Erleichterung bei BVB-Sportdirektor Michael Zorc (r.) nach dem 2:0-Sieg gegen Wolfsburg. © inago / firo
Borussia Dortmund

Sportdirektor Zorc lobt BVB-Team: „Es war gemeinschaftliche Arbeit“

Das 2:0 gegen Wolfsburg verschafft Borussia Dortmund den perfekten Start ins neue Jahr. Sportdirektor Michael Zorc lobt das BVB-Team - und gibt zu: „Es war Druck auf dem Kessel.“

Erleichterung, wohin man auch blickte. Edin Terzic ballte die Fäuste, umarmte beinahe jeden, der ihm über den Weg lief. Auch in der Dortmunder Führungsetage fiel mit dem Schlusspfiff des umsichtigen Schiedsrichters Manuel Gräfe jede Menge Last von den Schultern. „Fünfter gegen Vierter, es ging um die Champions-League-Plätze, natürlich hatte dieses Spiel eine besondere Bedeutung.“ Michael Zorc mochte am Tag nach dem 2:0 gegen starke Wolfsburger im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten die Bedeutung des BVB-Sieges gar nicht kleinreden. „Natürlich war da Druck auf dem Kessel.“

Der erste Heimsieg ohne Fans seit Juni (1:0 gegen Hertha BSC) beendete nicht nur eine schwarze Serie der Borussia, er durfte auch als gelungene Rehabilitation für den letzten Bundesliga-Auftritt vor der kurzen Weihnachtspause abgeheftet werden. Das 1:2 bei Union Berlin konnte lange nachwirken. Borussia Dortmund, für sich selbst und die Fans zuletzt zu oft eine Wundertüte, zeigte zum Start ins neue Jahr aber endlich, dass es nicht nur spielerisch zu Punkten kommen kann. Genau das erfreute auch den Dortmunder Sportdirektor. „Wir haben uns in dieses Spiel hineingearbeitet, es war gemeinschaftliche Arbeit“, so Zorc. „Was hilft es, wenn acht Spieler verteidigen, drei aber nicht.“

Sieg gegen Wolfsburg ist für Borussia Dortmund Gold wert

Das 1:0 nach 66 Minuten fiel für die Borussia zu einem perfekten Zeitpunkt. Und es war kein Zufall, dass eine Stärke in dieser Saison zum vorentscheidenden Treffer führte. Drei Tore hat Mats Hummels in dieser Spielzeit bereits erzielt, Manuel Akanji, von Hummels quasi „angeschoben“ bei seinem zweiten Saisontor, untermauerte die Standardstärke des BVB, wenn die Innenverteidiger bei Ecken mit vorrücken. Das siebte Tor eines BVB-Abwehrspielers ist aktuell der Liga-Topwert. Angesichts des straffen Programms der kommenden Wochen mit Auswärtsspielen in Leipzig, Leverkusen und Mönchengladbach war der Erfolg gegen einen selten so wehrhaften VfL Wolfsburg Gold wert.

Dass die „Wölfe“ ein Lieblingsgegner der Borussia bleiben würden, deutete sich in der Anfangsphase allerdings nicht an. Das hohe Anlaufen der Gäste mit zum Teil drei Spielern am Dortmunder Strafraum und fünf dahinter in einer zweiten Pressing-Reihe stellte den BVB vor arge Probleme. „Wir haben uns schwer getan, den Ball sauber hinten herauszuspielen“, gestand Zorc. „Sie haben das sehr gut gemacht und viele Ballverluste provoziert. In dieser Phase hatten wir auch Glück.“ Nicht nur bei Yannick Gerhardts Schuss aus 13 Metern, den Mats Hummels so eben zur Ecke blockte (7.), lag ein 0:1 in der Luft.

Willkommener Nebenaspekt: BVB kann ohne Haaland-Tor gewinnen

Dass Dortmund auch ohne ein Tor von Erling Haaland gewinnen kann, war ein willkommener Nebenaspekt – dass Jadon Sancho in der Nachspielzeit seine persönliche Flaute mit seinem ersten Bundesliga-Tor der Saison endlich beendete, ein weiterer. Nach fünf Tagen intensiver Trainingsarbeit zeigten sich vor allem bei Sorgenkind Sancho erste Zeichen für eine Besserung. Weitere Schritte müssen folgen, wenn der BVB seine hohen Ziele erreichen will.

Arbeit gibt es für Terzic und sein Team ohnehin noch genug. Die Anfangsphase dieses Spiels dürfte auch der kommende BVB-Gegner Leipzig sehr genau registriert haben. 20 schwache Anfangsminuten darf sich Dortmund am Samstag nicht erlauben, es dauerte zu lange, bis sich die Mannschaft in diese Partie biss.

Ausbeute in den ersten 45 Minuten: BVB auf Augenhöhe mit Schalke

Chronisch schwach ist zudem weiterhin die Torausbeute in den ersten 45 Minuten. Nur die Kellerkinder Bielefeld und Schalke sind vor dem Pausenpfiff ungefährlicher als die Borussia (nur fünf Tore), die zum neunten Mal ohne einen Treffer vor der Pause blieb und meistens erst nach der Halbzeit auf Touren kommt.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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