Mats Hummels - Der natürliche Führungsspieler gibt beim BVB die Richtung vor

mlzBVB-Spielercheck

Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Mats Hummels. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Warum Hummels bei der Borussia die Richtung vorgibt.

Dortmund

, 12.08.2019 / Lesedauer: 4 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.

Anzeige




Was zeichnet Mats Hummels aus?

Liverpools Trainer Jürgen Klopp bezeichnet Mats Hummels als „natürlichen Führungsspieler“, Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc sieht in ihm den „besten deutschen Innenverteidiger“, Marco Reus nennt ihn einen „Qualitätsspieler“. Der 30 Jahre alte BVB-Rückkehrer startet mit ordentlich Vorschusslorbeer im Gepäck in sein zweites Abenteuer in Schwarz und Gelb. Es ist viel über Hummels gesagt und geschrieben worden, seitdem er zurück bei Borussia Dortmund ist. Er selbst hat lange geschwiegen, sich eine Woche vor dem Saisonstart aber erstmals ausführlich öffentlich erklärt.

Im Interview mit dem „Kicker“ spricht Hummels über seine Ziele mit dem BVB - und dabei wird deutlich, dass er von seinem Ehrgeiz, der ihn intern auch mal ungemütlich werden lassen kann und schon immer werden lassen konnte, nichts verloren hat. „Ich will jedes Trainingsspiel gewinnen“, sagt Hummels, der nicht nur auf nationaler Ebene Ausrufezeichen mit Borussia Dortmund setzen will. „Ich sage gewiss nicht: Wenn wir in der Champions League das Achtelfinale erreichen, sollten wir zufrieden sein. Mit unserer Mannschaft müssen wir uns auch in diesem Wettbewerb große Ziele setzen - ohne dass wir zu den Topfavoriten auf den Titel zählen.“

Es ist durchaus auch dieses Anspruchsdenken, dass die BVB-Verantwortlichen im Frühling von der Idee begeistert hat, Hummels zurück ins Ruhrgebiet zu lotsen. Hummels kann, soll und wird der neue Abwehrchef werden. Er soll der Mannschaft zusätzliche Stabilität und Widerstandsfähigkeit geben, gerade auch in unruhigen Zeiten. Er selbst sagt, es werde darauf ankommen, Spannung und Konstanz über neun Monate hochzuhalten. „Es ist eine Kunst, immer konzentriert und fokussiert zu sein.“

Der Innenverteidiger und Weltmeister von 2014 hat 300 Bundesligaspiele und 70 Länderspiele in seiner Vita stehen. Auch diese Erfahrung soll helfen. Und Hummels gibt die Richtung vor: „Wichtig ist, was ich von mir selbst und von jedem Mitspieler erwarte: auf dem Platz alles für die Mannschaft zu geben. Das versuche ich zu leben und entsprechend voranzugehen. Ich bin nicht der Meinung, dass es reicht, in der Woche Däumchen zu drehen und samstags um 15.30 Uhr den Schalter umzulegen.“

Es wird lauter werden in der BVB-Kabine durch Hummels, es wird kontroverser werden, es wird auch mal deutlicher werden. Doch die Verantwortlichen wussten genau, was sie bekommen, wenn sie Hummels verpflichten - und sie wollten es genau so. „Er ist nicht immer pflegeleicht“, sagt Klopp, der dem BVB ausdrücklich zur geglückten Rückholaktion gratuliert, „aber was ich so an Mats schätze ist, dass es ihm immer um den Erfolg der Mannschaft geht.“


Wie lief die Vorbereitung?

Hummels ist ohne größere Blessuren durch die Saisonvorbereitung gekommen und ist seit Tag eins dabei. Die Testspiele vermittelten schon einen ganz guten Eindruck davon, wie sehr der BVB von Hummels profitieren kann. Hummels‘ Außenrist funktioniert noch, er spielt Pässe aus der Viererkette in die Spitze, die Abwehrspieler für gewöhnlich nicht spielen. Dazu ist er sehr präsent in der Luft, abgeklärt im Zweikampf und macht fehlendes Tempo durch geschultes Auge und gutes Stellungsspiel wett. Hummels sucht im eigenen Ballbesitz fast immer die spielerische Lösung. Das ist nicht ohne Risiko, aber es ist wahrlich nicht sein Ding, die Kugel einfach hoch und weit nach vorne zu schießen.

Mats Hummels - Der natürliche Führungsspieler gibt beim BVB die Richtung vor

Hat meistens die Lufthoheit inne: Mats Hummels. © Guido Kirchner

Die ersten Feuertaufen stehen für Hummels freilich noch aus. Den Supercup gegen seinen Ex-Klub Bayern München verpasste er, weil der Muskel zwickte. Im DFB-Pokal gegen den KFC Uerdingen war er wenig gefordert, leistete sich allerdings trotzdem zwei Fahrlässigkeiten, die den Underdog beinahe in Führung gebracht hätten. Hummels wirkte bei seinem Pflichtspiel-Comeback für den BVB fast ein bisschen nervös. Er ist jedenfalls intelligent genug, um zu wissen, dass er einen guten und fehlerfreien Neustart in Dortmund benötigt, um auch die letzten Zweifler, die von der Rückholaktion noch nicht vollends überzeugt sind, verstummen zu lassen. Ab Samstag, wenn der FC Augsburg um 15.30 Uhr im Signal Iduna Park gastiert, wird es ernst - und Hummels wirkt nach einer insgesamt guten Vorbereitung bereit, um seine noch immer außergewöhnliche Klasse unter Beweis zu stellen.

Mehr zum Spieler

MATS HUMMELS

Wir haben alle Berichte, Fotos und Videos auf unserer Homepage rund um Mats Hummels für Sie gesammelt.


Wie ist die sportliche Perspektive für die neue Saison?

Hummels ist der neue, alte Abwehrchef bei Borussia Dortmund und wird, so oft es sein Körper zulässt, die Position des linken Innenverteidigers bekleiden. An seiner Seite im Abwehrzentrum wird, Verletzungssorgen mal ausgeklammert, Manuel Akanji verteidigen. Hummels soll die Viererkette führen, für mehr Lufthoheit als in der vergangenen Saison sorgen und die Zahl der Gegentore im Kampf um die Meisterschaft entscheidend reduzieren.

Kurz: Hummels soll der Mosaikstein sein, der in der vergangenen Saison gefehlt hat. Die Erwartungshaltung an den früheren BVB-Kapitän ist riesig, die der Fans, aber auch die der Verantwortlichen. Hummels ist mit über 30 Millionen Euro nicht ohne Grund der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte. Der Rucksack, mit dem er in die Saison startet, ist prall gefüllt, aber Hummels scheint erfahren genug und gut vorbereitet, um ihn zu schultern.

Lesen Sie jetzt