Münchener BVB-Kneipe muss schließen

Clemensburg in Schwabing

Für Fans von Borussia Dortmund in München gibt es bald eine Adresse weniger: Die BVB-Kneipe Clemensburg in Schwabing muss schließen, weil es dort zu laut sein soll. Doch die beiden Pächterinnen wollen noch nicht aufgeben.

DORTMUND/MÜNCHEN

, 13.03.2015, 02:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Clemensburg, das ist so eine urige Kneipe, die es seit Urzeiten gibt. Einfache Holzmöbel. BVB-Logos an den Wänden. Bierchen. Fußball, wann immer schwarzgelb beteiligt ist. „Die Clemensburg ist eine der wenigen Kneipen in Schwabing, aus der keine Lounge oder Hip-Bar geworden ist“, sagt Betreiberin Barbara Jakisch. Aber, und das ist das Problem, die Kneipe liegt mitten in einem Wohnviertel. Und Fußballfans sind nicht gerade leise. Vor allem nicht, wenn sie – aufgrund des Rauchverbots – draußen, vor der Tür eine rauchen gehe.

Schluss mit BVB in Schwabing

Die Baugenossenschaft München-Schwabing, Inhaberin des Gebäudekomplexes, der 1909 errichtet worden ist, erreichen immer wieder Beschwerden von Anwohnern. Deshalb möchte sie den auslaufenden Pachtvertrag nicht verlängern, stattdessen in den Kneipen-Räumen ihr Genossenschaftsbüro einrichten. So erklärte sie es den beiden Pächterinnen. Am 30. Juni 2015 soll Schluss sein mit der Clemensburg, mit BVB in Schwabing.

Barbara Jakisch und ihre Geschäftspartnerin Sonja Pintaric arbeiten schon seit dern 80er-Jahren in der Clemensburg. Vor fünf Jahren gab es einen Pächterwechsel, die Frauen übernahmen. Der Vorbesitzer, ein Gelsenkirchener, zeigte die Spiele von Schalke 04. Doch dann klopfte der Fanclub Münchner Borussen bei den neuen Besitzerinnen an. „Und Dortmund ist ein cooler Verein, Klopp ein cooler Trainer“, sagt Jakisch. Seitdem ist die Clemensburg BVB-Kneipe.

150 Fans fiebern mit

Der Fanclub musste bald wieder gehen. „Das waren tolle Leute, aber sie waren furchtbar laut“, sagt Jakisch. Das Publikum heute sei wunderbar, die Stimmung bei Borussia-Spiele leiser, aber gut. „Wir haben bei Spielen immer volle Hütte“, sagt Jakisch. Bei Champions-League-Spielen müsse sie sogar den Einlass regulieren. Bis zu 150 Fußball-Fans fiebern dann in Schwabing mit dem BVB. 

Trotz allem: Die Genossenschaft, die für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, habe wenig Hoffnung auf einen Verbleib der Clemensburg gemacht, sagt Jakisch. Um die Kneipe zu retten, haben die Besitzerinnen nun eine Online-Petition gestartet. Knapp 1200 Unterstützer gibt es schon. Sollte die Clemensburg schließen müssen, gibt es nicht viele Alternativen: Die Münchner Borussen schauen ihre Spiele mittlerweile in der Alten Raffinerie, einer Event-Location in einem Gewerbegebiet. 

 

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