Massive Gewalt von Dynamo-Fans gegen die Polizei

BVB gegen Dresden

Das DFB-Pokalspiel des BVB gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden wird von gewalttätigen Auseinandersetzungen von Dynamo-Fans mit der Polizei überschattet. Weil einige der Dynamo-Fans als gewalttätig bekannt sind, gilt für die Polizei höchste Sicherheitsstufe. Es gab massive Ausschreitungen.

DORTMUND

25.10.2011, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einsatzleiter Peter Andres und Polizeispecher Kim Ben Freigang spechen von "massiver Gewalt" gegen Einsatzkräfte der Polizei. In dieser Dimension sei dies noch nie vorgekommen. Polizisten sind vor dem Stadion gezielt mit Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen worden. 

Auch der Verkehr rund ums Stadion bereitet Probleme. Auf den Zufahrtsstraßen kommt es zu langen Staus. Ein Grund ist, dass die Ardeystraße wegen des Anmarsches der Dresden-Fans zeitweise von der Polizei gesperrt wurde. Aber auch die Wittekindstraße ist nach Angaben von Augenzeugen dicht.

Inzwischen ist der harte Kern der Dynamo-Fans am Stadion angekommen. Ein Teil der als gewalttätig bekannten Anhänger hatte zuvor beim Weg vom Parkplatz am Eintracht-Sportzentrum zur Strobelallee versucht, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei war es auch zu Flaschen- und Böllerwürfen gekommen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Die Lage sei aber unter Kontrolle, so ein Polizeisprecher.

Trotz Böller- und Flaschenwürfen: die überwiegende Mehrheit der Dresden-Fans zieht friedlich zum Stadion. "Die sind sehr laut und machen gut Stimmung", berichtet unser Reporter vor Ort. Die BVB-Fans müssen sich also heute Abend ins Zeug legen.

Die Polizei führt derzeit mehrere tausend Dresdner Fans vom Parkplatz E3 quer über die Ardeystraße zum Signal Iduna Park. Immer wieder werfen Fans Chinaböller in die Menge und zünden "Bengalos". Vereinzelt fliegen Flaschen in Richtung der Polizeibeamten. Die Stimmung ist laut, zu größeren Ausschreitungen kommt es bisher aber nicht.

Inzwischen treffen auf dem Parkplatz zwischen Stadion und Westfalenpark immer mehr Dresden-Fans ein. Die Stimmung ist aber auch hier friedlich. Zur Versorgung der Fußball-Anhänger gibt es hier Getränkestände und Stände mit Fan-Artikeln. Hoch im Kurs ist das schwarz-gelbe T-Shirt mit der Aufschrift "Europa wir kommen", mit dem die Dresdner ihren Anspruch unterstreichen, ins Pokalfinale einziehen zu wollen. Immerhin hatten sie in der letzten Pokalrunde den Bundesligisten Bayer Leverkusen ausgeschaltet.

Noch herrscht weitgehend Ruhe in der Stadt, meldet unser Reporter. Auf dem Friedensplatz sind gut zwei Dutzend Polizei-Mannschaftswagen aufgefahren. Doch die Beamten sind vor dem Rathaus noch unter sich. Auch in den Straßen der Innenstadt fährt die Polizei verstärkt Streife. Zwei geplante Fan-Märsche von Ultra-Gruppen aus Dresden und Dortmund waren zuvor abgesagt worden. Die Polizei hatte deutlich gemacht, dass sie keine Aufmärsche von Fan-Gruppen in der Stadt dulden werde. Die Dresden-Fans treffen sich nun wie empfohlen am Nachmittag auf dem Parkplatz vor dem Eintracht-Sportzentrum, um später gemeinsam zum Stadion zu ziehen. Vereinzelt sind kleinere Fan-Gruppen in Schwarz-Gelb in der City unterwegs. Wobei auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden ist, ob es sich um Dortmund- oder Dresden-Fans handelt. Denn Dynamo wie BVB tragen traditionell die gleichen Farben. Für das Spiel im Signal Iduna Park wurden 72.000 Karten verkauft. Aus Dresden werden rund 10.000 Fans erwartet. Anpfiff ist um 20.30 Uhr. Die Partie wird live im ZDF übertragen.

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