Auf Franz Pfanne kommt beim Heimspiel der BVB-U23 gegen Waldhof Mannheim ganz besonders viel Verantwortung zu. Er muss die Dreierkette organisieren. © imago / Team 2
Borussia Dortmund

Ohne Abwehr gegen Mannheim? BVB-U23 steckt in der Zwickmühle

Der BVB-U23 ist gegen Zwickau der perfekte Saisonstart gelungen. Doch vor der Heimspiel-Premiere gegen Mannheim nehmen die Personalprobleme in der Defensive absurde Züge an.

Zu Wochenbeginn wollte sich Ingo Preuß die Petersilie ganz bewusst nicht verhageln lassen. „Ich bin noch im Genießermodus“, versicherte der Teammanager der BVB-U23. Der 2:1-Auftaktsieg beim FSV Zwickau war ganz nach seinem Geschmack. Die Schwarzgelben hatten allen Widerständen zum Trotz die ersten drei Zähler in der 3. Liga eingefahren – und das bei einem robusten Kontrahenten.

BVB-Teammanager Preuß erkennt im Trotz viel Positives

Grund genug für Preuß, zunächst einmal das Positive herauszukehren. Trotz der Abstellung von insgesamt fünf Spielern an die Profis in Bad Ragaz, trotz einer deshalb neu zusammengesetzten Startelf und trotz eines frühen Rückstands waren es am Ende seine Farben, die jubelnd vom Platz gingen. Gleichwohl bewahrte sich Preuß auch den Blick für die Wirklichkeit.

„Wir hatten einige schwierige Situationen zu überstehen. Wir hatten fast nur Offensivspieler auf dem Platz und häufig Nachteile in puncto Körpergröße und robustem Zweikampfverhalten“, meinte Preuß. Eckbälle, Freistöße und hohe Flanken hätten die Dortmunder bisweilen nur mit Mühe verteidigt. Das allerdings mit umso mehr Verve, Entschlossenheit und Kompromisslosigkeit. „Wie die Jungs sich reingehauen haben, war sehr lobenswert“, sagte der BVB-Teammanager.

Zwei Spiele Sperre für BVB-Abwehrchef Niklas Dams

Einmal jedoch übertrieb es ein Borusse mit dem Reinhauen: In der 76. Minute langte Niklas Dams gegen Lars Lokotsch als letzter Mann hin und sah zurecht die Rote Karte. Zwei Spiele wurde der 31-Jährige dafür gesperrt. Das vergrößert die Baustelle in der Defensive nochmals. Denn in Antonios Papadopoulos, Lennard Maloney sowie Albin Thaqi fehlen ohnehin wichtige Stabilisatoren.

Nun muss Enrico Maaßen auch noch auf Dams verzichten. Auf ihn hält der BVB-Trainer große Stücke: „Niklas ist ruhig, besonnen und erfahren – neben ihm können junge Spieler wachsen.“ Beim Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Waldhof Mannheim und am 13. August beim SC Freiburg II werden bei den Schwarzgelben andere diese Fähigkeiten übernehmen und ausstrahlen müssen. In Freiburg dürften Papadopoulos, Maloney und Thaqi wieder zur Verfügung stehen.

Rückholaktion von BVB-Trio aus Bad Ragaz denkbar

Wie aber will der BVB seinen Defensive gegen Mannheim besetzen? In Zwickau rückte bereits Franz Pfanne auf die rechte Seite der Dreierkette, links spielte Kolbeinn Finnsson. Der Platz in der Mitte ist jetzt vakant. Denkbar ist, dass der BVB zumindest einen Abwehrspieler aus der Schweiz vorzeitig zurückbeordert. Die Profis – denen aus ihrem angestammten Kader derzeit kein einziger Innenverteidiger zur Verfügung steht, testen am Freitagabend (17 Uhr) in Altach gegen den FC Bologna.

Nach Informationen der Ruhr Nachrichten werden Ansgar Knauff und Albin Thaqi gegen Mannheim auflaufen können. Sie sind eher aus Bad Ragaz abgereist. Allerdings waren sie auch vier Wochen nicht im Training der U23. Dementsprechend könnte ihnen etwas Bindung fehlen.

Ingo Preuß: „Auch beste BVB-Elf kein Garantieschein für Punkte“

Ingo Preuß hat deswegen keine schlaflosen Nächte. Auch dass Niklas Dams in den kommenden zwei Partien gesperrt ist, ficht ihn nicht an. „Es hilft ja nichts. Das müssen wir jetzt auch noch überstehen. Wir nehmen es so, wie es ist“, sagt er mit einer Mischung aus Fatalismus und Gelassenheit.

Und außerdem: „Einen Garantieschein auf Punkte haben wir auch mit unserer besten Elf nicht. Es muss eine Menge zusammenkommen, damit wir in der 3. Liga drei Punkte holen.“ In Zwickau hat das geklappt. Gegen Mannheim soll es ein weiteres Mal gelingen – unabhängig von der personellen Besetzung der Abwehr.

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