Marco Reus hat seine WM-Enttäuschung überwunden

BVB-Turbo zündet wieder

Marco Reus war beim Spiel in Augsburg ein guter Beweis dafür, wie wertvoll eine ganze Trainingswoche sein kann. Gegen Leverkusen war der Praxisrückstand nach seiner Fußverletzung unübersehbar, in Augsburg war Reus der Motor des BVB-Spiels. Der Turbo zündet wieder.

DORTMUND

, 01.09.2014, 22:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem Weg zur Topform: Marco Reus.

Auf dem Weg zur Topform: Marco Reus.

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Wie es sich anfühlt, wenn man quasi auf dem Weg zum Flughafen die Reise zur Weltmeisterschaft absagen muss, davon redete Marco Reus in den Wochen nach seiner Rückkehr in den BVB-Kader nicht so gerne. Man weiß, dass er schon auf dem Weg in die Kabine ahnte, dass die WM in Brasilien ohne ihn stattfinden würde, als er beim letzten Test der deutschen Nationalmannschaft gegen Armenien nach einem üblen Foul vom Platz humpelte.

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Die Reha nach dem Anriss der Syndesmose brachte Marco Reus in Rekordzeit hinter sich. Weit vor der prognostizierten Rückkehr stand er wieder auf dem Platz, gegen Leverkusen führte er den BVB erstmals als Kapitän aufs Feld. Dass er sich dort einreihte in die Riege der durchwachsen agierenden Dortmunder – geschenkt. Eine knappe Woche später in Augsburg spielte Reus dann mindestens eine ganze Klasse besser.

Trainer Jürgen Klopp registrierte die deutliche Steigerung mit unverhohlener Genugtuung. „Die 100 Prozent“, meinte er, „die er heute bringen konnte, hat er gebracht.“ So ab der 60. Minute, meinte Klopp, habe man auch bei Reus gemerkt, dass die Kraft nachlässt. „Da ist sicher auch bei ihm noch einiges möglich“, meinte Klopp.

Reus‘ Qualitäten sind unverzichtbar für die Borussia, vor allem auch angesichts der schon wieder großen Personalprobleme kann Klopp auch mit Erleichterung registrieren, dass der Blondschopf zurück zu alter Form findet. Reus selbst freute sich sehr nüchtern. Wie eigentlich immer, denn emotionale Ausbrüche erlebt man bei ihm eher selten. Also gab Reus zum Besten, dass er nach nur zwei Wochen echtem Teamtraining „ganz zufrieden“ sei, und das Wichtigste überhaupt sei ja: „Ich bin beschwerdefrei.“

Reus wird in den kommenden Monaten unter verstärkter Beobachtung stehen. Seine Ausstiegsklausel im Sommer 2015 war schon in diesem Jahr ein großes Gesprächsthema. Er wird sich irgendwann entscheiden müssen, ob die Perspektive, die Borussia Dortmund ihm bieten kann, sich mit seinen Ansprüchen deckt.

Den Willen, einem der Führungsspieler eine echte Perspektive auf Titel zu bieten, hat der BVB nicht zuletzt mit der jüngsten Verpflichtung von Shinji Kagawa dokumentiert. Dass die beiden Positions-Konkurrenten sind, soll Reus im Übrigen überhaupt nicht stören. Dirk Krampe

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