Sahins frühe Renaissance

DORTMUND Eine Bühne hatte Nuri Sahin (20) am Samstag schon Borussia Dortmunds Vereinszeitschrift bereitet. Ein Interview über zwei Seiten, der Tenor sinngemäß: Ich greife an, will unbedingt einen Stammplatz! Gegen Hoffenheim folgten Worten Taten. Der junge Mann veranstaltete ein Riesen-Theater. Im positiven Sinne.

von Von Sascha Fligge

, 01.03.2009, 20:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sahins frühe Renaissance

Nuri Sahin (20): Seine Entwicklung beginnt zu überzeugen.

Dabei war Sahin, dieser jüngste Bundesligaspieler, jüngste Bundesliga-Torschütze und jüngste türkische Nationalspieler aller Zeiten, im Sommer 2008 ein Mann auf dem Abstellgleis. Sein Leihvertrag bei Feyenoord Rotterdam lief aus, Besiktas Istanbul wollte ihn, aber Sahin nicht an den Bosporus. In Dortmund verstand man die Welt nicht mehr, denn das Talent, das keines mehr sein will, galt als zu behäbig im Antritt und als zweiter Mittelfeld-Vertreter dieser Gattung hinter Giovanni Federico, der im Winter nach Karlsruhe flüchtete. Letzten Endes profitierte Sahin davon, dass ihm im Gegensatz zum Deutsch-Italiener kein Phlegma im Weg stand. Der Jungprofi will. Immer und überall. Zur Not mit der Brechstange. „Es wird Zeit, dass ich den nächsten Schritt in meiner Karriere mache. Ich bin jetzt vier Jahre im Profigeschäft, versuche immer Gas zu geben und das zu tun, was der Trainer will. Ich denke, dass man das auch auf dem Platz sieht“, sagt Sahin. Seine Entwicklung sei „bemerkenswert“, meint Sportdirektor Michael Zorc.

Es scheint fast so, als könnte die Geschichte mit all jenen Superlativen, die Sahin zwischen Juli und November 2005 aufstellte, nach vielen Rückschlägen und Kritik ein gutes Ende finden. Er ist wieder da. Nicht im siebten Fußball-Himmel. Aber auf einem soliden Weg. Der soll zum Durchbruch führen. Sahin sagt: „Ich gebe mir keine Zeit mehr.“  

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