Sebastian Kehl und seine ereignisreiche Schlussphase

DORMTUND Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Sebastian Kehl kann seit Dienstag Abend diese beiden Gefühlswelten ziemlich exakt nachempfinden. Binnen 60 Sekunden stand der 27-Jährige im Pokalkrimi gegen Werder Bremen (2:1) am Dienstag zwei Mal im Mittelpunkt.

von Von Thomas Rellmann

, 30.01.2008, 18:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sebastian Kehl (l.) erlebte ein Wechselbad der Gefühle.

Sebastian Kehl (l.) erlebte ein Wechselbad der Gefühle.

Erst sein herrlich getimter Pass in die Nahtstelle der Viererkette, den Diego Klimowicz zum 2:0 und zur vermeintlichen Vorentscheidung verwertete. Im direkten Gegenzug sein übermotiviertes beidfüßiges Grätschen gegen Markus Rosenberg im eigenen Strafraum, das zum Elfmeter und Bremer Anschluss führte. „Wir hätten in kürzester Zeit fast alles verspielt“, gestand Kehl nach Schlusspfiff. „Aber das interessiert am Samstag bei der Auslosung schon keinen mehr.“

Kaum Druck erzeugt

Dann schon eher die Art und Weise, mit der der BVB seine erste Pflichtbegegnung 2008 absolvierte. Und mit der war auch Kehl nicht zufrieden: „Ganz klar, wir wollten anders spielen, das war noch nicht so gut. Wir hatten vor, Druck zu machen.“ Das gelang über weite Strecken nicht, gerade zu Beginn der Partie ließ sich das Mittelfeld zu weit in die Defensive drängen. Im zweiten Durchgang waren die Hausherren zumindest gelegentlich bei Kontern, meist über Mladen Petric, gefährlich.

Juxen mit Fandel

Auch die eigene Leistung konnte Kehls Anspruch noch nicht genügen. Zu wenige Akzente setzte er nach vorne, dazu gesellten sich leichte Ballverluste und fehlende Dynamik. Doch seine Präsenz scheint dem Team Flügel zu verleihen. Im vierten Match mit Kehl war es der dritte Dortmunder Erfolg. Und zu was der Nationalspieler imstande ist, bewies er ja bei der Vorbereitung des zweiten Tores. Den Elfmeter gegen sich wollte er übrigens nicht hinnehmen. „Es war eine beherzte Aktion, sie geht klar gegen den Ball. Das muss man nicht ahnden.“ Nicht nur Schiedsrichter Herbert Fandel hatte das etwas anders gesehen. Kehl und der FIFA-Referee ließen sich von dieser Szene übrigens nicht die Laune verderben. Stattdessen flachsten die beiden kurz vor Mitternacht lauthals in der Mixed-Zone herum. Keine Frage, mit dem Viertelfinale in der Tasche konnte Kehl vieles verschmerzen.

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