Der Wechsel von Jadon Sancho zu Manchester United dürfte bald über die Bühne gehen. © imago / Shutterstock
Borussia Dortmund

Sancho-Poker geht auf die Zielgerade – BVB hat Nachfolger im Blick

Der Millionen-Poker um BVB-Dribbler Jadon Sancho geht auf die Zielgerade. Denn Manchester United hat seine Offerte nach und nach aufgestockt. Die Nachfolgeregelung rückt in den Fokus.

Die jüngsten Signale aus Manchester lassen kaum noch Zweifel zu: United wird Borussia Dortmunds Forderungen erfüllen. Nicht verhandelbare 90 Millionen Euro Ablöse plus Bonuszahlungen hatte der BVB für Jadon Sancho aufgerufen – und dürfte sie auch bekommen. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten naht eine Transfer-Einigung der Klubs, Manchester hat seine Offerte nach und nach aufgestockt, die 90-Millionen-Marke ist jetzt in Sicht.

Noni Madueke steht auf der BVB-Liste weit oben

Längst haben sich Borussias Bosse für eben diesen Fall wappnen müssen. Für den Abgang Sanchos in diesem Sommer, für einen immensen sportlichen Verlust im Kader, den es dann bestmöglich aufzufangen gilt. Auf der Dortmunder Liste potentieller Nachfolger findet sich ein Name weit oben: Noni Madueke. Der 19-jährige Außenstürmer hat bei der PSV Eindhoven eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht und passt aufgrund seiner Fähigkeiten und Spielweise ins Anforderungsprofil des BVB.

Trainingsauftakt in Eindhoven: BVB-Kandidat Noni Madueke (l.) und Armando Obispo. © imago / Pro Shots © imago / Pro Shots

Chukwunonso Tristan Madueke, den alle nur „Noni“ rufen, nahm zwar am Samstag nach den obligatorischen medizinischen Tests die Saisonvorbereitung in Eindhoven auf. Das Interesse der Dortmunder Borussia, das in Kürze im Falle des Sancho-Deals konkret werden könnte, ist aber auch schon zum englischen Junioren-Nationalspieler vorgedrungen. „Es ist eine Ehre, als Nachfolger von Jadon Sancho genannt zu werden“, gab Madueke vor kurzem gegenüber ESPN zu Protokoll. „Ich habe das auch gehört und werde es nicht bestreiten.“

Roger Schmidt befördert Noni Madueke in den A-Kader

Wer aber ist dieser hochtalentierte Jungprofi, den der BVB auf dem Radar hat und dem PSV-Trainer Roger Schmidt „große Fortschritte“ in dessen jüngster Entwicklung attestiert? Madueke, in London geboren, mit nigerianischen Wurzeln, lernte das Fußballspielen bei Crystal Palace. Stadtrivale Tottenham Hotspur schnappte sich dann vor sieben Jahren den damals 12-Jährigen für seine Talentschmiede. Madueke überzeugte, schaffte es in die englische U16-Auswahl – und weckte das Interesse von Manchester United. Doch „Noni“ suchte im Sommer 2018 sein Glück lieber in Eindhoven, bei der PSV versprach er sich mehr Chancen, ins Blickfeld des Profiteams zu rücken.

Es gelang. Vor einem Jahr zog ihn Trainer Roger Schmidt aus der Reserve hoch in den A-Kader. „Er ist in der Lage, die Situation zu lesen, in die richtigen Räume zu kommen und somit am richtigen Ort zu sein“, erklärte Schmidt. „Er hat ein gutes Gefühl dafür mit seinem Timing. Technisch hat er die Fähigkeiten im Eins-gegen-Eins.“ Und das bewies Madueke, der im Frühjahr für die englische U21 debütierte, gleich in seiner ersten Spielzeit in der niederländischen Eredivisie. Für Vizemeister PSV durfte er 24 Mal aufs Feld, zwischenzeitlich stoppten ihn zwar über Wochen muskuläre Probleme, doch am Saisonende standen sieben Tore und sechs Vorlagen in seiner Bilanz.

BVB-Kandidat Madueke steht in Eindhoven bis 2024 unter Vertrag

Madueke pflegt einen wuchtigen, mitunter spektakulären Spielstil mit zumeist direktem Zug zum Tor, er ist physisch stark, schnell, verfügt über gute Technik, enge Ballführung im Dribbling, oft mit dem starken linken Fuß. Bestens aufgehoben ist der 1,82 Meter große Engländer, der in Eindhoven bis zum 30. Juni 2024 unter Vertrag steht, auf der rechten Außenbahn. Er kann aber auch als Mittelstürmer oder hinter den Spitzen zum Einsatz kommen. Als Ablöse stehen rund 20 Millionen Euro im Raum. Geld, das der BVB in Kürze aus Manchester erhalten dürfte.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
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Sascha Klaverkamp

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