Raphael Guerreiro zurück zu Förderer Thomas Tuchel? Das sagen unsere BVB-Experten

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In der Gerüchteküche brodelt es munter weiter. Aktuell im Fokus: Raphael Guerreiro, der vor einem Wechsel nach Paris stehen soll. Wir erklären, wo das Gerücht herkommt und bewerten, was dran ist.

Dortmund

, 04.07.2019, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie lautet das Gerücht?

Raphael Guerreiro soll kurz vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain stehen. Die „Bild“ vermeldet den Wechsel des Europameisters in die französische Hauptstadt zu PSG und Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel als nahezu perfekt. Allerdings stehe eine Einigung über die Ablösesumme noch aus. Borussia Dortmund sei ab 15 Millionen Euro gesprächsbereit. Zuletzt sollen auch der FC Barcelona und der FC Sevilla Interesse bekundet haben.


Was zeichnet den Spieler aus?

Guerreiro hat einen feinen linken Fuß. Zudem ist der 25-Jährige flexibel einsetzbar. In der portugiesischen Nationalmannschaft spielt er vornehmlich auf der Linksverteidiger-Position, beim BVB in der vergangenen Saison kam er überwiegend im linken offensiven Mittelfeld (32 Pflichtspiele, sechs Tore, sechs Assists) zum Einsatz, unter Tuchel spielte er einst häufig im zentralen Mittelfeld. 2016 wechselte er für rund zwölf Millionen Euro vom französischen Erstligisten FC Lorient zu Borussia Dortmund, sein Vertrag beim BVB läuft noch bis Sommer 2020. Sein Marktwert wird auf etwa 25 Millionen Euro geschätzt.

Raphael Guerreiro zurück zu Förderer Thomas Tuchel? Das sagen unsere BVB-Experten

Raphael Guerreiro hat derzeit noch Sonderurlaub bis zum 10. Juli, da er nach Saisonende noch mit der portugiesischen Nationalmannschaft in der Nations League unterwegs war - und das durchaus erfolgreich. © imago

Was sagt unser BVB-Experte Tobias Jöhren?

An guten Tagen ist Guerreiro einer der außergewöhnlichsten Kicker im BVB-Kader. Er kann Sachen mit dem Ball anstellen, bei dem sich andere die Füße brechen würden. Das Problem: Die guten Tage sind zu selten – und ihm fehlt für einen Außenbahnspieler die letzte Schnelligkeit.

In der vergangenen Saison lief es trotzdem deutlich besser als in der insgesamt komplizierten Saison 2017/2018, als sich eine Verletzung an die nächste reihte, Guerreiro eigentlich zu keinem Zeitpunkt ein Faktor im BVB-Spiel war und durchaus auch kritische Fragen bezüglich seiner Berufsauffassung aufkamen.

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Guerreiros Vertrag endet 2020 – und bislang gibt es weder von Vereins- noch von Spielerseite ein gesteigertes Interesse an einer Ausdehnung des Kontrakts über den kommenden Sommer hinaus. Ein Verkauf in dieser Transferperiode ist daher das wahrscheinlichste Szenario, allerdings dürfte der Erlös, den sich der BVB bei einem Verkauf Guerreiros erhofft, höher sein als die jüngst kolportierten 15 Millionen Euro. Mindestens 20 Millionen Euro sollten es also vermutlich schon sein. Ein Jahr Vertrag hin, ein Jahr Vertrag her – und Paris Saint-Germain ist ja auch nicht unbedingt pleite.

Richtig ist: PSG, das schon 2018 Interesse an Guerreiro gezeigt hatte, gilt als wahrscheinlichstes Ziel Guerreiros, der in Frankreich aufgewachsen ist. Unter Tuchel spielte Guerreiro 2016/2017 seine beste Saison im BVB-Trikot. Ganz so weit vorangeschritten wie vermeldet ist ein Guerreiro-Transfer nach Informationen dieser Redaktion allerdings trotzdem noch nicht.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärte auf Anfrage, dass er Guerreiro in der kommenden Woche, wenn die Nationalspieler nach Dortmund zurückkehren, auf dem Trainingsgelände in Brackel erwarte. „Es gibt nichts zu vermelden“, sagte Zorc, „im Moment ist alles ziemlich ruhig.“ Fast perfekt hört sich anders an, unbedingt unwahrscheinlicher macht es Guerreiros Abflug nach Paris in diesem Sommer aber nicht.

Unser Fazit:

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