Ist Ömer Topraks Abgang eine gute Entscheidung für den BVB?

mlzPro und Contra

Ömer Toprak wechselt zum SV Werder Bremen. Der BVB verfügt damit nur noch über vier gelernte Innenverteidiger im Kader: Wir diskutieren: Ist Ömer Topraks Abgang eine gute Entscheidung?

Dortmund

, 08.08.2019, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mats Hummels, Manuel Akanji, Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi. Julian Weigl stünde zudem als Aushilfskraft für die Position bereit. Unser Pro und Contra:


Pro:
Ja, Toprak darf gehen - andere Spieler stehen bereit (Von Tobias Jöhren)

Ömer Toprak hat seine Chance genutzt, keine Frage. Als er zum Vorbereitungsbeginn erklärte, er wolle sich in Dortmund trotz der Verpflichtung von Mats Hummels durchsetzen, da setzte der eine oder andere BVB-Fan ein überraschtes Gesicht auf.

Dass Werder bei Toprak nun zugreift, beweist, dass dieser seit seiner Ansage kräftig auf sich aufmerksam gemacht hat. Insbesondere beim 2:0 im Supercup gegen die Bayern betrieb der ehemalige türkische Nationalspieler Werbung in eigener Sache.

Ist Ömer Topraks Abgang eine gute Entscheidung für den BVB?

Ömer Toprak (l.) setzt sich im Zweikampf gegen Robert Lewandowski durch. © imago

Es ist richtig, dass der BVB ihn trotzdem gehen lässt. Denn Toprak ist nicht mehr als nur Ersatz – und wenn Dan-Axel Zagadou in der Vorbereitung nicht hätte pausieren müssen, hätte gegen die Bayern nicht Toprak, sondern eben Zagadou gespielt. Nur wegen eines gelungenen Supercup-Auftritts hat der BVB zurecht nicht an dem grundsätzlichen Plan, Toprak abzugeben, gerüttelt.

Auf Sicht wäre Toprak maximal die Nummer vier in Borussias Innenverteidigung geworden. Und für Leonardo Balerdi hat der Klub im vergangenen Winter ja auch nicht aus Jux und Dollerei 15 Millionen Euro an die Boca Juniors überwiesen. Jetzt gilt es, den jungen Argentinier an die Startelf zu führen.

Über gute Ansätze ist Toprak in Dortmund nie hinausgekommen. Es gab ein bisschen Licht und ziemlich viel Schatten. In der vergangenen Saison sammelte er in der Liga in neun Einsätzen nur 230 Spielminuten. Dass er nun in der erhofften Meistersaison mehr sammeln würde, ist unwahrscheinlich.

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Contra: Nein, Toprak hätte bleiben müssen (Von Sascha Klaverkamp)

Ganz lange tanzen will Borussia Dortmund in der neuen Saison. Nicht nur im Brot- und Buttergeschäft Fußball-Bundesliga. Dort will der BVB ja sogar mutig nach der Schale greifen. Auch im Millionenspiel Champions League lechzt Dortmund nach deutlich mehr als nur der Gruppenphase. Und nach kurzer Abstinenz mal wieder in Berlin Pokalfinal-Luft aufzusaugen, steht auch auf der Wunschliste weit oben.

Damit die Borussia nicht den eigenen Ambitionen hinterher hechelt, bedarf es eines ausgewogenen Kaders. Klar. Und dank der hochkarätigen Neuzugänge darf sich der Klub sogar als großer Gewinner des Transfersommers fühlen. Er hat glänzend ein- und verkauft. Aber: Ohne Toprak ist das verteidigende Personal nun arg ausgedünnt.

Dass der junge Abdou Diallo verkauft wurde, war noch nachvollziehbar, da er durch die Hummels-Rückkehr seine Perspektive auf viel Spielzeit und damit seine Entwicklung akut gefährdet sah.

Jetzt ohne Diallo und ohne Toprak aber geht der BVB ein Risiko in seiner Defensive ein. Denn: Verletzt sich ein Manuel Akanji oder ein Mats Hummels, dann würde Toprak als Ersatz nicht nur Qualität, sondern auch große Erfahrung und Ruhe einbringen. Eine Tugend, die einigen jüngeren Profis des BVB in der Vorsaison merklich fehlte, als der Druck zunahm.

Toprak zeigte im Supercup gegen die Bayern, wie wertvoll er sein kann – und dass er von der Bank liefert, wenn er gebraucht wird. Zagadou und Balerdi haben unbestritten großes Talent, aber hätten sie auch die Druckresistenz für den Titelkampf?

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