Nächster Schritt! BVB will gegen den HSV nachlegen

Reus fiebert Comeback entgegen

Das mögliche Comeback von Marco Reus gibt dem heutigen BVB-Heimspiel gegen den Hamburger SV (15.30 Uhr) eine zusätzliche Würze. Die Partie ist auch die Heimpremiere für den Aubameyang-Nachfolger.

DORTMUND

, 10.02.2018, 06:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Comeback von Marco Reus wird beim BVB sehnlichst erwartet.

Das Comeback von Marco Reus wird beim BVB sehnlichst erwartet. © dpa

Wie schnell sich Wahrnehmungen im Profifußball ändern können, das bekam Peter Stöger am vergangenen Wochenende zu spüren. Stöger war vor Weihnachten in einer Phase zum BVB gekommen, in der die Mannschaft stark verunsichert war. Er half ihr gleich zu zwei Siegen. Nach der Winterpause belastete das aufkommende Thema um den wechselwilligen Pierre-Emerick Aubameyang das Betriebsklima. Drei Unentschieden begleiteten diese Phase - was man freilich nicht Aubameyang allein zuschreiben konnte.

Plötzliches Lob

Als das Thema Aubameyang mit dem Ende der Wechselfrist dann abgehakt war, gab es keine Ablenkungen mehr. Vor seiner Rückkehr zum 1. FC Köln orakelte Stöger daher, dass es für den Fall eines Kölner Sieges auch für ihn persönlich unruhiger werden könnte in Dortmund. Nach der Partie, die mit 3:2 gewonnen wurde, brachte die BVB-Homepage eine Geschichte mit der triumphierenden Überschrift: "Zwei Punkte im Schnitt: Stögers starke Bilanz in Schwarzgelb."

Erst aschegrau, dann farbenfroh - damit dürfte sich der Österreicher nach vier Jahren in Köln längst arrangiert haben. Zumindest nahm er das plötzliche Lob mit dem ihm eigenen Humor. Er freue sich, dass das nun endlich auch mal gewürdigt werden würde. Innerlich fühlte es sich wohl auch für ihn selbst ein wenig zwiespältig an.

Nicht zu unterschätzende Signalwirkung

Denn natürlich reichte dieser eine Sieg nicht aus, um den Mantel des Schweigens über viele Probleme zu decken, die Stögers ersten Wochen in Dortmund begleitet hatten und noch nicht alle behoben sind. Nach mehreren kleinen Schritten sah Stöger in Köln "eine klare Verbesserung", wie er am Donnerstag betonte. Aber er sah auch, "dass wir in der Rückwärtsbewegung zu viele Räume gelassen haben. Es war nicht alles optimal." So gilt vor dem Heimspiel gegen einen der Dauer-Krisenklubs des Oberhauses eine einfache Maxime: Nachlegen!

Alle mit schwarzgelbem Herz und auch viele, die einfach guten Fußball lieben, könnten heute dabei das Comeback eines Spielers erleben, der viel zu oft und viel zu lange verletzt fehlte. Stöger ließ bewusst offen, ob es Marco Reus schon heute in den BVB-Kader schaffen wird. Die Entscheidung sollte am Freitagabend fallen, auch der Spieler hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Reus in der Kabine und zumindest auf der Bank mit dabei zu haben, könnte allerdings eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung auf den Rest haben.

Furioser Einstand

Es ist eine wichtige Phase für den BVB, in der jeder zusätzliche Schub, jedwede zusätzliche Hilfe willkommen ist. Sehr gerne auch die eines Spielers, dessen Heimpremiere angesichts der Aufgeregtheiten um die Reus-Rückkehr beinahe zur Randnotiz verkommt. Doch es wird das erste Spiel für Michy Batshuayi im Dortmunder Stadion, und der Belgier freue sich wie ein Kind, erzählte Dortmunds Trainer grinsend. Natürlich hofft auch Stöger, dass Batshuayi nach seinem furiosen Einstand in Köln weiter auf der Erfolgswelle schwimmt. Und mit ihm dann die Borussia.

"Schritt für Schritt", das sagt Stöger oft, wenn er über die Entwicklung redet. Er betrachtet sie als einen Prozess, bei dem man auch unerwartete Rückschläge einkalkulieren muss. Heute wird sich Borussia Dortmund vor allem darauf einstellen müssen, gegen einen Gegner zu spielen, der sich kaum auf einen spielerischen Abtausch mit dem BVB einlassen wird. Sich gegen das zu erwartende körperliche Spiel der Hanseaten zu stemmen, auch das ist ein Teil des Entwicklungsprozesses.

BVB: Bürki - Piszczek, Sokratis, Toprak, Toljan - Kagawa, Weigl, Götze - Pulisic, Batshuayi, Schürrle
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