Roman Bürki - Rückhalt, Lautsprecher und Leistungsträger beim BVB

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Neue Saison, neuer Angriff! Der BVB will Meister werden - mit Roman Bürki. Wir beleuchten Form und Perspektive jedes Spielers. Der nächste Teil: Was Bürki zu einem der Besten der Liga macht.

Dortmund

, 09.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ganz Fußball-Deutschland fiebert der Bundesliga-Spielzeit 2019/2020 entgegen. Vor dem Auftakt in die Saison, an deren Ende Borussia Dortmund Deutscher Meister sein will, nehmen wir jeden Spieler im BVB-Kader unter die Lupe.

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Was zeichnet Roman Bürki aus?

Roman Bürki geht in seine fünfte Spielzeit bei Borussia Dortmund. Und sein Standing im Team, aber auch bei den Fans dürfte nie zuvor besser gewesen sein. Der Schweizer hat sich mit konstant guten Leistungen in der vergangenen Saison zu einem der absoluten Leistungsträger beim BVB entwickelt. Seinen Anteil am 4:1-Sieg gegen Leipzig am ersten Spieltag zum Beispiel hätte Bürki nur noch als Vierfachtorschütze steigern können. Die gesamte Saison konnten Fotografen hinter dem BVB-Tor vor allem eins fotografieren: Frustrierte Stürmer.

Dabei keimte im Sommer 2018 nach der Verpflichtung von Marwin Hitz aus Augsburg kurzzeitig sogar so etwas wie eine Torwartdiskussion beim BVB auf. Doch Bürki profitierte ungemein von dieser interessanten Torwart-Konstellation in Dortmund. Anders als in den Spielzeiten zuvor, in denen der Schweizer Schlussmann mit wackeligen Aktionen - vor allem mit dem Ball am Fuß - immer mal wieder für ein Raunen im weiten doch ziemlich eckigen Rund des Signal Iduna Parks sorgte, strahlt Bürki mittlerweile Ruhe und Souveränität aus.

Von den 40 Gegentoren, die Bürki in der abgelaufenen Bundesliga-Saison schluckten musste, war er nur an zweien wirklich ernsthaft schuld. Während der Patzer in Berlin, als er einen Schuss von Maximilian Mittelstädt nach vorne abprallen ließ und Salomon Kalou einschieben konnte, von seinen Kollegen noch zu einem späten 3:2-Sieg korrigiert werden konnte, war Bürkis Fehlgriff am 32. Spieltag in Bremen wirklich schmerzhaft. Denn die Borussia gab eine bis dahin komplett dominierte Partie fortan völlig verunsichert aus der Hand. Ein derartiger Fehler von Roman Bürki hatte wohl selbst seine Mitspieler eiskalt erwischt.

Diese beiden Patzer einmal ausgeklammert, war und ist Bürki aber so etwas wie die Eiger Nordwand im Kasten des BVB – so ohne Weiteres führt an ihm kein Weg vorbei. Hinter Leipzigs Peter Gulasci belegte Bürki unter den Torhütern Platz zwei im „Kicker“-Ranking der Saison 2018/2019.

Doch Bürki überzeugt längst nicht mehr nur sportlich. Auch abseits des Platzes ist ihm anzumerken, dass er mit seinen 28 Jahren und 159 Bundesliga-Spielen mittlerweile über eine gewisse Reife verfügt. „Ich versuche einfach, Verantwortung zu übernehmen, sei es nach den Spielen in den Interviews, aber auch im Training, wo ich versuche, meine Mitspieler zu pushen“, hatte Bürki in der Schlussphase der abgelaufenen Saison im Interview mit dieser Redaktion erklärt. Bürkis Wort hat Gewicht. Mehr als je zuvor.



Wie lief die Vorbereitung?

Die wohl härteste Bewährungsprobe für Roman Bürki resultiert aus keinem seiner beiden Testspieleinsätze. Die 90 Minuten in Seattle gegen die Sounders und in Bad Ragaz gegen Udinese Calcio brachte der Torhüter relativ problemlos über die Bühne. Vielmehr macht ihm derzeit eine Risswunde am Schienbein zu schaffen. Geduld ist gefragt.

Roman Bürki - Rückhalt, Lautsprecher und Leistungsträger beim BVB

Bei der Saisoneröffnung deutlich zu sehen: Die verkrustete Wunde an Roman Bürkis Schienbein. © imago

Bei der Saisoneröffnung am Signal Iduna Park konnte man das Ausmaß der Verletzung auf Bürkis Schienbein erstmals erkennen. Die Risswunde – wohl etwas mehr als zehn Zentimeter lang – setzt den Keeper mittlerweile seit fast zwei Wochen außer Gefecht. Es ist fraglich, ob Lucien Favre – sofern überhaupt möglich – gleich zu Saisonbeginn auf Roman Bürki im BVB-Tor setzen wird. Denn Marwin Hitz spielt in Abwesenheit seines Landsmanns eine tadellose Vorbereitung.

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Wie ist die sportliche Perspektive in der neuen Saison?

Sobald Roman Bürki wieder einsatzbereit ist, ist er beim BVB der unangefochtene Stammtorhüter. Mehr noch: Er zählt zu den wichtigen Säulen auf dem Weg zum großen Ziel – der Deutschen Meisterschaft. Bürki verlängert die zentrale Achse des BVB mit Marco Reus, Axel Witsel und Mats Hummels nach hinten.

Seine große Bedeutung im BVB-Team ist dabei nicht mehr nur seiner Position geschuldet. Bürki hat sich – sportlich und charakterlich – zu einer festen Größe bei Borussia Dortmund entwickelt. In der Bundesliga gibt es wenige Keeper, die ein Spiel besser eröffnen können. Auch im Kerngeschäft, dem Tore verhindern, muss er keinen Vergleich scheuen. Wer dafür noch Beweise braucht, kann auch in der kommenden Saison sicherlich wieder reihenweise Bilder frustrierter Stürmer vor dem BVB-Tor bestaunen.

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