Loose kehrt nach Dortmund zurück

Dresdens Trainer

Mit dem Flieger reisten die Dresdner am Montag in Dortmund an. Die Einnahmen im DFB-Pokal machen selbst für den finanziell nicht auf Rosen gebetteten Zweitliga-Aufsteiger eine komfortable Anreise möglich.

DRESDEN/DORTMUND

von Von Jürgen Schwarz und Thomas Schulzke

, 24.10.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Dortmunder Ralf Loose feierte ausgiebig den Aufstieg mit Dynamo Dresden in die zweite Bundesliga.

Der Dortmunder Ralf Loose feierte ausgiebig den Aufstieg mit Dynamo Dresden in die zweite Bundesliga.

Matchwinner in Braunschweig war wieder einmal Robert Koch, der beide Treffer markierte. Der 25-Jährige ist bei Dynamo der Mann für die entscheidenden Tore, denn bereits in der Aufstiegsrelegation gegen Osnabrück und beim historischen Pokalsieg in der ersten Runde gegen Vizemeister Bayer Leverkusen (4:3 nach 0:3-Rückstand) hatte er jeweils zwei Tore beigesteuert. In Dortmund feierte Koch vor zwei Jahren sein Profidebüt – beim 0:1 gegen die U23 der Schwarzgelben. „Allerdings im Stadion Rote Erde und vor etwas mehr als 3 000 Leuten”, erinnert sich der Torjäger. „Diesmal kommen wohl allein viermal so viele Fans aus Dresden mit.”

Ein ganz besonderes Spiel wartet im Signal Iduna Park auch auf Cheftrainer Ralf Loose, denn der 48-Jährige kehrt in seine Geburtstadt zurück. Bis 1986 war der ehemalige Nachwuchsauswahl-spieler für die Borussia aktiv und bestritt 120 Bundesligaspiele. Fünf Erstligaserien stand Loose im Dortmunder Kader, zu dem damals auch der heutige Sportdirektor Michael Zorc zählte. Mit Zorc zusammen gewann Loose die Junioren-Weltmeisterschaft. Sie spielten zusammen in der Mannschaft, die als erstes deutsches Team überhaupt diesen Titel errang.

Nach Beendigung seiner Laufbahn (342 Erst- und Zweitligapartien) war er fünf Jahre lang Nationaltrainer von Liechtenstein, wo seine Familie immer noch zu Hause ist. In der Saison 2004/05 führte Loose die Sportfreunde Siegen in die 2. Liga, in Dresden gelang ihm dieses Kunststück sechs Jahre später erneut; obwohl Dynamo bei seinem Amtsantritt im April 2011 schon abgeschlagen schien. In der 2. Liga steht Dynamo aktuell auf Platz zehn, wobei zu den Heimspielen im Schnitt mehr als 27 000 Zuschauer kamen. Loose trainierte schon Dortmunds aktuellen Coach Jürgen Klopp beim FSV Mainz in der Saison 1995/96. Damals war Loose zweiter Mann hinter Chefcoach Horst Franz.

„Horst Franz war damals ein Trainer der alten Schule, der hat einen nicht immer mit Samthandschuhen angefasst. Da waren wir Spieler froh, dass wir Ralf hatten, mit dem konnten wir gut reden“, erinnert sich Klopp und fügt an, „dass Ralf Loose über großes Fachwissen verfügt.“ Personell lässt sich Loose nicht in die Karten schauen. Fakt ist, der 48-Jährige ist immer für eine taktische Überraschung gut. In München spielte er mit einer Fünfer-Abwehrkette, in Braunschweig mit David Solga, Kapitän Cristian Fiél und dem Griechen Giannis Papadopolous auf drei Sechser-Positionen. Eine ähnliche (Defensiv-)Variante dürfte wieder zu erwarten sein.

Im Angriff war zuletzt der bullige und eminent schnelle Mickael Poté aus dem Benin der Alleinunterhalter, auch weil Zlatko Dedic aufgrund eines grippalen Infektes ausfiel. Möglich wäre aber auch, dass der Tscheche Pavel Fort eine Chance als Sturmspitze erhält. Im Mittelfeld könnte Loose auf Marcel Heller zurückgreifen. Der 25-Jährige, der 34 Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt absolvierte, zuletzt aber nur noch Ersatz war, brennt auf seinen Einsatz. 

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