Mario Götze ist weiter im Aufwind. Das BVB-Sorgenkind vom Saisonbeginn ist zum Leistungsträger in der Rückrunde geworden – und präsentiert sich im eigenen Stadion auch torgefährlich.

Dortmund

, 26.02.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Botschaft war klar und sie kam offenbar an. „Mario ist auf dem total richtigen Weg“, sagte Hans-Joachim Watzke am vergangenen Donnerstag, „aber er könnte ein paar Tore mehr schießen.“

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Der BVB-Boss sprach über Mario Götze, der bereits drei Tage zuvor sehr akribisch versucht hatte, Watzkes Wunsch zu erfüllen und den Ball in des Gegners Tor unterzubringen. Sechsmal hatte Götze gegen den 1. FC Nürnberg in Richtung Glubberer-Gehäuse geschossen, einmal war die Kugel vorbeigeflogen, fünfmal hatte Christian Mathenia pariert. Götze hatte trotz des enttäuschenden 0:0 eine gute Leistung gezeigt, aber Götze hatte eben nicht getroffen. Wie immer, wenn Borussia Dortmund auswärts spielt. Götze ist in dieser Saison ein Heimschießer, wenn man das so nennen will.

Götze ist „auf dem total richtigen Weg“

Gegen Bayer Leverkusen jedenfalls, drei Tage nachdem Watzke von Götze „ein paar Tore mehr“ gefordert hatte, saß Götzes erster und einziger Abschluss des Spiels. Sein Schuss von der Strafraumkante schlug unhaltbar unten rechts aus Sicht von Bayer-Schlussmann Lukas Hradecky ein. Dortmund drei. Leverkusen eins. Es war Götzes viertes Tor in dieser Saison. Alle in der Bundesliga, alle im eigenen Stadion – und drei davon in der Rückrunde, der 26 Jahre alte Edeltechniker ist eben „auf dem total richtigen Weg“.

Mario Götze - das BVB-Sorgenkind ist zum Leistungsträger geworden

Ein Schuss, ein Tor, ein Jubel: Mario Götze freut sich über seinen Treffer zum 3:1 gegen Leverkusen – und seine neue Bedeutung für den BVB. © imago

Genau genommen ist Götze schon seit Anfang Oktober auf dem richtigen Weg. Seit seiner Einwechslung gegen den FC Augsburg am 7. Spieltag kam der Mittelfeldspieler, der unter Lucien Favre fast immer im Sturmzentrum spielt, in 23 Pflichtspielen zum Einsatz, fehlte nur zweimal krankheitsbedingt und bekam gegen Club Brügge am vierten Gruppenspieltag der Champions League eine Pause. Zu seinen vier Toren haben sich auch noch vier Vorlagen gesellt. Götze ist im Laufe der Saison wieder wertvoll für Borussia Dortmund geworden.

Katastrophaler Saisonstart abgehakt

Bis es soweit war, hat es ein bisschen gedauert. Der Saisonstart verlief für Götze katastrophal. Nach einem schwachen Spiel im Pokal bei Greuther Fürth saß Götze in der Liga erst dreimal auf der Bank und stand dann dreimal gar nicht im Kader.

Er und Favre hätten „eine gewisse Anlaufzeit gebraucht“, sagte Götze jüngst im Interview mit DAZN. „Am Anfang war es ein bisschen schwieriger. Natürlich musste ich mich erst an seine Idee, seine Philosophie gewöhnen, an das, was er fordert. Ich habe versucht, ihm zu zeigen, dass ich das kann und dass ich das auch möchte.“ Zum Ende habe sich das auch in seinen Einsatzzeiten widergespiegelt. „Wenn man die ganze Hinrunde betrachtet, ist es positiv für mich zu bewerten.“

„Mario bekommt die Leichtigkeit zurück. Er ist wieder explosiver geworden und traut sich wieder zu, ins Dribbling zu gehen.“
Hans-Joachim Watzke

Auch die Entwicklung seit der Winterpause ist positiv zu bewerten. Vier seiner acht Scorerpunkte hat Götze seit dem Jahreswechsel gesammelt. Watzke sagt: „Mario bekommt die Leichtigkeit zurück. Er ist wieder explosiver geworden und traut sich wieder zu, ins Dribbling zu gehen.“ Götze selbst sagt: „Ich kann der Mannschaft einen gewissen Wert geben und glaube, dass der Trainer diesen Wert auch schätzt.“

Nur Witsel und Weigl laufen mehr

Gegen Leverkusen am Sonntagabend war Götze nicht nur wegen seines Tores wertvoll. Bis zu seiner Auswechslung nach 83 Minuten war der gebürtige Memminger der laufstärkste Borusse, lief, dieses Mal auf der Zehnerposition als Ersatz für Marco Reus eingesetzt, 11,8 Kilometer. Nur Axel Witsel (11,9) und Julian Weigl (12,1) spulten mehr Kilometer ab, gingen aber auch über die komplette Distanz.

Zwei, die nie an Götze gezweifelt haben, sind Reus und sein einstiger Förderer Jürgen Klopp. „Mario bleibt Mario, er ist immer noch ein überragender Fußballer“, sagte Reus im vergangenen September, als es überhaupt nicht gut um seinen Kumpel bestellt war. Und Klopp erklärte kürzlich: Jetzt ist er da und kann wieder voll angreifen.“ Bestimmt auch auswärts.

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