Sechser Nuri Sahin ist immer noch nicht wieder fit

Dortmunds Wackelkandidat

Mehr als eine Handvoll Profis kann Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp derzeit nicht in Sachen Fußball unterrichten. Einer, der fernab der in der Bundesliga-Pause verbliebenen Kicker noch einsamer als alle anderen an sich arbeitet, ist Nuri Sahin (26).

DORTMUND

, 27.03.2015, 19:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die letzten Eindrücke auf dem Rasen waren sehr stark. Doch seit dem Derby ist Nuri Sahin (l.) verletzt. Die anfänglich als kleinerer Muskelfaserriss deklarierte Verletzung bremst den 26-jährigen Türken nun schon seit einem Monat aus.

Die letzten Eindrücke auf dem Rasen waren sehr stark. Doch seit dem Derby ist Nuri Sahin (l.) verletzt. Die anfänglich als kleinerer Muskelfaserriss deklarierte Verletzung bremst den 26-jährigen Türken nun schon seit einem Monat aus.

„Nicht so gravierend“, sei die Verletzung von Sahin, teilte Klopp kurz nach dem Derbysieg gegen den FC Schalke 04 (3:0) mit. Ein dem ersten Anschein nach kleiner Muskelfaserriss im Oberschenkel zwang den Mittelfeld-Mann zu einer zunächst als kurz avisierten Pause – die sich aber mittlerweile fast einen Monat lang hinzieht.

Probleme im Adduktorenbereich

Es gebe bei Sahin Probleme im Adduktorenbereich, teilte der BVB nur mit. Derart gravierende Schwierigkeiten offenbar, dass auch vier Wochen nach der ursprünglichen Verletzung nur sehr dosiertes Lauftraining möglich ist. Mit dem Auftrag, eventuelle Reaktionen des Körpers abzuwarten. Sahin wird so zum Wackelkandidaten.  

„Er macht im Training gerade seine ersten Schritte“, sagte Klopp vor einer Woche über das leichte Lauftraining seines spielstarken Strategen, und da gingen alle Beobachter noch davon aus, dass Sahin die Bundesliga-Pause während der Länderspiele dazu nutzen könnte, ins Teamtraining einzusteigen und körperliche Defizite auf- sowie Spielpraxis nachzuholen. Doch bis gestern war nicht mehr als leichtes Traben möglich.

Einsatz nahezu ausgeschlossen

Ein kompletter Wiedereinstieg ins Training und ein Einsatz in der Liga-Partie gegen den FC Bayern München am kommenden Samstagabend scheinen daher nahezu ausgeschlossen. Ähnlich verhielt es sich während Sahins erster langer Verletzungspause im Laufe dieser Saison. Anfang August 2014 war der Deutschtürke aus dem Sommer-Trainingslager in Bad Ragaz abgereist. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Doch Sahins Knie war nicht nur gereizt, eine Sehne hatte sich entzündet. Und der Heilungsverlauf verlief derart schleppend und holprig, dass er erst im drittletzten Hinrundenspiel zu seinem ersten Einsatz kam. Für sieben Minuten beim 0:1 bei Hertha BSC. Eine Katastrophe für den 26-Jährigen.

Wichtige Rolle

Wie wichtig Sahin für den BVB sein kann, bewies er dann in den ersten Spielen der Rückrunde, als er nach einer kompletten Vorbereitung und aus einem guten Rhythmus heraus das BVB-Spiel gemeinsam mit Ilkay Gündogan diktierte.

Vier Bundesliga-Dreiern in Serie mit Sahin folgten dann ohne ihn zwei Nullnummern in Hamburg und gegen Köln sowie das 0:3 gegen Juventus Turin in der Champions League. Die spielerische Ernüchterung nach zuvor überzeugenden Spielen allein an ihm festzumachen, wäre falsch. Doch Sahins Fehlen macht sich bemerkbar. Und ein Ende der Ausfallzeit ist nicht in Sicht.

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