Schmelzer will ohne "Wachrüttler" zurück zur alten Stärke

Streben nach Glück

Als die BVB-Profis am Samstag den Borussia-Park in Mönchengladbach betraten, lief auf den Videoleinwänden des Stadions die Bundesliga-Konferenz. In der wichtigen Konzentrationsphase vor dem Spiel sahen die Dortmunder, wie Leverkusen den Rückstand auf den BVB auf fünf Punkte verringerte. Ein TV-Erlebnis mit lähmender Wirkung?

DORTMUND

von Von Matthias Dersch

, 26.04.2011, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
War nach der Gladbach-Pleite nur kurz am Boden, ist aber wieder aufgestanden: BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer will sich das verloren gegangene Glück in den letzten drei Saisonspielen "über die vollen 90 Minuten erarbeiten".

War nach der Gladbach-Pleite nur kurz am Boden, ist aber wieder aufgestanden: BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer will sich das verloren gegangene Glück in den letzten drei Saisonspielen "über die vollen 90 Minuten erarbeiten".

Befand sich die Mannschaft schon im Meistermodus? Zogen die TV-Bilder aus Leverkusen die Konzentration zu sehr auf sich? Auf Erklärungen wie diese will sich Schmelzer nicht einlassen. „Nein“, so der Nationalspieler, „wir schauen bei eigenen Abendspielen regelmäßig, was vorher auf den anderen Plätzen passiert. Das stört nicht.“ Und auch die mögliche Meisterschaft habe für ihn keine Rolle gespielt. „Wir hatten andere Ziele: Den Sieg und damit den Rekord für die meisten Auswärtssiege innerhalb einer Saison.“ Elf Erfolge auf fremden Plätzen stehen bereits zu Buche, nur Werder Bremen (2003/04) und dem Hamburger SV (2005/06) gelang diese Marke in der Bundesliga-Geschichte bislang. Mit Sieg Nummer zwölf wäre der BVB alleiniger Rekordhalter. Doch auf den wartet Schmelzers Borussia nun schon seit drei Partien. Nur einen Zähler gab es aus den Spielen in Hoffenheim (0:1), Hamburg (1:1) und Mönchengladbach (0:1) – trotz eines deutlichen Chancen-Übergewichts der Dortmunder.

„Das ist das Schlimme“, stöhnt Schmelzer mit Blick auf die fehlende Kaltschnäuzigkeit und das Aluminium-Pech (schon 22 Gehäuse-Treffer). „Wir spielen eine überragende Saison. Aber wenn man ehrlich zurückblickt, müssten wir mittlerweile deutlich mehr Punkte haben.“ Das nötige Glück habe in den entscheidenden Momenten – wie bei Schmelzers Pfostenknaller in Gladbach – gefehlt. „Und da das Glück nicht von alleine kommt, müssen wir wieder dahinkommen, es uns über die vollen 90 Minuten zu erarbeiten.“ Zuletzt habe man vielleicht „Wachrüttler“ benötigt, „doch ich gehe davon aus, dass wir es gegen Nürnberg wieder hinbekommen, von Beginn an stark zu sein.“ Gelingt dieses Vorhaben, enden auch alle Zahlenspielereien, die sich mit der Saison 2001/2002 beschäftigen. Damals lag Dortmund drei Spieltage vor dem Ende fünf Punkte hinter Leverkusen – und wurde Deutscher Meister. Auf die Frage, ob er davon gehört habe, gibt Schmelzer eine klare Antwort: „Mitbekommen: Ja. Damit beschäftigt: Nein.“ Wieder ist das Signal eindeutig: Der BVB lässt sich durch den kleinen Rückschlag in Gladbach längst nicht aus der Ruhe bringen.

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