Sergio Gomez will sich mit Spaniens U19 beweisen - schwierige Situation beim BVB

U19-Europameisterschaft

Sergio Gomez tankt mit Spanien bei der U19-EM neues Selbstvertrauen. Seine Karriere beim BVB könnte Schwung gebrauchen. Ein Ex-Spieler hat großes Vertrauen in den 18-Jährigen.

Dortmund

, 23.07.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sergio Gomez will sich mit Spaniens U19 beweisen - schwierige Situation beim BVB

Sergio Gomez (2.v.r.) steht mit der spanischen U19 im Halbfinale der Europameisterschaft. © Twitter.com/@SeFutbol

In den spanischen U-Nationalmannschaften ist Sergio Gomez ein absoluter Vielspieler. 38 Einsätze von der U17 bis zur U19, dazu ingesamt 11 Tore - da braucht sich das 18-jährige BVB-Talent auch nicht vor Ferran Torres (37 Einsätze, 9 Tore) verstecken. Torres ist mit einem geschätzten Marktwert von 20 Millionen Euro und bereits 37-La-Liga-Einsätzen für Valencia soetwas wie der Star im Team.

Bei der U19-Europameisterschaft in Armenien führt an Torres kein Weg vorbei. In den drei Gruppenspielen verpasste der 19-jährige Rechtsaußen noch keine Minute. Aber auch Sergio Gomez hat sich in den Fokus gespielt. Einzig im Duell mit Gastgeber Armenien zum Auftakt (4:1) saß Gomez auf der Bank. In den folgenden Spielen gegen Portugal (1:1) und Italien (2:1) hat er Barcas Jandro Orellana aus dem zentralen Mittelfeld verdrängt.

Gomez bereitet Treffer gegen Italien per Eckball vor

170 von möglichen 180 Minuten absolvierte Gomez in diesen beiden Partien, den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleichstreffer gegen Italien hatte der BVB-Akteur, der in Spaniens U19 die „10“ trägt, mit einem Eckball vorbereitet. Den 2:1-Erfolg und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale bejubelte er gemeinsam mit seinen Teamkollegen. Mehr als ausgelassen.

Am Mittwoch (19.00 Uhr) trifft Gomez mit Spanien, das sich hinter Titelverteidiger Portugal als Gruppenzweiter für das Halbfinale qualifiziert hat, auf Frankreich. Die Franzosen - im Turnier noch ohne Gegentor und Punktverlust - sind mit drei U19-EM-Titeln seit 2002 die Nummer zwei hinter Rekordsieger Spanien (sieben Erfolge). Nur einer der beiden hat am Samstag im Finale (18.30 Uhr) die Chance, die Bilanz noch weiter zu verbessern.

Gomez auf den Spuren von Julian Brandt

In Dortmund würde man nur zu gerne bald einen U19-Europameister im Training begrüßen. Beim letzten Erfolg der DFB-Junioren im Jahr 2014 war kein BVB-Spieler dabei. Einzig Julian Brandt, damals noch in Diensten von Bayer Leverkusen, weiß, wie sich dieser Triumph anfühlt. In der folgenden Saison absolvierte Brandt in Leverkusen erstmals über 20 Bundesliga-Spiele, die weitere Entwicklung des BVB-Neuzugangs ist bekannt.

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#U19EURO semifinals, here we go!

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Gomez könnte einen Anschub seiner Karriere in Deutschland durchaus vertragen. Die Euphorie und das Selbstvertrauen durch ein erfolgreiches Turnier würden da sicher helfen. Wenn auch nur dabei, sich als Leihspieler für andere Vereine interessant zu machen.

Bei Sergio Gomez ist Geduld gefragt

Seit seinem Wechsel aus der Jugend des FC Barcelona stehen für den 18-Jährigen in eineinhalb Jahren beim BVB lediglich zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga (7 Minuten) und einer in der Champions League (1 Minute) zu Buche - nur vier Mal stand er überhaupt im Spieltagskader.

Sergio Gomez will sich mit Spaniens U19 beweisen - schwierige Situation beim BVB

In der abgelaufenen Saison lief Sergio Gomez überwiegend für die U23 des BVB auf (14 Einsätze, zwei Tore, drei Vorlagen). Zudem kam der Spanier fünf Mal in der Youth League zum Einsatz. © imago

Noch ist Geduld gefragt bei Sergio Gomez. „Er ist noch ein sehr junger Spieler und auf seiner Position in der Offensive ist es sehr schwierig, eine bedeutende Rolle beim BVB zu spielen“, sagte Ex-BVB-Profi Marc Bartra jüngst im Interview mit dieser Redaktion. Das erste Jahr im neuen Verein sei immer schwierig, erklärte Gomez‘ Landsmann. Und: „Man muss sich als Spieler erst einmal anpassen – an neue Mitspieler, eine neue Liga, aber auch an ein ganz neues Land.“

Bartra: „Sobald er die Chance bekommt, wird er sie nutzen“

Doch Gomez habe sehr viel Potenzial. Das lässt der 18-Jährige auch im Training mit den Profis immer wieder aufblitzen. Vor allem technisch ist Energiebündel Gomez sehr versiert. Bartra ist sich sicher: „Sobald er die Chance bekommt, wird er sie nutzen. Davon bin ich überzeugt.“

Ob es in der kommenden Saison zu einer solchen Chance kommt? Mit Marco Reus, aber auch Mario Götze sah Bartra den BVB schon in der vergangenen Saison im offensiven Zentrum bestens besetzt. Die Verpflichtungen von Julian Brandt und Thorgan Hazard haben Gomez‘ Situation in Dortmund sicher nicht verbessert.

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