Staatschefs senden starkes Signal gegen Antisemitismus - BVB-Delegation in Jerusalem

Yad Vashem

In einem starken Zeichen der Solidarität gedenken zahlreiche Staatsgäste der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Auch eine BVB-Delegation ist in Jerusalem zu Gast.

Jerusalem/Dortmund

23.01.2020, 21:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Staatschefs senden starkes Signal gegen Antisemitismus - BVB-Delegation in Jerusalem

Zu Gast beim Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem (v.l.): Ruth Ur, Vertreterin der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Deutschland, Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung), Carsten Cramer (BVB-Geschäftsführer), Daniel Lörcher (Abteilungsleiter Corporate Responsibility) und Sarah Reichert (Assistenz der BVB-Geschäftsführung). © Borussia Dortmund

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee den Lagerkomplex Auschwitz. Wenige Tage vor dem 75. Jahrestag der Befreiung trafen sich am Donnerstag Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in Yad Vashem zum fünften Welt-Holocaust-Forum. Zu den geladenen Gästen zählte auch eine Delegation von Borussia Dortmund.

BVB-Geschäftsführer Watzke: „Eine große Ehre und Anerkennung“

„Es ist eine große Ehre und Anerkennung für uns, dass Borussia Dortmund am Welt-Holocaust-Forum teilnehmen darf. Unsere Spende im vergangenen Jahr war ein Zeichen dafür, dass wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung verstetigt nachkommen. Gleichzeitig ist sie aber auch ein Zeichen dafür, dass wir nach wie vor aus der Vergangenheit lernen müssen und Antisemitismus auch in der heutigen Zeit klar benannt und bekämpft werden muss“, erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der am kommenden Montag zu den geladenen Gästen zählt, wenn in Auschwitz der Befreiung des Lagerkomplexes gedacht wird.

Allein in Auschwitz brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um. Der Holocaust kostete insgesamt rund sechs Millionen Juden das Leben. Sie wurden von den Deutschen erschossen und in Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Hunger, Krankheit und Erschöpfung.

Borussia Dortmund spendet eine Million Euro

Yad Vashem arbeitet unermüdlich daran, das Wissen und das Bewusstsein für dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu schärfen. Neben der Erinnerung werden auch die jüngsten antisemitisch getriebenen Vorfälle wie der Anschlag in Halle an der Saale Thema des Welt-Holocaust-Forums sein, das unter dem Motto „Remembering the Holocaust. Fighting Antisemitism“ stattfindet.

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Der BVB engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen Antisemitismus und Diskriminierung. Im vergangenen Jahr unterstützte der Verein mit einer Spende in Höhe von einer Million Euro einen Erweiterungsbau der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. In den kommenden Jahren soll die präventive Bildungsarbeit sukzessive ausgebaut werden. So wird Borussia Dortmund in Kürze die Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) unterzeichnen.

Steinmeier bekennt sich zur deutschen Schuld am Holocaust

„Der Fußball im Allgemeinen und Borussia Dortmund im Speziellen haben die Kraft, Menschen unabhängig von Bildung, Alter oder finanziellen Möglichkeiten anzusprechen und sie zu sensibilisieren. Vor diesem Hintergrund, und vor dem Hintergrund unserer präventiven Bildungsangebote, ist die Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition ein wichtiger Schritt. Sie soll insbesondere als Vorbild beispielsweise für entsprechende Bildungsinhalte in der Erwachsenen- sowie der Kinder- und Jugend-Bildung dienen. Sie kann damit dazu beitragen, die vielfältigen Facetten des Antisemitismus herauszuarbeiten und zu analysieren“, erklärte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bei seiner Rede am Donnerstag zur deutschen Schuld am Holocaust bekannt und den Schutz jüdischen Lebens heute zugesagt. „Dieses Deutschland wird sich selbst nur dann gerecht, wenn es seiner historischen Verantwortung gerecht wird. Wir bekämpfen den Antisemitismus! Wir trotzen dem Gift des Nationalismus! Wir schützen jüdisches Leben! Wir stehen an der Seite Israels. Dieses Versprechen erneuere ich hier in Yad Vashem vor den Augen der Welt.“

Mit dpa-Material

Erinnerungstag im deutschen Fußball Zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gedenkt der deutsche Profifußball an den kommenden beiden Spieltagen der Opfer des Nationalsozialismus. „Gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus! #NieWieder“, teilte die Deutsche Fußball Liga am Donnerstagabend mit. Zuvor hatten auch die Spieler der 3. Liga dazu aufgerufen, sich für Menschlichkeit, Respekt und Vielfalt einzusetzen.
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