Borussia Dortmund

Marcel Schmelzer über Karriereende: „In mir brennt das Feuer noch gewaltig“

Seine Reha wird Marcel Schmelzer noch beim BVB beenden, dann wird er den Verein nach 16 Jahren verlassen. An ein Karriereende denkt der 33-Jährige aber noch nicht.
Marcel Schmelzer denkt noch nicht an ein Karriereende im Sommer. © imago / Jan Huebner

Anders als sein Teamkollege Lukasz Piszczek ist Marcel Schmelzer am vergangenen Samstag nicht beim BVB verabschiedet worden. Sein Vertrag bei den Schwarzgelben läuft zwar aus, doch als verdienter Spieler darf der 33-Jährige die Reha nach seiner Knie-Operation bei Borussia Dortmund beenden. In der neuen Folge der DAZN-Dokumentation „BVB 09 – Stories who we are“ hat Schmelzer nun Einblicke in seine Zukunftspläne gegeben. Gemeinsam mit seinem Kumpel Piszczek schaut er in der Episode mit dem Titel „Das Ende einer Ära“ zudem auf seine Zeit in Dortmund zurück.

Für Schmelzer kam nie in Frage, den BVB zu verlassen

2005 kam Marcel Schmelzer zu Borussia Dortmund, 2008 wurde er von der U23 zu den Profis hochgezogen. Obwohl er in Magdeburg geboren wurde und zunächst für den 1. FC Magdeburg spielte, identifizierte Schmelzer sich schnell mit Dortmund und den Schwarzgelben. „Die Familie von einem Klassenkameraden hat mir gezeigt, was die Borussia in Dortmund bedeutet. Vom Bruder oder der Schwester bis hin zu Opa und Oma waren alle schwarzgelb verstrahlt. Da habe ich sehr früh schon viel über Borussia Dortmund gelernt“, erzählt der 33-Jährige.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke lobt Schmelzers Verbundenheit. „Das ist unbezahlbar. Die Menschen möchten Leute auf dem Platz stehen haben, die sich auch mit dem Verein identifizieren.“ Für Schmelzer kam nie in Frage, den BVB zu verlassen. „Ich habe jeden Moment sehr geschätzt und jedes Jahr dafür gearbeitet, ein Jahr oder einen Vertrag länger bleiben zu können. Die Angebote, die an meinen Berater kamen, habe ich gar nicht an mich rangelassen. Ich habe mich hier so wohl gefühlt und so viel Spaß gehabt, für diesen Verein zu spielen.“

Schmelzer hätte gerne weiter für den BVB gespielt

Schmelzer macht auch keinen Hehl daraus, dass er gerne weiter für den BVB gespielt hätte. „Plan A war natürlich, nochmal ein Jahr bei Borussia Dortmund zu spielen, gerade da mein letztes Jahr mit der Verletzung so blöd gelaufen ist.“ Seinen Vertrag hat der BVB aber nicht verlängert.

Marcel Schmelzer (M.) in einem seiner letzten Spiele für den BVB. Am 31. Mai 2020 traf er gegen Paderborn.
Marcel Schmelzer (M.) in einem seiner letzten Spiele für den BVB. Am 31. Mai 2020 traf er gegen Paderborn. © dpa © dpa

Dass seine Zeit beim BVB endet, hat Schmelzer noch nicht richtig begriffen. „Es fällt mir schwer daran zu denken, dass es bald wirklich so weit ist – das Ende einer Ära. Es war eine wahnsinnig schöne Zeit. Ich habe viele Freunde gefunden, mit denen ich auch nach der Karriere noch Kontakt haben möchte.“

Ex-BVB-Trainer Klopp hat Schmelzer am meisten beigebracht

An ein Karriereende im Sommer denkt er aber noch nicht. „Plan B ist, da das Feuer in mir noch gewaltig brennt und ich Bock habe, weiter Fußball zu spielen, dass ich das im Ausland mache.“

Marcel Schmelzer (l.) mit Kevin Großkreutz und der Meisterschale nach dem Titelgewinn 2011.
Marcel Schmelzer (l.) mit Kevin Großkreutz und der Meisterschale nach dem Titelgewinn 2011. © dpa © dpa

Gleich mehrere alte Weggefährten melden sich in der Dokumentation zu Wort und grüßen Schmelzer. „Es war ein riesen Fest, mit dir zusammenzuarbeiten“, sagt Jürgen Klopp, den Schmelzer als den Trainer beschreibt, „von dem ich am meisten gelernt habe – sportlich und menschlich. Er ist auch in sehr schwierigen Zeiten für mich da gewesen“.

Schmelzer könnte noch einmal das BVB-Trikot tragen

Auch sein ehemaliger Konkurrent auf der Linksverteidiger-Position, Dede, hat nur warme Worte für ihn übrig. „Du bist ein toller Junge. Bleib der Mensch, der du bist.“ Es sei ihm etwas unangenehm gewesen, dass er Dedes Stammplatz eingenommen und nach der Rückkehr des Brasilianers auch behalten hat, erzählt Schmelzer. „Als er wieder fit wurde, aber ich gespielt habe und er auf der Bank saß, war es für mich ein komisches Gefühl.“

Sebastian Kehl, ein weiterer Ex-Mitspieler und heute Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB, bedauert es, dass Schmelzer ebenso wie Lukasz Piszczek nicht noch einmal vor Fans spielen konnte. „Ich finde das sehr tragisch, dass sie sich nicht vor Zuschauern verabschieden konnten. Wir werden eine Gelegenheit finden, dass sie nochmal vor Zuschauern spielen können und sich gebührend verabschieden können.“ Der BVB plant ein Abschiedsspiel im Sommer 2022 – dann könnte Schmelzer doch noch ein letztes Mal das BVB-Trikot tragen.

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