Letzter BVB-Einsatz gegen Bayern? Mario Götze vor trostlosem Abschied

mlzBorussia Dortmund

Mario Götze kam für den BVB zuletzt im Topspiel gegen die Bayern zu einem Kurzeinsatz. Es könnte sein, dass es die letzte Partie des 28-Jährigen für Borussia Dortmund gewesen ist.

Dortmund

, 15.06.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auf den jeweiligen Instagram-Profilen der jungen Familie Götze konnte man eine Menge vom frischen Glück aufschnappen. Bilder der Schwangerschaft, dann die ersten Eindrücke vom neuen Leben zu dritt. Am Sonntag meldete sich Mario Götze mit dem Bild eines frisch gebrühten Kaffees zu Wort. „Very much needed“, schrieb er dazu. Übersetzt also „dringend nötig“, was wohl heißen sollte, dass die kurzen Nächte mit Schlafentzug für frischgebackene Eltern auch vor Fußballern mit Promi-Status nicht Halt machen.

Seinem Beruf ist Götze, 28, seit der Geburt des Nachwuchses am 5. Juni nur noch sporadisch nachgegangen. Beim Spiel gegen die Hertha zwei Tage später genoss er Sonderurlaub, am Samstag beim Spiel in Düsseldorf fehlte er im Aufgebot. Die Begründung: Wegen der Geburt seines ersten Kindes habe Götze die vorgeschriebenen zwei Corona-Testungen vor einem Pflichtspiel nicht absolvieren können.

Götze-Einsatz im BVB-Heimspiel gegen Mainz unwahrscheinlich

Götze, nur noch bis zum 30. Juni offiziell ein Spieler des BVB, droht nun ein ziemlich trostloser Abschied von Borussia Dortmund. Ein noch trostloserer als der, der ihm ohnehin ins Haus gestanden hätte, nachdem die sich über Monate hinziehenden Verhandlungen über eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags ergebnislos abgebrochen wurden. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten ist auch ein Mitwirken Götzes am Mittwoch im Heimspiel gegen Mainz 05 unwahrscheinlich. Ob er für die dann letzten beiden Partien in Leipzig und gegen Hoffenheim in den Kader zurückkehren wird, steht in den Sternen. Möglicherweise war sein Zehn-Minuten-Auftritt gegen die Bayern am 26. Mai das endgültig letzte BVB-Spiel des einst größten Talents, das dieser Verein hervorgebracht hat.

So oder so wird Götze die Borussia zum zweiten Mal ohne Lorbeeren und großen Danksagungen am Schluss verlassen. Als im Frühjahr 2013 unter dubiosen Begleiterscheinungen sein bevorstehender Wechsel zum FC Bayern publik wurde, begann für ihn ein wochenlanges Spießrutenlaufen. Solange er noch das schwarzgelbe Trikot trug, hielten sich die Unmutsbekundungen noch in Grenzen.

Götzes Rückkehr zum BVB bringt nicht den erhofften Schub

Die Sorge war dennoch allgegenwärtig, dass Götze auch persönlich angegangen werden könnte. Am Trainingszentrum zeigten damals regelmäßig auch Polizeikräfte Präsenz. Als er erstmals mit den Bayern nach Dortmund zurückkehrte, musste sich Götze im Kabinengang des Signal Iduna Parks aufwärmen, weil es vor der Kurve zu gefährlich erschien. Nach seiner Einwechslung gab es bei jedem Ballkontakt ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert.

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Götze schoss dennoch ein Tor in diesem Spiel, das erste, das die Bayern auf die Siegerstraße brachte. Kaum zehn Minuten nach seiner Einwechslung. Er feierte es nicht, es war nicht sein wichtigster Treffer, wie man heute weiß. Tore von ihm im Signal Iduna Park gab es allerdings auch nach seiner Rückkehr nicht mehr allzu viele.

Götze kommt beim BVB in der Rückrunde nur zu Kurzeinsätzen

Mario Götze hatte sich verändert. Als Profi in der Öffentlichkeit, als Fußballer auf dem Platz. Beeinflusst von seiner Stoffwechsel-Erkrankung und Trainern, die nicht bedingungslos auf ihn setzten, brachte die Rückkehr zur Borussia nicht den erhofften Schub für seine Karriere. Sie brachte vor allem nicht den alten Mario Götze wieder zum Vorschein.

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Sein dramatischer Stellenwert-Verlust mündete in einer Saison, in der er endgültig nur noch Ergänzungskraft war, in der ihn sein Trainer oft ignorierte, in der andere - wie der junge Giovanni Reyna - besser ins Konzept von Lucien Favre passten und ihm bei Einwechslungen stets vorgezogen wurden. Auf nur 30 Minuten summiert sich Mario Götzes Einsatzzeit nach der Winterpause - verteilt auf nur fünf Pflichtspiele. 17 wären möglich gewesen.

Mario Götze scheint in einer Negativspirale gefangen

Die sich nun anbahnende Art seines zweiten Abschieds passt zu der Negativspirale, in der Mario Götze gefangen scheint. Ende Juni, wenn sein Vertrag dann ausläuft, kann er daraus ausbrechen, dann sollte aber der Beruf wieder deutlich in den Vordergrund rücken. Mit 28 erscheint noch zu viel möglich für einen Spieler mit den Qualitäten, die Götze mitbringt.

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