Nach Fan-Unruhen in der Alten Försterei: Der DFB bittet den BVB zur Kasse

Borussia Dortmund

Der DFB verhängt eine Geldstrafe gegen den BVB. Der Grund ist Pyrotechnik während des Spiels bei Union Berlin, bei dem auch ein Polizeieinsatz im Gästeblock für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Dortmund

, 02.12.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Fan-Unruhen in der Alten Försterei: Der DFB bittet den BVB zur Kasse

Zwei Mal musste die Partie bei Union Berlin unterbrochen werden, nun verhängt der DFB eine Geldstrafe gegen den BVB. © picture alliance/dpa

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Borussia Dortmund wegen eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger, so heißt es in der offiziellen Mitteilung des DFB, mit einer Geldstrafe in Höhe von 44.500 Euro belegt.

In der 47. Minute des Bundesligaspiels beim 1. FC Union Berlin (1:3) am 31. August 2019 zündeten Dortmunder Zuschauer im Gästeblock Bengalos. „Mindestens 26“ sollen es gewesen sein, der DFB hat genau nachgezählt.

Die Vorkommnisse sorgen zwei Mal für eine Spielunterbrechung

Die Begegnung musste daraufhin für mehr als eine Minute unterbrochen werden. Zudem wurde im Laufe der zweiten Hälfte weitere Pyrotechnik gezündet, in der 80. Spielminute musste die Partie wegen der Vorkommnisse im Gästeblock ein weiteres Mal unterbrochen werden. Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Nach Fan-Unruhen in der Alten Försterei: Der DFB bittet den BVB zur Kasse

Einige BVB-Fans haben zu dem Einsatz eine klare Meinung. © picture alliance/dpa

Auch im ersten Durchgang hatte es bereits Ärger gegeben an der Alten Försterei, allerdings nicht wegen Pyrotechnik. Berliner Ultras, die auf dem Stadiondach über dem Gästeblock auftauchten, waren mit Dortmunder Anhängern aneinandergeraten, was am Ende einen umstrittenen Polizeieinsatz im BVB-Block zur Folge hatte.

Die Berliner Polizei setzte Reizgas ein. In einer Erklärung der Polizei hieß es am Tag danach, dass im Stadion drei Fans der Gastmannschaft festgenommen worden seien, „woraufhin weitere Gästefans versuchten, die Festgenommenen zu befreien. Diese Gefangenenbefreiung konnte nur durch den Einsatz von Reizgas verhindert werden. Während dieser Auseinandersetzung bewegten sich ungefähr 100 Anhänger der Heimmannschaft über einen Stadionumlauf auf den Block der Gästefans zu. Die Begrenzung zwischen Heim- und Gästeblock konnten sie jedoch nicht durchdringen.“

Die Fanhilfe forderte eine lückenlose Aufarbeitung

Die BVB-Fanhilfe kritisierte den Einsatz der Polizei nach Aufarbeitung der Ereignisse scharf. In einer Pressemitteilung hieß es: „Der Gebrauch des Pfeffersprays löste dankenswerter Weise nicht im gesamten Gästeblock eine Panik aus, obwohl ein solches Szenario nach übereinstimmenden Berichten der Betroffenen als durchaus realistisch bewertet wurde. Erschwerend kommt hinzu, dass die Polizei und der örtliche Ordnungsdienst den unteren der drei Ausgänge des Gästeblockes zwischenzeitlich abriegelten, wodurch die medizinische Versorgung der Verletzten zeitweilig behindert wurde.“

Die Fanhilfe forderte „die Verantwortlichen auf, die Ereignisse (...) lückenlos und objektiv aufzuarbeiten, sowie (dienst-)rechtliche Maßnahmen gegen die handelnden Beamten zu ergreifen. Derart unverhältnismäßiges und gesundheitsschädigendes Verhalten gegenüber friedlichen und unbeteiligten Fußballfans muss ein Ende finden.“

Auch der BVB übte in der Folge Kritik am Vorgehen der Berliner Polizei: „Borussia Dortmund distanziert sich von jeder Form von Gewalt und wird die Vorkommnisse weiter aufarbeiten. Wir wünschen allen verletzten Fans eine baldige Genesung.“

Über den aktuellen Stand der Ermittlungen und der Aufarbeitung der Vorkommnisse in der Alten Försterei am 31. August hat die Berliner Polizei noch keine Auskunft erteilt.

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