Sollte der BVB Götze und Guerreiro zur Not im nächsten Sommer ablösefrei ziehen lassen?

mlzPro und Contra

Die Verträge von Götze und Guerreiro beim BVB laufen im Sommer 2020 aus. Eine Verlängerung gestaltet sich schwierig. Sollte der Verein beide Spieler zur Not ablösefrei ziehen lassen? Unser Pro und Contra.

Dortmund

, 05.08.2019, 15:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bislang haben beide Spieler nicht verlängert und könnten in einem Jahr ablösefrei zu einem anderen Klub wechseln. Der BVB würde in diesem Fall für zwei Spieler, die im besten Fußballeralter sind und durchaus einen gewissen Marktwert besitzen, keinen Cent sehen.


Pro:
Ja, der Erfolg geht vor (Von Tobias Jöhren)

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Schön ist es nicht, keine Frage. Raphael Guerreiro ist Stand jetzt im nächsten Sommer ablösefrei zu haben, Mario Götze ebenso. Der Marktwert der beiden Spieler liegt zusammen bei 50 Millionen Euro, wenn man dem Internetportal „transfermarkt.de“ Glauben schenken darf. Das ist viel Geld, das dem BVB möglicherweise durch die Lappen gehen könnte, wenn man nicht jetzt oder spätestens im Winter eine Ablöse mit einem der beiden oder gar mit beiden Spielern erwirtschaftet.

Götze und Guerreio können entscheidende Hilfe sein

Trotzdem gibt es gute Gründe, warum Borussia Dortmund das Risiko in Kauf nehmen sollte, im nächsten Sommer finanziell vielleicht leer auszugehen. Erstens erhöhen Guerreiro und auch Götze die Chance auf sportlichen Erfolg. Beide Spieler waren in der vergangenen Saison wichtig, beide können es in der neuen Spielzeit wieder werden. Sowohl Götze als auch Guerreiro sind vielseitig und erfahren genug, um im Kampf um die Meisterschaft eine entscheidende Hilfe zu werden.

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Zweitens ist nicht gänzlich auszuschließen, dass es dem BVB noch gelingt, mit beiden Spieler zu verlängern, auch wenn die Chancen bei Götze besser stehen dürften als bei Guerreiro. Und drittens ist der BVB in der komfortablen Lage, dass er sich den Luxus leisten kann, im Ernstfall auf Transfererlöse zu verzichten - und den Erfolg über das Geld zu stellen. Mit Götze und Guerreiro in die neue Saison zu gehen, wäre ein weiteres Zeichen des BVB, mit welcher Ernsthaftigkeit er seine hochgesteckten Ziele ins Visier nimmt.

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Contra: Nein, es geht um zu viel Geld (Von Dirk Krampe)

Sechs Jahre ist es her, da traf BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine Aufsehen erregende Entscheidung mit deutlicher Signalwirkung. Der BVB verweigerte im Sommer 2013 seinem Torjäger Robert Lewandowski ein Jahr vor Vertragsende den Wechsel zum FC Bayern und verzichtete auf die mögliche Ablöse. Lewandowski im BVB-Trikot, argumentierte Watzke seinerzeit, garantiere durch seine Tore das Erreichen der Champions League.

Die Preise am Markt sind explodiert

Das wäre der Gegenwert für die rund 20 Millionen Euro Ablöse, auf die die Borussia verzichtete. Und die Rechnung ging auf. Lewandowski war in seiner letzten BVB-Saison an 41 Toren beteiligt, die Borussia erreichte die Champions League und das Pokalfinale. Schon damals kündigte Watzke die „einmalige Ausnahme“ in dieser Handlungsweise an - die neben dem finanziellen Kalkül auch damit zusammenhing, dass Dortmund in jenem Jahr schon Mario Götze an die Bayern verlor.

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Jetzt ähnlich zu agieren, wäre wirtschaftlich aber kaum zu rechtfertigen. Die Preise am Markt sind explodiert, die Verträge von Guerreiro und Götze auslaufen zu lassen, würde den Verzicht auf rund 50 Millionen Euro Transfereinnahme nach sich ziehen. Das können die beiden sportlich gar nicht einspielen. Logische Konsequenz: Der BVB muss endlich Klarheit schaffen - und auch bereit sein für den harten Schnitt. Der in diesem Sommer mit Weitblick verstärkte Kader ist darauf ohnehin schon vorbereitet.

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