Marwin Hitz über seine Rolle beim BVB: Man hat immer die Hoffnung, dass man Spiele bekommt

mlz19:09 - der schwarzgelbe Talk

Auf Marwin Hitz ist beim BVB Verlass - er ist als Ersatztorwart immer da, wenn er gebraucht wird. Im 19:09-Talk hat er verraten, was er von der Rollenverteilung mit Roman Bürki hält.

Dortmund

, 06.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn Marwin Hitz den Fußballplatz betritt, sich im Signal Iduna Park ins Tor vor die Südtribüne stellt und im Spiel die Angriffe der gegnerischen Mannschaft erwartet, strahlt die Nummer zwei des BVB eine enorme innere Ruhe und Gelassenheit aus. Es scheint, als könne ihn rein gar nichts nervös machen.

Die Gelassenheit sei ihm ein wenig in die Wiege gelegt, sagt Hitz selbst. „Es ist sicher so, dass man das Gen haben muss. Torhüter scheitern auch an der mentalen Stärke“, sagt der Schweizer bei 19:09 - der schwarzgelbe Talk. „Es gibt viele Torhüter, die im Training Leistung bringen - Tag für Tag - aber es beim Spiel dann nicht auf den Punkt bringen.“

„Die Entscheidung im ersten Jahr war viel einfacher zu verstehen“

Bei Hitz ist das anders. Vielleicht auch, weil er sich schon früh beweisen musste, nicht den geraden Weg gehen konnte, seine Kritiker Lügen strafen musste. Im Alter von 20 Jahren verließ er die Schweiz, ging von der U21 des FC St. Gallen zum VfL Wolfsburg, zu Trainer Felix Magath. Dieser Schritt sei für ihn ein „Riesen-Glück“ gewesen“, sagt Hitz. „Weil man mir das in der Schweiz nicht zugetraut hat, musste ich über Felix Magath einen Umweg gehen, das hat meine Karriere schon auch gerettet.“

Marwin Hitz über seine Rolle beim BVB: Man hat immer die Hoffnung, dass man Spiele bekommt

Marwin Hitz bei 19:09 - der schwarzgelbe Talk. © David Inderlied

Fünf Jahre blieb Hitz in Wolfsburg, danach erarbeitet er sich beim FC Augsburg einen guten Ruf in der Bundesliga. Und pflegt diesen nun auch bei Borussia Dortmund

Elf Pflichtspiele bestritt er bisher im schwarzgelben Trikot, kein einziges wurde verloren. Trotzdem ist der 32-Jährige nur die Nummer zwei beim BVB. Eine Rolle, die er akzeptiert - ohne jedoch den Ehrgeiz zu verlieren, vielleicht irgendwann doch Stammtorhüter in Dortmund zu sein.

„Es ist sicher schwer, ich wusste, als ich hierher kam, dass es für mich ein großer Schritt ist, dass ich mich weiterentwickeln möchte. Ich wusste, dass es im ersten Jahr sehr schwer wird“, sagt Hitz zu seiner Rolle.

Doch das erste Jahr ist vorbei, mittlerweile ist er längst im Ruhrgebiet angekommen, hat, wie er selbst sagt, viel an sich gearbeitet, sich in vielen Bereichen verbessert. Trotzdem bleibt er im Wartestand, steht in der Torhüter-Hierarchie klar hinter Roman Bürki. „Die Entscheidung im ersten Jahr war viel einfacher zu verstehen als jetzt in diesem Sommer. Das bringt einen natürlich auch oft zum Nachdenken, wenn man viel arbeitet. Aber es ist ein Job, es gehört dazu. Ich wusste, dass es schwer wird und ich werde weiterarbeiten.“

Marwin Hitz steht zu 100 Prozent hinter seinem Wechsel zum BVB

Der Glaube, irgendwann doch Stammtorhüter zu sein, ist es, der seine Motivation hochhält. „Man hat immer wieder die Hoffnung, dass man Spiele bekommen wird durch gute Leistungen im Training. Das ist der Beruf, es ist eine gewisse Einstellung, die man mitbringen muss. Daran scheitern auch viele Sportler.“

Dass er Stand jetzt der Ersatztorhüter ist, sei ihm bewusst. „Aber trotzdem muss man daran glauben - wenn man sich verbessert - dass man irgendwann vielleicht die Nummer eins ist. Und das gibt mir auch Kraft oder Motivation.“

Marwin Hitz über seine Rolle beim BVB: Man hat immer die Hoffnung, dass man Spiele bekommt

© Guido Kirchner

Den Wechsel vom FC Augsburg zum BVB bereut Hitz keinesfalls. Es hätte die Möglichkeit gegeben, zu einem Verein zu wechseln, bei dem er Stammtorwart gewesen wäre. Er sei sich aber zu 100 Prozent sicher, dass es die richtige Entscheidung war. „Weil ich auch merke, dass ich mich nochmal verbessert habe, was in meinem Alter auch viele nicht wollen und viele nicht mehr schaffen.“

Marwin Hitz glaubt weiterhin an die Titelchancen des BVB

Und weil man beim BVB mehr Spiele gewinnen könne als zum Beispiel mit dem FC Augsburg. Etwas, was Hitz anstrebt - auch, um Titelchancen aufrecht zu erhalten. „Die Chancen sind immer noch da“, betont Hitz und hofft auf einen umgekehrten Saisonverlauf im Vergleich zur vergangenen Saison. Da sei alles immer schön und erfolgreich gewesen, bis zu den letzten drei, vier Spielen. „Vielleicht ist es dieses Jahr andersrum, dass wir mehr Probleme haben, dass es schlechter läuft am Anfang und dass wir dann von hinten kommen.“

Bis dahin wird Marwin Hitz weiterarbeiten, im Training und auch in den Spielen, wenn er gebraucht wird. Sollte es dazu kommen, kann sich seine Mannschaft auf ihn verlassen. Denn Torwarttrainer Matthias Kleinsteiber bestätigt: „Marwin ist immer tiefenentspannt. Er hat die totale Ruhe, ist aber sofort da, wenn er gebraucht wird.“

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