Piszczek erlebt BVB-Spielzeit mit Höhen und Tiefen: Zum Abschied soll ein Titel her

mlzBVB-Saisonrückblick

Lukasz Piszczek erlebt beim BVB eine Saison mit Höhen und Tiefen. Erst läuft’s wie am Schnürchen, dann setzt eine hartnäckige Verletzung den Routinier wochenlang außer Gefecht. In seiner letzten Profi-Spielzeit will sich Piszczek mit einem Titel verabschieden.

Dortmund

, 22.06.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz ohne Fußball ging es in der Sommerpause natürlich nicht. Kurz nach Saisonende stattete Lukasz Piszczek seiner im vergangenen März eröffneten Nachwuchs-Akademie in Goczalkowice-Zdroj einen Besuch ab. Dort sollen Kinder und Jugendliche optimale Trainingsbedingungen vorfinden. Zunächst in Piszczeks Heimatstadt, später werden in ganz Polen BVB-Fußballschulen veranstaltet, auf der Talente gesichtet und auf die weitere Förderung vorbereitet werden sollen. In Michael Ziolo leitet ein enger Freund Piszczeks und BVB-Trainer die Akademie.

Zwei schwere Hüftoperationen

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Mittlerweile ist aber Erholung angesagt: Gemeinsam mit Ehefrau Ewa und seinen drei Kindern genießt Borussia Dortmunds Urgestein derzeit den Sommerurlaub auf Mallorca. Piszczek sammelt Kraft für seine zehnte und letzte Saison im BVB-Trikot. Der 34-Jährige wird seine Karriere im Sommer 2020 beenden - das steht bereits seit dem vergangenen Jahr fest. „Ich bin zwar kein gebürtiger Dortmunder, doch dieser Verein und diese Fans sind mir über die Jahre so sehr ans Herz gewachsen, dass ich mich seit Jahren als echter Borusse fühle“, sagte er bei seiner letzten Vertragsverlängerung.

Dieser Satz sagt viel aus über einen Muster-Profi, der 2010 von Hertha BSC zum BVB gewechselt war. Jürgen Klopp schulte den ehemaligen polnischen Nationalspieler vom Offensivspieler zum Rechtsverteidiger von Weltklasse-Format um. Stetiger Begleiter der Karriere waren leider immer wieder schwere Verletzungen. Piszczek musste sich unter anderem zwei Hüftoperationen (2008 und 2013) unterziehen und jeweils eine halbes Jahr pausieren.

Piszczek ist kaum langsamer als Hakimi

Auch die vergangene Saison war gekennzeichnet von einer wochenlangen Verletzungshistorie. In der Hinrunde rockte Piszczek mit dem BVB die Liga - im Februar folgte dann der gesundheitliche Rückschlag. Aufgrund einer hartnäckigen Fersenverletzung verpasste er die entscheidende Saisonphase, ein vorschneller Comeback-Versuch im Topspiel beim FC Bayern endete im Desaster: 0:5-Klatsche und erneut verletzt. Erst in den beiden abschließenden Saison-Spielen gegen Düsseldorf (3:2) und in Mönchengladbach (2:0) stand der Routinier wieder jeweils 90 Minuten auf dem Platz.

Piszczek erlebt BVB-Spielzeit mit Höhen und Tiefen: Zum Abschied soll ein Titel her

Sollen in der Saison 19/20 auf der rechten Seite Doppelpass spielen: Lukasz Piszczek und Achraf Hakimi. © Bielefeld

Wie wichtig der Vize-Kapitän noch immer für die Stabilität im BVB-Spiel ist, zeigt sich immer dann, wenn er nicht auf dem Platz steht. Ausreißer nach unten wie gegen die Bayern bleiben eine Ausnahme, doch auch die Ausschläge nach oben werden weniger. Von den rasanten Vorstößen über den rechten Flügel wie unter Förderer Klopp ist wenig geblieben, ein überdurchschnittlicher Verteidiger ist Piszczek im fortgeschrittenen Fußballeralter allemal. Mit durchschnittlich 59 Prozent gewonnener Zweikämpfe ist er hinter Dan-Axel Zagadou (70) und Axel Witsel (59) der Top-Zweikämpfer bei den Schwarzgelben in der abgelaufenen Saison gewesen. Durchaus überraschend: Mit einem Top-Speed von 34,2 km/h rangiert Piszczek nur knapp hinter Achraf Hakimi (35,1) - dem schnellsten Spieler im BVB-Kader.


Das ist Piszczeks Perspektive für die neue Saison:

Dass Lukasz Piszczek in seiner letzten Profi-Saison 40 oder mehr Pflichtspiele absolvieren wird, ist wohl ausgeschlossen. Vielmehr soll er im Zusammenspiel mit Achraf Hakimi Doppelpass auf der rechten Seite spielen. Als weitere Alternativen stehen Marius Wolf und der Bald-Neuzugang Mateu Morey bereit.

Es ist Piszczek zu wünschen, dass er ohne größere Verletzungen durch die Spielzeit 19/20 kommt. Und wer weiß, vielleicht kann er sich ja mit einem Titelgewinn von seiner Borussia verabschieden. Die personellen Voraussetzungen dafür sind geschaffen.

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