Poker um Erling Haaland: BVB mauert - Leipzig geht in die verbale Offensive

Begehrter Stürmer

Der BVB und RB Leipzig buhlen um die Dienste von Erling Haaland. Die Kommunikationsstrategie der beiden Klubs ist dabei höchst unterschiedlich. Julian Nagelsmann gibt sich zuversichtlich.

Dortmund

, 13.12.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmund oder Leipzig? Erling Haaland hat die Wahl.

Dortmund oder Leipzig? Erling Haaland hat die Wahl. © imago/GEPA pictures

Zu zweit waren sie eigens aus Norwegen angereist. „Der Hype um Erling Haaland ist bei uns riesig“, sagt Simon Nitsche. Nitsche arbeitet für den Fernsehsender „TV2“ und ist mit einem eigenen Kameramann nach Dortmund gekommen, um auf der Dortmunder Pressekonferenz vor dem Spiel bei Mainz 05 auch von Lucien Favre eine Einschätzung zu diesem Spieler zu bekommen.

Der BVB legt den kompletten Fokus auf die Bundesliga

„Muss ich?“, fragt Favre zurück, als er erklären soll, wie er „ganz generell“ die Leistung dieses 19-jährigen Supertalents in der Champions League bewertet? Favre muss nicht, das stellt auch Michael Zorc noch einmal klar. „Wir legen unseren kompletten Fokus auf die drei Spiele bis zur Winterpause und zunächst speziell die Partie am Samstag in Mainz“, sagt der BVB-Sportdirektor.

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Immerhin: Dass Haaland als großes Talent in Europa ja bekannt sei und daher alle großen Vereine diesen Spieler im Blick haben sollten, wenn sie ihre Hausaufgaben beherrschen, verrät Favre dann doch noch.

Nagelsmann schwärmt von Haaland

Es ist nur ein kleiner Happen für das Journalisten-Duo aus Norwegen. In Dortmund wird gemauert bei diesem Thema, nicht einmal den Besuch des blonden Hünen samt Star-Berater Mino Raiola mochte der BVB bestätigen. „Kein Kommentar“, heißt es. Es ist die gängige Marschroute in Dortmund.

„Ich habe mich bemüht, ihm in einem guten Englisch zu erklären, was meine Idee von Fußball ist.“
Julian Nagelsmann

In Leipzig geht man mit dem Thema deutlich offener um. RB-Trainer Julian Nagelsmann hatte schon am vergangenen Wochenende im ZDF-Sportstudio unverhohlen von Haaland geschwärmt. „Natürlich würde ich ihn nehmen“, hatte Nagelsmann dort erklärt. „Er ist ein sehr guter Stürmer, der eine außergewöhnlich gute Quote in seinem Alter hat. Er ist körperlich sehr gut, ist in der Lage, nicht nur Tore zu schießen, sondern auch vorzubereiten.“

Am Freitag hat Nagelsmann noch einmal nachgelegt. Auch in Leipzig findet eine Pressekonferenz statt, die „Roten Bullen“ spielen am Samstag in Düsseldorf, bevor es dann am Dienstag weiter nach Dortmund geht. Doch natürlich steht nicht das Spiel bei der Fortuna im Mittelpunkt. Nagelsmann gibt sich redselig und beantwortete ganz offen die Frage, wie denn sein Gespräch mit dem 1,94-Meter-Riesen gelaufen sei. „Ich habe mich bemüht, ihm in einem guten Englisch zu erklären, was meine Idee von Fußball ist“, sagt der Leipziger Trainer. „Ich glaube, dass es ganz gut gelaufen ist. Nach solchen Gesprächen kann man relativ wenig sagen, weil sie doch meist sehr einseitig sind. Du erzählst als Trainer sehr viel, der Berater und der Spieler hören zu.“

Der BVB hat sich längst einen Namen gemacht

Im Poker um Erling Braut Haaland muss Borussia Dortmund das spezielle RB-Konstrukt mit den intensiven Verbindungen nach Salzburg fürchten, kann aber selbst auch einige gute Argumente ins Feld führen. Dazu zählt sicher das Stadion mit seiner immer speziellen Stimmung, dazu zählen als Argumente vor allem aber die Aussicht auf regelmäßige Spielpraxis und die Vielzahl an Talenten, die über den Weg bei Borussia Dortmund gereift sind. Als perfekte „Zwischenstation“ auf dem Weg zu höheren Weihen hat sich der BVB in Europa längst einen Namen gemacht.

Mit einer schnellen Entscheidung des heiß umworbenen Talents ist trotz der Blitz-Visiten in Leipzig und Dortmund nur wenige Stunden nach dem Salzburger Ausscheiden aus der Champions League nicht zu rechnen. Das deutet Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund am Donnerstag an, als er erklärt, es habe noch keinerlei Gespräche mit anderen Vereinen gegeben. Auch der Spieler werde sich seinen nächsten Schritt reiflich überlegen. Unter dem Weihnachtsbaum wird eine Zusage von Erling Braut Haaland wohl weder in Leipzig noch in Dortmund zu finden sein.

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