Bilanzpressekonferenz

Massiver Verlust für den BVB: Watzke nimmt Politik in die Pflicht – Lob für Rose

Borussia Dortmund fährt im Geschäftsjahr 20/21 einen massiven Verlust ein. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nimmt die Politik in die Pflicht - und lobt Trainer Marco Rose in den höchsten Tönen.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bleibt trotz eines Millionen-Verlusts optimistisch. © BVB / Alexandre Simoes

Die Fakten zum Geschäftsjahr 2020/2021: Die Umsatzerlöse (ohne Transfers) sanken um 9,7 Prozent von 370,2 auf 334,2 Millionen Euro, der Verlust beläuft sich auf 72,8 Millionen Euro. Bereits im Mai hatte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA einen zu erwartenden Verlust von 75 Millionen Euro kommuniziert. „Das ist schon eine herausfordernde Geschichte. Das Jahr war komplett von Corona beeinflusst. Es ist daher ein gutes Ergebnis und zeigt die Stärke von Borussia Dortmund. Wir sind von 75 Millionen Euro Verlust ausgegangen. Jetzt ist es ein Schnaps weniger“, erklärte Hans-Joachim Watzke.

BVB-Boss Watzke: „Die komplette Saison ist durchfinanziert“

Der BVB-Geschäftsführer bezeichnete die Corona-Pandemie dennoch als „spannende Aufgabe“. Diese gehe man „mit vollem Elan an“. Trotz des massiven Verlusts sei die finanzielle Situation des Vereins stabil: „Die komplette Saison ist durchfinanziert. Das bedachtere System bei Borussia Dortmund hat sich bezahlt gemacht. Wir haben mit der Transferpolitik zusätzliche Liquidität geschaffen – ein Lob an Michael Zorc. Wir haben einen Puffer. Und den brauchen wir auch, weil wir nicht genau wissen, wie es weitergeht“, sagte Watzke. Ein weiterer Gehaltsverzicht sei derzeit nicht geplant.

Einen Tag vor der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin stellte der 62-Jährige eine klare Forderung an die Politik: „Jetzt ist die Zeit gekommen, mutige Entscheidungen zu treffen und man nicht alles damit lösen kann, den Laden abzuschließen. Irgendwann muss es auch weitergehen. Ich erwarte Entscheidungen, die uns mittelfristig Perspektiven geben. Weg vom Thema Inzidenz. Wir haben einen Impfstatus, der nicht befriedigend ist, aber wir haben eine komplett andere Situation als im letzten Jahr.“ Der BVB setze als Hausherr des Signal Iduna Parks künftig auf den Status geimpft oder genesen.

Watzke: „Marco Marco passt für den BVB wie Faust aufs Auge“

Impfen sei der Schlüssel, um der Pandemie zu entkommen. „Wir werden immer wieder Angebote schaffen. Dann haben wir immer mehr Handlungsoptionen“, so Watzke. „Auch mit 20.000 oder 25.000 Zuschauern fehlen uns zwei Millionen Euro pro Heimspiel. Unser Anspruch ist es, wieder schwarze Zahlen zu schreiben.“

Ein großes Lob verteilte Watzke an den neuen Cheftrainer Marco Rose: „Wir sind gerüstet für diese Saison, ambitioniert sind wir ohnehin. Mit Marco Rose und seinem Team haben wir ein sehr gutes Gefühl. Marco passt zu Borussia Dortmund wie Faust aufs Auge. Wir gehen mit verhaltenem Optimismus in die Saison. Der Auftritt in Wiesbaden hat mir sehr gut gefallen. Die Vorbereitung war teilweise grotesk. Personell wird es in den nächsten ein, zwei Wochen schwierig bleiben.“ In der Meisterschaft wolle man sich verbessern. „Der dritte Platz ist nicht der Anspruch von Borussia Dortmund. Im Pokal waren wir in der vergangenen Saison nah am Optimum“, sagte Watzke. Weitere Neuzugänge werde es nur geben, wenn bis Ende August noch Spieler des aktuellen Kaders abgegeben würden.

Unser Live-Ticker der Bilanzpressekonferenz:

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.