Götze: Jeder hat seinen Wert! - nur die Meinungen dazu gehen auseinander

BVB-Vertragsgespräche

Mario Götzes Vertrag beim BVB endet in einem Jahr. Dann könnte er den Klub ablösefrei verlassen. Nächste Woche wird verhandelt. Nach den ersten Sondierungen gibt es noch große Differenzen.

Dortmund

, 01.08.2019, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Götze: Jeder hat seinen Wert! - nur die Meinungen dazu gehen auseinander

Mario Götzes Vertrag beim BVB läuft im kommenden Sommer aus. © Guido Kirchner

Mario Götzes Vertrag beim BVB läuft im kommenden Sommer aus. Jetzt ist die Zeit für Entscheidungen über die Zukunft. Der 27-Jährige geht dennoch „relativ entspannt“ in die neue Saison. Im Interview mit DAZN, das ebenfalls wie spox.com und goal.com zur Perform Group gehört, erklärt Götze: „Wenn man die vergangene Saison sieht, ist alles sehr positiv gelaufen. Wenn wir jetzt noch um Titel mitspielen können, steht dem Ganzen auch nichts im Wege. Aber momentan zählen für mich andere Dinge und ich habe ja noch ein Jahr Vertrag, weshalb ich da entspannt bin.“

Watzke kündigt Gespräche nach dem Trainingslager an

Der BVB würde den Kontrakt mit Götze auch gerne verlängern, allerdings nicht um jeden Preis. „Wir werden nach dem Trainingslager miteinander sprechen. Dann schauen wir in Ruhe, ob beide Seiten weiter zusammenarbeiten möchten. Wir sind dazu bereit“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in einem Interview am Donnerstag.

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Allerdings: Die Gespräche zwischen Götze und dem BVB ziehen sich schon seit einiger Zeit hin, das Problem: Die unterschiedliche Einschätzung von Götzes Wert für den BVB. Götze zählt momentant zu den Topverdienern, sein Gehalt liegt wie bei Marco Reus und Mats Hummels im zweistelligen Millionenbereich.

Götze nicht unverzichtbar - anders als Reus und Hummels

Auch aus Gründen der Gehaltshygiene ist eine solche Summe für die BVB-Bosse nicht mehr vertretbar. Die Botschaft: Götze ist nicht so unverzichtbar wie Reus oder Hummels. Bei einer Vertragsverlängerung müsste er folglich Gehaltseinbußen hinnehmen, der BVB soll bereit sein, sieben bis acht Millionen Euro jährlich zu zahlen.

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Götze hingegen glaubt, das hat er im Interview mit DAZN klargestellt, dass sich sein Marktwert aufgrund der guten Leistungen in der vergangenen Saison sogar erhöht habe. „Jeder hat seinen Wert, der Verein muss im Endeffekt entscheiden.“

Wechsel ins Ausland „natürlich ein Thema“

Gedanken über einen möglichen Wechsel ins Ausland hat Götze erneut untermauert. „Es ist natürlich ein Thema“, sagt er. Schließlich gehe er schon in seine zehnte Bundesliga-Saison. „Im Fußball kann alles passieren, aber es ist nicht so, dass ich mir generell Gedanken gemacht habe, wo ich unbedingt mal spielen möchte. Stand jetzt habe ich noch ein Jahr Vertrag in Dortmund und fühle mich in der Bundesliga wohl. Sonst hätte ich hier nicht schon so lange gespielt.“

„Ich bin mir sicher, dass kaum ein Klub einem Spieler mehr Wertschätzung entgegengebracht hat als wir Mario Götze in seiner schwierigen Zeit.“
Hans-Joachim Watzke

Und das ist das zweite Problem in den Verhandlungen mit dem BVB. Während Götze offenbar mehr Wertschätzung im Sinne von mehr oder zumindest nicht weniger Gehalt erwartet, würde sich der BVB sicherlich auch über ein wenig gelebte Dankbarkeit freuen.

„Ich bin mir sicher, dass kaum ein Klub einem Spieler mehr Wertschätzung entgegengebracht hat als wir Mario Götze in seiner schwierigen Zeit“, sagt Watzke. Götze sei ein Spieler, der beim BVB immer eine große Wertschätzung genieße. „Aber am Ende des Tages müssen beide Seiten mit einem Verhandlungsergebnis zufrieden sein.“ Und davon scheinen beide Partein momentan noch weit entfernt.

Was passiert ohne Einigung?

Ob es bei einer ausbleibenden Einigung zu einer Trennung noch in diesem Sommer kommen müsse, wollte Watzke nicht kommentieren. „Über Optionen brauchen wir hier nicht zu diskutieren. In Gespräche gehen wir in der Regel offen. Und jede mediale Aussage von mir im Vorfeld hätte automatisch eine Wirkung auf anstehende Verhandlungen.“

Direkte Gespräche zwischen den Parteien werden sicher hilfreicher sein als Einlassungen in Interviews. Für genug Aufregung sorgt die immer kontrovers diskutierte Personalie Götze auch so.

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