Reus bestreitet Auseinandersetzeung mit Watzke

"Offene Diskussion"

Die Trennung zwischen Borussia Dortmund und Thomas Tuchel droht zu einer Schlammschlacht auszuarten. Am Mittwoch berichtet "Die Zeit" von einer Auseinandersetzung zwischen Marco Reus und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Tag nach dem Sprengstoff-Anschlag. Reus dementierte einen Streit, auch Michael Zorc meldete sich zu Wort.

DORTMUND

, 31.05.2017, 13:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Reus bestreitet Auseinandersetzeung mit Watzke

Marco Reus.

In ihrer Online-Ausgabe berichtet die Wochenzeitung von einer handfesten Diskussion zwischen Reus und einigen anderen Spielern mit Watzke in der Teamsitzung vor dem Heimspiel gegen den AS Monaco am Tag nach dem Anschlag am 12. April. Demnach sollen Reus und mehrere andere Spieler, darunter Gonzalo Castro, dafür plädiert haben, nicht zu spielen. Reus sei aufgestanden und habe im Namen der Mannschaft gesagt: „Ich halte es für falsch, dass wir spielen.“ Daraus, so die Zeitung, habe sich ein Wortwechsel mit Watzke entwickelt.

Reus stand allerdings im Spiel gegen Monaco aus Verletzungsgründen nicht im Kader, Castro fehlte gesperrt. Beide Spieler saßen folglich auch nicht im Teambus, als der Anschlag passierte. Watzke hatte nach dem Anschlag erklärt, es sei kein Spieler mit dem Wunsch an ihn herangetreten, nicht zu spielen.

Reus reagiert

Reus reagierte am Mittwoch auf die Veröffentlichung: „Aki Watzke und ich hatten und haben keinen Streit, sondern ein gewachsenes Vertrauensverhältnis“, sagte der Mittelfeldspieler. „Das beinhaltet, dass man auch mal anderer Meinung sein kann und offen über Dinge diskutieren kann. Aki hatte uns ja auch angeboten, dass die Spieler, die nicht spielen wollen, sich noch bis zum Nachmittag melden können.“ Nuri Sahin hatte vor kurzem im „Aktuellen Sportstudio“ bereits bestätigt: „Uns war freigestellt, ob wir spielen wollen oder nicht.“

Am Nachmittag äußerte sich auch Sportdirektor Michael Zorc zu dieser Thematik: "Von unserer Sicht der Dinge müssen wir nichts zurücknehmen. Dass es während der Kabinensitzung am Spieltag auch einige kontroverse Stimmen gab, haben wir immer gesagt", erklärte Zorc. "Es waren sicher 40 Leute mit in dem Raum. Aki Watzke hat am Ende klar gesagt, dass sich jeder Spieler, der sich nicht in der Lage fühlt aufzulaufen, bis zum Nachmittag beim Trainer melden kann. Und zwar ganz ohne Druck, ohne dass ihm Nachteile dadurch entstehen würden. Wir alle hätten großen Respekt vor einer solchen Entscheidung gehabt. Aber von diesem Angebot hat niemand Gebrauch gemacht."

Jetzt lesen

In den Tagen nach dem Anschlag hatte sich der schwelende Streit zwischen Watzke und Tuchel verschärft. Tuchel hatte behauptet, von der Entscheidung, das Spiel kaum 24 Stunden nach den Sprengstoff-Explosionen neu anzusetzen, nur per SMS informiert worden zu sein.

Telefonat zwischen Watzke und Tuchel

Nach Informationen dieser Redaktion aber hat es während der Krisensitzung der BVB-Verantwortlichen um Hans-Joachim Watzke und Dr. Reinhard Rauball mit der Uefa-Delegation ein längeres Telefonat zwischen Watzke und Tuchel gegeben. Der Trainer hatte nach dem Hinspiel die Uefa und damit indirekt auch Watzke wegen der schnellen Neu-Ansetzung und fehlender Absprachen kritisiert.

Jetzt lesen

 

Lesen Sie jetzt