Santana im Interview: Dortmund muss Dortmund sein, dann ist alles möglich

mlzBVB gegen Tottenham

Das Hinspiel gegen Tottenham verfolgte Felipe Santana am Fernseher. Trotz der 0:3-Hypothek glaubt der Brasilianer an den BVB - hat er doch selbst für eines der größten Wunder gesorgt.

Dortmund

, 03.03.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Felipe Santana ist in seiner Heimat Brasilien, er kommt gerade vom Training. „In Form bringen“ will er sich, „für das nächste Abenteuer in Europa“, wie er sagt. Ein Telefongespräch über einen besonderen Abend und die prägendste Zeit seiner Karriere.

Wir melden uns, weil der BVB mal wieder einen magischen Abend braucht. Sie wissen ja, wie sowas geht... (lacht) Malaga, ja das war eine ganz spezielle Geschichte. Einer meiner schönsten BVB-Momente. Und wir hatten vorher zwei Meisterschaften und den Pokal gewonnen. Es war für uns alle, auch für mich, eine goldene Zeit.

Wie frisch sind die Erinnerungen an die letzten zwei Minuten?

Ich denke oft daran. Wir waren eigentlich ausgeschieden, aber in diesem Stadion, mit diesen Fans im Rücken, da kann alles passieren. Wir haben einfach nicht aufgegeben. Ich bekomme noch jedes Mal wieder Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.

Einer seiner schönsten BVB-Momente: Felipe Santana nach dem 3:2 auf der Ehrenrunde.

Einer seiner schönsten BVB-Momente: Felipe Santana nach dem 3:2 auf der Ehrenrunde. © imago

Welche Erinnerung haben Sie an die Minuten nach dem Abpfiff, was war in der Kabine los?

Es war die totale Euphorie. In der Kabine herrschte ein Riesentrubel. Wir waren alle total aufgeputscht und konnten es nicht glauben, was wir da geschafft hatten. In dieser Nacht hat keiner geschlafen.



Sie haben sich nach der Saison aus Dortmund verabschiedet und gingen ausgerechnet zu Schalke...

Das war eine total schwierige Entscheidung. Aber ich wollte regelmäßig spielen. Es ist leider dort nicht so gut gelaufen, ich war viel verletzt. Ich kann aber nichts Schlechtes über Schalke sagen, die Leute dort waren auch gut zu mir. Das gilt aber für alle Stationen meiner Karriere. Ich habe es immer gut gehabt.



Über Piräus landeten Sie am Ende in Russland. Jetzt sind sie schon neun Monate ohne Verein. Ist die Karriere des Felipe Santana vorbei?

Nein, ich bin doch erst 32! Ich spüre, dass ich noch was geben kann. Das war es noch nicht. Ich bringe mich gerade in Form. Ich möchte zurück nach Europa. Am liebsten nach Dortmund (lacht).

Die Kontakte dürften ja noch da sein...

Ich war ja beim Abschiedsspiel von Roman Weidenfeller und habe letztens noch mit Sebastian Kehl geschrieben. Mit anderen bin ich über Instagram in Kontakt. Mario Götze habe ich am vergangenen Wochenende zu seinem Tor gegen Leverkusen gratuliert.

Fünf Jahre lange spielte Felipe Santana beim BVB. Seinen letzten Auftritt im BVB-Dress hatte er beim Abschiesspiel von Romane Weidenfeller im Sommer 2018.

Fünf Jahre lange spielte Felipe Santana beim BVB. Seinen letzten Auftritt im BVB-Dress hatte er beim Abschiesspiel von Romane Weidenfeller im Sommer 2018. © imago

Wie intensiv verfolgen Sie den BVB noch?

Ich schaue alles, was geht. Der Verein hat mich geprägt. Man kann aus allen Stationen viel mitnehmen und lernen, aber die Zeit in Dortmund war die Wichtigste für meine persönliche Entwicklung.

Dortmund steht gegen Tottenham mit dem Rücken zur Wand. Was muss passieren am Dienstag?

Ich war sehr traurig nach dem Hinspiel, aber es ist noch nicht vorbei. Das müssen sich die Spieler sagen. Aufgeben gilt nicht in so einem Spiel.



Schafft der BVB das Wunder?

Ich bin sehr optimistisch, weil Marco Reus wieder mit dabei sein wird. Er ist das Herz dieser Mannschaft. Die Atmospäre, die Fans, das kann ein besonderer Faktor sein und ein Bonus für den BVB. Dortmund muss Dortmund sein, dann ist alles möglich. Ich drücke von hier aus auf jeden Fall alle Daumen.

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