Mit Tränen in den Augen denken BVB-Fans zurück an die Meister-Saison 10/11. Legendäre Randstory ist ein Klopp-Interview mit Arnd Zeigler. Ein nicht ganz ernst gemeinter Rückblick.

Dortmund

, 24.01.2019, 07:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diesem Spiel zittern die BVB-Fans schon seit Tagen, Wochen, Monaten entgegen: der Partie gegen die zweitbeste Mannschaft von unten: Hannover 96. Ein Spiel, das dunkle Erinnerungen an die verheerende Saison 2010/11 hervorruft.

Eine „blutleere Vorstellung“

Wir schreiben den 7. November 2010. Auswärtsspiel in Hannover. Igitt. Wie auch in dieser Saison, spielt Borussia Dortmund „keine gute, aber eine ordentliche Saison“. Statt vollstem Einsatz und schönem Fußball müssen sich die schwarzgelben Fans in Hannover dann eine „blutleere Vorstellung“ und „Rumpelfussball“ ansehen. Ein verschossener Elfmeter. Viele Distanzschüsse. Ein höchst glücklicher 4:0-Sieg - gerade nochmal gut gegangen!

Nach diesem Trauerspiel muss sich der damalige Trainer Jürgen Klopp unweigerlich den knallharten Fragen von WDR-Moderator Arnd Zeigler stellen. „Sie können nicht zufrieden sein“, bringt es Zeigler unverzüglich auf den Punkt. Klopp antwortet resigniert: „Keine Ahnung, ob ich noch der Richtige bin. Müssen wir die Woche mal kritisch hinterfragen. Wir haben ja nur die Spieler, ich kann’s nicht ändern.“ Klare Kante.

Wo ist Lothar Sippel?

Doch Zeigler lässt nicht locker und hakt weiter nach: „Ist die Mannschaft nicht stellenweise aufgetreten wie ein Auswärtsteam? Hat es überhaupt sportliche Gründe, dass Lothar Sippel erneut nicht im Kader stand?“ Und: „Wenn man sich das Spiel angeschaut hat, ein Torwart, der weit über 29 ist. Der Altersschnitt ist sicherlich auch ein Problem. Kann sich das eine Spitzenmannschaft erlauben?“

Shinji Kagawas Pseudo-Jubel mit Roman Weidenfeller.

Shinji Kagawas Pseudo-Jubel mit Roman Weidenfeller. © imago

Klopp gibt sich geschlagen: „Ich fand, heute hat es Roman sogar recht ordentlich gemacht. Wenn man ihn morgens sieht, nach dem Aufstehen, ist das ein schreckliches Bild, das er da abgibt. Aber auch da muss ich sagen: Keine Chance, irgendwas zu ändern. Wir müssen ihn da durchschleppen - und ja, wir gucken, wie lange das noch geht. Aber ich habe auch da keine Alternativen. Ich kann keinen Feldspieler hinten reinstellen. Er ist der Einzige, den wir haben, und dementsprechend müssen wir ihn uns ab und zu auch schönsaufen.“

Erst ein Tor in der Rückrunde

2018/19. Es sieht nicht wirklich besser aus. Zwar hat Roman Weidenfeller das Tor mittlerweile für den zehn Jahre jüngeren Roman Bürki geräumt, doch auch der eilt schon stark auf die 30 zu. Die Gefahr, dass der BVB gegen 96 erneut wie ein Auswärtsteam auftritt, ist im Heimspiel zumindest deutlich geringer, doch eines hat sich auch unter Lucien Favre nicht geändert: Lothar Sippel wird erneut nicht im Kader stehen. Frechheit!

Es droht also eine Wiederholung des Dreckskicks aus der Saison 2010/11. Nur noch blutleerer. Blutleer wie die Beine der Dortmunder Stürmer. Alcácer, Reus, Philipp: Noch nicht einer von ihnen hat in der Rückrunde getroffen. Überhaupt hat der BVB erst ein einziges Bundesliga-Tor in diesem Jahr erzielt. Oh là là, das wird ein Spiel zum Schönsaufen.

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