Nelson Valdez steht sich selbst im Weg

DORTMUND Hätte, Wenn und Aber waren die Worte des Tages. Wenn Borussia Dortmund in Hannover gewonnen hätte, würden sich die Journalisten tagelang auf die Doppeltorschützen Alexander Frei (29) und Florian Kringe (26) stürzen. Nach dem aus BVB-Sicht bitteren 4:4 stand aber Nelson Valdez (25) im Fokus. Und der war ziemlich „angefressen“.

von Von Sascha Fligge

, 15.03.2009, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nelson Valdez steht sich selbst im Weg

Seitfallzieher: Nelson Valdez (li.) trifft nicht Schulz und nicht das Tor.

Valdez, dessen Namen am Freitag inmitten der Finanzaffäre seines Ex-Klubs Bremen aufgetaucht war, weil auf einem Konto seiner Schwester Sonia Haedo im Jahr 2003 bis zu 150 000 Euro verbucht worden sein sollen, die womöglich von dem der Steuerhinterziehung verdächtigen Berater Carlos Delgado stammen, reagierte dünnhäutig auf die Frage nach seiner Teilschuld am 4:4. „Wenn du die ganze Woche in Zeitungen als Sturm-Versager dargestellt wirst“, fauchte er, „dann solltest du in der Tat mal treffen.“ Zu seinem Befinden befragt, betonte Valdez: „Beschissen ist das falsche Wort, aber ich fühle mich nicht gut.“ Der Südamerikaner hat in 75 Liga-Partien für den BVB acht Tore erzielt und war vor allem aufgrund seiner athletischen Fähigkeiten zuletzt an Alex Frei (64 Ligaspiele/30 Treffer) vorbeigezogen. Ausgerechnet Frei brachte sich in Hannover durch seinen Doppelpack aber genauso in Erinnerung wie Mittelfeldspieler Florian Kringe, dem nach schwacher Hinrunde und mäßigem Start ins Frühjahr 2009 der Stammplatz abhanden gekommen war.

„Wir waren alle nicht zufrieden mit seinen Leistungen. Florian hat nach einer positiven Schlüsselszene gelechzt. Dann trifft er, und in Nullkommanix sieht man, zu was der Junge in der Lage ist“, sagte Klopp und kündigte neue „Drucksituationen“ für alle Mittelfeldspieler an: „Ich bin personell nun in der Lage den aufzustellen, der aktuell den besten Eindruck hinterlässt.“ Ob die Qualität des Kaders noch für einen Angriff auf Europa ausreicht, muss aber bezweifelt werden.

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