BVB-Talentecoach Otto Addo (r.) im Gespräch mit Youssoufa Moukoko. © picture alliance/dpa
Borussia Dortmund

Neuer Job für BVB-Talentecoach Addo: „Sportlich merkt man keine großen Unterschiede“

Bei Borussia Dortmund kümmert sich Otto Addo um die Toptalente. Seit einiger Zeit hat er aber noch einen anderen Job in Ghana. Große Unterschiede stellt er nicht fest – mit einer Ausnahme.

Bei Borussia Dortmund kommt Youssoufa Moukoko nicht so richtig in Fahrt. den Youngster haben Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, das Tempo und die Körperlichkeit bei den Profis scheinen ihn manchmal zu überfordern. An eine Ausleihe denkt man trotzdem nicht, wie Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl gegenüber der Sport Bild kürzlich versicherte. Kein Wunder, wird der 16-Jährige doch bestens versorgt und hat in Otto Addo einen eigenen Top-Talentecoach. Der kümmert sich nun allerdings nicht mehr nur allein um die BVB-Eigengewächse, sondern hat noch einen neuen Job hinzubekommen.

Otto Addo hilft nicht nur den BVB-Talenten

„Kein Fußballer ist gerne verletzt. Auch Youssoufa natürlich nicht. Aber das gehört nun mal dazu. Wir arbeiten jetzt daran, dass er möglichst schnell wieder gesund wird und dann geht es weiter“, erklärt Otto Addo im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Denn trotz seines neuen Jobs stehen Moukoko und der BVB bei ihm an oberster Stelle. Und an zweiter? Da dürfte sein neues Engagement bei der Nationalmannschaft Ghanas folgen, wo Addo seit Kurzem als Co-Trainer im Einsatz ist.

Der Verband wollte ihn erst als Cheftrainer, das hätte aber zeitlich nicht funktioniert. Als Teil des Trainerteams kann er die Nationalmannschaft – er selbst absolvierte als Spieler 15 Länderspiele für Ghana – trotzdem gut unterstützen. „Meine Aufgaben sind da typische Co-Trainer-Aufgaben: Ich organisiere das Training, beratschlage mich mit dem Trainer und bereite das Team auf die Gegner vor“, sagt Addo, der dort mit Trainer Milovan Rajevac zusammenarbeitet. Anfang Oktober war er für die Länderspielpause selbst vor Ort in seiner neuen Funktion. „Von den Ergebnissen her war das echt gut, bei den Auswärtsspielen haben wir mit der Nationalmannschaft Ghanas natürlich noch Luft nach oben. Aber insgesamt bin ich zufrieden“, sagt er nun rückblickend nach einem 3:1-Heimsieg gegen Simbabwe und einem 1:0 im Rückspiel in der WM-Qualifikation.

BVB-Coach Otto Addo freut sich über „schöne Abwechslung“

Dass er diese Erfolge mit Ghana feiern konnte, hat er auch der sportlichen Führung der Borussia zu verdanken. „Da bin ich auch dem BVB sehr dankbar, dass er mir das ermöglicht hat. Michael Zorc, Sebastian Kehl und auch der Trainer haben mir sofort das Signal gegeben, dass ich das machen soll“, sagt Addo. Das Engagement beim ghanaischen Verband sei eine „schöne Abwechslung“. Miteinander vergleichen wolle er die Tätigkeiten aber ungern.

„Der größte Unterschied zu meinen Aufgaben beim BVB besteht eigentlich darin, dass ich in Ghana mit der ganzen Gruppe arbeite und in Dortmund individuell mit dem jeweiligen Spieler. Die Verbandsarbeit unterscheidet sich jetzt auch nicht so riesig von der Vereinsarbeit. Ich kann nicht sagen, dieses oder jenes würde mir mehr gefallen“, meint Addo. Auch sportlich merke er nicht die größten Unterschiede – mit einer Ausnahme.

BVB-Coach Otto Addo über Spieltagsvorbereitungen in Afrika

„Auf beiden Kontinenten ist der Fußball die Sportart Nummer eins. Natürlich sind teilweise die Plätze vielleicht nicht so gut, wie wir es etwa aus der Bundesliga gewohnt sind, oder die Bedingungen generell unterscheiden sich“, sagt Addo. Einmal ist da der Temperaturunterschied. „Klar, in Afrika hast du mehr Hitze“, sagt Addo. Er muss aber noch andere Dinge in seine Spieltagsvorbereitungen mit einbeziehen: „Wenn du etwa in Kenia bist, kommt noch die Höhenluft hinzu – das sind alles Dinge, die du dann mit einbeziehen musst. Und wenn es nur um Kleinigkeiten wie andere Laufwege beim Pressing oder eine veränderte Flugbahn des Balls geht.“

Spannende Details, die aktuell aber von Addo links liegengelassen werden. „Ich bin schließlich auch nur in den Länderspielpausen für Ghana im Einsatz und habe dementsprechend noch genug Zeit, um meine Aufgaben bei Borussia Dortmund zu erfüllen. Und es gilt ganz klar: Die volle Konzentration gehört dem BVB.“ Vor allem Youssoufa Moukoko und die anderen BVB-Toptalente wird das freuen.

Über den Autor
Redakteur
Jahrgang 1993, Dortmunder Junge und Amateurhandballer mit großer Liebe für den Fußball und den Ruhrpott. Studium der Journalistik an der TU Dortmund, nach kurzer Zwischenstation beim Westfälischen Anzeiger in Hamm wieder zurück bei den Ruhr Nachrichten, seit 2020 BVB-Reporter.
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Marvin K. Hoffmann

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