“, sagte Heldt.

Land NRW überstimmt das Dortmunder Gesundheitsamt

Im Fall von Borussia Dortmund zeichnet in erster Linie das Dortmunder Gesundheitsamt für die Quarantäne-Regelungen der BVB-Profis verantwortlich, kann allerdings theoretisch vom Land Nordrhein-Westfalen überstimmt werden. So verhielt es sich beispielsweise jüngst beim Champions-League-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg, als die Dortmunder Behörde zunächst Grünes Licht für 300 Zuschauer gab, das Land letzten Endes aber per Erlass des NRW-Innenministeriums einen Riegel vorschob und bestimmte, dass das Spiel gänzlich ohne Zuschauer stattfinden musste.

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