Neun Punkte und Phänomen Haaland - doch es ist längst nicht alles perfekt im BVB-Kosmos

mlzKommentar

Borussia Dortmund legt mit neun Punkten und 15 Toren einen fulminanten Start in die Rückrunde hin - doch es ist längst nicht alles perfekt im BVB-Kosmos.

Dortmund

, 02.02.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über die Phase zwischen der 30. Minute und dem Elfmetertor zum 3:0 wollte Michael Zorc nicht den Mantel des Schweigens decken. Aber, wie er schmunzelnd feststellte, „es fällt schwer, kritische Töne zu finden, wenn wir solche Ergebnisse erzielen.“ Zum dritten Mal nach der Winterpause schoss der BVB fünf Tore, kassierte zudem nicht einen einzigen Gegentreffer, was ja an sich schon bemerkenswert ist.

Trotzdem war Zorc zu Recht nicht uneingeschränkt zufrieden. Der Spannungsabfall, den der Sportdirektor nach dem zweiten und vor dem dritten Treffer bemerkt hatte, war auch den Fans nicht verborgen geblieben. Es regte sich leichter Unmut in einer Phase, in der Dortmund das Ergebnis nur noch verwaltete, einige schlampige Pässe spielte und in der Verteidigung den Gästen zu viel Raum und Luft ließ. Das Phänomen, nach einer klaren Führung nachzulassen, zu Leichtsinn und verschnörkeltem Fußball zu neigen und dabei zu vergessen, den Sack zuzumachen, kannte man ja schon aus der Hinrunde.

In der Offensive sind dem BVB kaum Grenzen gesetzt

Am Samstag blieb das folgenlos, weil Union die spielerische Klasse fehlte, um durch die Tür zurück ins Spiel zu gehen. Andere Gegner würden kommen, meinte Zorc mahnend. Stärkere. Die in der Lage sind, solche Nachlässigkeiten zu bestrafen. Nach drei Partien mit der erhofften und erwartbaren Punktausbeute, 15 erzielten Treffern und einem neuen Stern am Torjägerhimmel ist noch längst nicht alles perfekt im Dortmunder Kosmos.

Neun Punkte und Phänomen Haaland - doch es ist längst nicht alles perfekt im BVB-Kosmos

© Deltatre

Aber vieles kann auch positiv stimmen. Erling Haaland verzückt die Massen, er erweist sich als Ausnahmestürmer, wie ihn auch Zorc mit seinen 40 Berufsjahren „so noch nicht erlebt“ hat. Immer draufgängerisch und unbekümmert, dabei voll fokussiert und mit dem unbedingten Siegeswillen. Die Kombinationsfreude der Offensive ist insgesamt weiter groß, da sind dieser Mannschaft kaum Grenzen gesetzt.

BVB-Trainer Favre kann variieren und korrigieren

Und defensiv bekommt Trainer Lucien Favre mit der jetzt zügig geplanten Integration von Emre Can eine weitere Alternative an die Hand. Rechtzeitig zu Beginn der entscheidenden Wochen und Monate mit vielen Englischen Wochen kann Favre variieren und korrigieren. In allen Bereichen.

Zudem hat sich die Hoffnung schon erfüllt, mit dem machbaren Auftaktprogramm die vor dem BVB liegenden Mannschaften unter Druck zu setzen. Leipzig lässt Federn, bei Gladbach fehlt trotz des guten Auftritts bei den Roten Bullen die Phantasie, sie bis ganz zum Schluss oben mit dabei zu sehen - auch wenn man sie freilich nicht unterschätzen darf. Die Bayern sind allerdings so stark, wie man erwarten und befürchten konnte. Die Rückrunde verspricht große Spannung. Mit einem BVB, der mitmischen wird.

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