Der BVB musste gegen den SC Freiburg den ersten Dämpfer der Saison hinnehmen. © imago images/Jan Huebner
Borussia Dortmund

Nach Niederlage gegen den SC Freiburg: Der BVB und die frühen Dämpfer

Erst ein furioser Start in die neue Bundesliga-Saison des BVB, dann der frühe Dämpfer gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner. Das ist nichts Neues bei Borussia Dortmund. Ein Rückblick.

Was war in und um Dortmund nach dem furiosen 5:2-Auftaktsieg gegen Eintracht Frankfurt nicht alles zu hören: „Das ist ein völlig neuer BVB“, „Die Dominanz der Bayern hat ein Ende“, „Borussia Dortmund wird Deutscher Meister“. Lobeshymnen über Lobeshymnen. Doch nur gut eine Woche später sieht die Welt schon wieder anders aus. Beim SC Freiburg hat der BVB den ersten richtigen Dämpfer der Saison hinnehmen müssen. Eine Niederlage mitten hinein in die Euphorie und Aufbruchstimmung – und das sehr früh in der Saison. Wie schon so oft.

Saison 19/20, 3. Spieltag: Der BVB verliert 1:3 bei Aufsteiger Union

Der diesjährige Bundesligastart ist fast eine Kopie der Spielzeit 2019/20. Der FC Bayern München kommt damals bei seinem Auftaktspiel gegen Hertha BSC wie diese Saison gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein Unentschieden hinaus, der BVB schießt sich am ersten Spieltag mit einem 5:1-Erfolg im Signal Iduna Park gegen den FC Augsburg an die Tabellenspitze. Beim Auswärtsspiel in Köln gerät der BVB zwar wie schon gegen den FCA zunächst in Rückstand, kann die Partie aber noch drehen und gewinnt 3:1.

Doch ausgerechnet gegen einen Aufsteiger gibt es am dritten Spieltag den ersten deftigen Rückschlag. Union Berlin feiert gegen Borussia Dortmund seinen ersten Bundesligasieg der Vereinsgeschichte. Völlig verdient schlagen die Eisernen den BVB mit 3:1. Die Tabellenführung für Borussia Dortmund ist futsch – bis zum Ende der Saison. Lucien Favre schiebt die Niederlage auf Konzentrationsprobleme, seine die Mannschaft sei nicht geduldig genug gewesen. Wie häufig gegen vermeintlich „Kleinere“.

Saison 20/21, 2. Spieltag: 0:2-Niederlage für den BVB gegen den FCA

Giovanni Reyna und zweimal Erling Haaland schießen Borussia Dortmund im ersten Spiel nach mehreren Monaten ohne Zuschauer vor 9.300 Fans zum deutlichen 3:0 gegen den heutigen BVB-Trainer Marco Rose und seine Gladbacher. „Das war ein schöner Start, aber wir waren noch weit weg vom Maximum. Wenn wir das alles in die richtige Form bekommen, dann sind wir eine Top-Mannschaft“, sagt Mats Hummels nach dem ungefährdeten Sieg zum Saisonstart, bei dem Borussia Dortmund mehr als nur guten Eindruck hinterlassen, sondern auch seine Titel-Ambitionen untermauert hat.

Doch nur eine Woche später ist von der zitierten „Top-Mannschaft“ wenig zu sehen. Zwar ist der BVB beim FC Augsburg phasenweise spielerisch haushoch überlegen, am Ende jubeln aber die bayrischen Schwaben. Borussia Dortmund stirbt förmlich in spielerischer Schönheit, will den Ball quasi ins Tor tragen. Doch das gelingt nicht. Und so setzt es eine nicht einkalkulierte 0:2-Pleite beim FCA, der am Ende der Saison ohne diese drei Punkte vielleicht sogar den Weg in die zweite Liga hätte antreten müssen. „Das war einfach zu wenig heute“, lautet das Fazit von Manuel Akanji.

Saison 21/22, 2. Spieltag: Dämpfer für den BVB beim SC Freiburg

Die Aussage unterscheidet sich nur marginal von seiner Reaktion auf das 1:2 beim SC Freiburg am vergangenen Samstag. „Wir dürfen die Gegner nicht zum Toreschießen einladen, vor allem wenn wir das ganze Spiel kontrollieren. Es kann ja mal sein, dass jemand besser ist als wir. Aber so dürfen wir die Spiele nicht verlieren“, sagte BVB-Innenverteidiger Akanji da.

Und genau darin liegt das Problem. Der BVB ist bei Niederlagen nur selten die wirklich schlechtere Mannschaft, sondern bestimmt meist das Spielgeschehen. Doch in den entscheidenden Momenten fehlt es an Durchschlagskraft, an Überraschungsmomenten. Und dazu kommen immer wieder die von Manuel Akanji angesprochenen einfachen Fehler in der Defensive.

BVB fällt oftmals zurück in alte Muster

Während der BVB gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel oft sehr überzeugend auftritt, tut er sich gegen vermeintlich schwächere Gegner extrem schwer. Vor allem gegen tiefstehende Mannschaften findet Borussia Dortmund in den letzten Jahren nicht immer Lösungen. Und so kommt es immer wieder vor, dass Borussia Dortmund ins Stolpern gerät.

Mit der neuen Art des BVB-Fußballs, den Marco Rose spielen lässt, hatten viele gehofft, diese Zeiten seien vorbei. Doch offenbar scheint der BVB dann doch noch ab und zu wieder in alte Muster zurückzufallen.

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