Nürnberg-Spiel erfordert starke BVB-Nerven

Achterbahn der Gefühle

Drei Spieltage vor Saisonschluss spitzt sich der Titelkampf in der Fußball-Bundesliga zu. Bereits am Samstag könnte Borussia Dortmund im Heimspiel gegen Nürnberg (15.30 Uhr) alles klar machen - wenn Verfolger Leverkusen in Köln patzt und der BVB den „Club“ schlägt.

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 29.04.2011, 19:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darf die "Gelbe Wand" am Samstag feiern? Der Meisterschaftskampf spitzt sich zu und noch immer hat Borussia Dortmund die besten Karten. Ein Heimsieg gegen Nürnberg könnte bereits zur Schale reichen - wenn Leverkusen nicht gewinnt.

Darf die "Gelbe Wand" am Samstag feiern? Der Meisterschaftskampf spitzt sich zu und noch immer hat Borussia Dortmund die besten Karten. Ein Heimsieg gegen Nürnberg könnte bereits zur Schale reichen - wenn Leverkusen nicht gewinnt.

Die Fahrt auf der Gemütsachterbahn hat handfeste Gründe: Der Dortmunder Vorsprung vor Leverkusen beträgt drei Spieltage vor Saisonende „nur“ noch fünf Punkte. Zu wenig, um entspannt ins Stadion zu gehen. Zu viel, um um die Erträge einer überragenden Saison zu fürchten. Seine Spieler sollen weder entspannt noch aufgeregt sein, wenn sie heute gegen den „Club“ in die drittletzte Runde der Spielzeit starten, verkündete BVB-Trainer Jürgen Klopp vor dem vielleicht entscheidenden Duell gegen den Tabellensechsten mit fester Stimme. „Sie sollen konzentriert sein. Denn wir müssen es nur uns selbst recht machen.“

Ein Stück Trotz klingt aus diesen Worten. Trotz gegenüber den Schwarzmalern, die dem BVB nach der Pleite beim Liga-Schlusslicht Mönchengladbach (0:1) eine Schwächephase andichten wollten. Und Trotz gegenüber jener Vermutung, der BVB würde auf der Zielgerade zittrige Beine bekommen. Der höhere Druck laste auf Dortmunds Schultern, meint Nürnbergs Trainer Dieter Hecking. „Sollte Dortmund gegen uns verlieren, wäre der Druck sogar immens.“ Es ist das typische Säbelrasseln vor einem Duell, in dem es für beide um viel geht. Der BVB will die Meisterschaft, der „Club“ träumt noch von der Europa League. „Sie müssen drei Punkte mitnehmen“, spielt Klopp den Ball deshalb an Hecking zurück. „Für uns werden Räume da sein. Und die sollten wir nutzen.“

Zurückgreifen kann der BVB-Coach dabei auch auf die Dienste der zuletzt angeschlagenen Lucas Barrios und Kevin Großkreutz. Sowohl Dortmunds gefährlichster Angreifer (13 Saisontore) als auch der laufstärkste Mittelfeldspieler der Borussia meldeten sich gestern fit zurück und nahmen am Abschlusstraining teil. Sie sollen dabei helfen, eine Elf zu schlagen, die mit ähnlichen Mitteln wie der BVB kämpft: aggressive Verteidigung, gepaart mit viel Leidenschaft und schnellem Umschaltspiel. „Hecking hat seine Mannschaft brutal weiterentwickelt“, lobt Klopp und hält noch einen Tipp für die Nervenschwächeren unter den BVB-Fans parat: „Es geht für beide um alles, das wird man im Spiel merken. Und es bleibt eng. Wer das nicht ertragen kann, der sollte sich besser eine andere Sportart suchen…“ 

 

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