BVB-Abwehrchef Mats Hummels ist nach der Hinrunde der zweitstärkste Verteidiger der Liga. © Jan Huebner/Pool
Borussia Dortmund

Mats Hummels liefert Top-Werte – aber es gibt eine defensive BVB-Problemzone

Tabellenplatz vier, zehn Zähler hinter der Spitze, sechs Niederlagen – hinter dem BVB liegt eine mäßige Bundesliga-Hinrunde. Ein tieferer Blick in die Statistik liefert spannende Zahlen.

Gerade Mats Hummels ragt in einigen Kategorien der ligaweiten Hinrunden-Statistik heraus. Borussias Abwehrchef gewann 68 Prozent seiner Zweikämpfe und ist damit der zweistärkste Verteidiger der Liga. Vor allem dank Hummels entscheidet kein anderes Team im Oberhaus so viele Defensiv-Kopfball-Duelle für sich wie der BVB (68 Prozent). Liga-Rang drei: Emre Can mit 67 Prozent. Und: Hummels macht innen dicht: Nur acht Gegentore durch die Mitte – so sicher steht an dieser Stelle nur Dortmund.

Der BVB hat torgefährliche Abwehrspieler

Dazu kommt die offensive Qualität von Hummels und Co. Borussias Abwehrspieler sind an 17 Treffern beteiligt – Raphael Guerreiro allein legte gleich sieben Tore auf und findet sich damit sogar ligaweit auf dem geteilten dritten Rang.

Die beste defensive Phase des BVB ist die erste halbe Stunde eines Spiels. Nur fünf Gegentore gab es binnen Minute eins und 30, nur zwei Klubs sind hier noch wacher. Allerdings liegt vor der Pause auch eine der größten Schwächen des Dortmunder Spiels in der Hinrunde: Der eigene Angriff zündet in dieser Phase nicht. Nur Augsburg (0) schießt in der ersten halben Stunde weniger Tore als der BVB (1). 28 der 33 eigenen Treffer gelangen der Borussia in Halbzeit zwei.

Das Top-Team stellt Dortmund in puncto Ballsicherheit (nur 13 Prozent Fehlpässe) und Ballbesitz (60 Prozent). Vor allem Axel Witsel ist an diesen Werten entscheidend beteiligt, der Belgier bringt 94 Prozent seiner Pässe sicher zu einem Mitspieler.

Borussia Dortmund und der Haaland-Faktor

Und da wäre noch der Haaland-Faktor, der sich auch in der Hinrunden-Statistik deutlich niederschlägt. Es sind nicht nur die zwölf Saisontreffer des Norwegers. Der BVB traf bereits neunmal nach Steilpässen, zumeist auf Vollstrecker Haaland – kein anderer Bundesligist nutzt dieses Stilmittel so konsequent.

Dass Dortmund jedoch derzeit hinter seinen eigenen Ansprüchen in der Tabelle her hinkt, dokumentieren etliche andere Kategorien. Der BVB flankt sehr selten (nur 15. im Bundesliga-Ranking), nutzt eigene Standards kaum für zählbaren Erfolg (12.), verwertet nur schwache 47 Prozent seiner Großchancen. Zudem ist die Trefferquote der Dortmunder Mittelfeldspieler nur mäßig (14.), der BVB kassierte bereits fünf Weitschuss-Gegentore (17.) und nach Ballverlusten der Borussia durfte der Gegner bereits achtmal einnetzen.

BVB sieht nicht gut aus bei gegnerischen Standards

Und nicht zu vergessen: Ebenfalls satte achtmal landete nach einem generischen Standard der Ball im Dortmunder Tor. Für alle, die künftig mitzählen wollen: Im Schnitt reichten BVB-Gegnern in der Hinrunde 15 Ecken für einen Treffer. Gegen Arminia Bielefeld muss man das – statistisch betrachtet – 110-mal probieren. Anfällig zeigte sich das Dortmunder Defensivgerüst jedoch nicht nur nach Eckstößen. Auch die rechte Abwehrseite bereitet große Sorgen, über sie entstanden neun Gegentreffer. Nur zwei Bundesligisten verteidigten hier noch schwächer.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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