Sorge um Sven Bender wiegt schwerer als die Niederlage

Lädierte Schulter

Nach einer "relativ ruhigen Nacht" hatte sich die Stimmung von Sven Bender am Sonntag deutlich gebessert. Der 21-Jährige, der sich beim 0:1 des BVB in Hoffenheim die linke Schulter ausgekugelte hatte, hegt die Hoffnung, dass seine Zwangspause nicht allzu lange dauern wird.

DORTMUND

von Von Dirk Krampe

, 13.03.2011, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schmerzhaft: Physio Thomas Zetzmann (M.) und Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun (l.) kümmern sich um den verletzten Sven Bender.

Schmerzhaft: Physio Thomas Zetzmann (M.) und Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun (l.) kümmern sich um den verletzten Sven Bender.

Soweit mochte am frühen Samstagabend niemand denken. „Svens Verletzung“, meinte zum Beispiel Trainer Jürgen Klopp (43), „tut mehr weh als andere Dinge. Wir hoffen alle, dass er nicht allzu lange ausfällt.“ Alle Spieler äußerten sich nach der Partie in ähnlicher Weise. „Zwei bis drei Wochen“ mögliche Ausfallzeit nannte der BVB am Abend nach einem Blitzbesuch Benders bei einem Schulterspezialisten im Heidelberger Klinikum – sind die Bänder beschädigt, würde sich dieser Zeitraum deutlich verlängern. Benders Verletzung passte ins Bild eines aus Dortmunder Sicht trüben Samstagnachmittags. Die Elf, die über Monate mit tempogeladenem Powerspiel verzückt hatte, ließ sich von den Gastgebern, die dem Dortmunder Aufbau mit hoher Aggressivität (13:3 Fouls zur Pause) begegneten, die Lust am Fußball nehmen. Doch nicht nur da fehlte einiges. „In allen Bereichen“, meinte Sportdirektor Michael Zorc (48), „haben wir ein bisschen zu wenig gemacht.“ Ein Hinweis darauf, dass auch die mit Abstand beste Defensive der Liga nicht ihren besten Tag erwischt hatte.

Das galt beim Gegentor, als der BVB im Rückzugsverhalten eine Kette von Fehlern beging, angefangen bei Kevin Großkreutz, der Beck auf seiner Seite laufen ließ, bis hin zur mangelhaften Zweikampfführung von Felipe Santana und Marcel Schmelzer, die Becks Flanke und Ibisevics Torabschluss (63.) nicht verhindern konnten. Generell blieb Ibisevic für Santana und Neven Subotic ein kaum zu kontrollierender Gegner, bei seinem Lattenschuss verpasste der Bosnier das 2:0 nur knapp (88.). Gleich zu Beginn hatte er nach einem Kopfball in Roman Weidenfeller seinen Meister gefunden (12.). Auf den zwölften Auswärtssieg und den alleinigen Rekord in dieser Kategorie müssen die BVB-Fans auch deshalb noch warten, weil Dortmunds Überlegenheit in Punkto Ballbesitz und Flanken in nur wenige Torchancen mündeten. Barrios´ Großchance, die 1899-Keeper Tom Starke mit ein wenig Glück zunichte machte (90.+3), war symptomatisch.

Zuvor scheiterten schon Lewandowski (12.) und Schmelzer (54.), dessen herrlichen Distanzschuss Starke aus dem Winkel fischte. „Irgendwie“, haderte Neven Subotic (22), „fehlte heute immer ein Meter.“ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (51) nahm die erste Niederlage 2011 betont gelassen: „Wir haben nicht gut gespielt. Dass wir so einfach durch die Rückrunde marschieren, hat ohnehin niemand erwartet.“ 

Lesen Sie jetzt